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11.01.2005

EU würde von der Wachstumsdynamik in der Türkei profitieren

  • Junge und qualifizierte Arbeitskräfte
  • Maastricht-Kriterien werden bald erreicht
  • EU kann sich eine Aufnahme der Türkei leisten

Mit dem geplanten Beginn der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei am 3. Oktober 2005 kommt das Land ins Rampenlicht.  "Es war kaum bekannt, dass die türkische Regierung in den vergangenen Jahren weitreichende Reformen im Hinblick auf einen EU-Betritt vorgenommen hatte, und das in einem atemberaubenden Tempo", sagte Willi Hemetsberger, Mitglied des Vorstandes der Bank Austria Creditanstalt. "Aus wirtschaftlicher Sicht würde die Europäische Union von der Wachstumsdynamik der Türkei erheblich profitieren."

Großflächiges Land mit junger Bevölkerung
Die Türkei verfügt über eine Bevölkerung von derzeit rund 71 Mio. Menschen. Sie wächst so stark, dass die Türkei im Jahr 2025 - in einer möglicherweise auf 29 Mitglieder erweiterten EU - der bevölkerungsreichste Mitgliedsstaat sein würde. Dabei wird die Bevölkerung jung bleiben: Der Altersmedian wird in der Türkei nur von 25 auf 33 Jahre steigen, während etwa in Deutschland bis 2025 immerhin 48 Jahre erreicht werden.

Rund 33% der türkischen Bevölkerung sind im landwirtschaftlichen Sektor beschäftigt, der etwa 11% zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Dies wirkt im Vergleich mit der EU von heute eher ungünstig, hier liegen die Anteile bei 5% (Beschäftigte in der Landwirtschaft) und 2% (Beitrag zur Bruttowertschöpfung). Dennoch liegt das Pro/Kopf-Einkommen der türkischen Wirtschaft bereits nahe jener von Bulgarien und Rumänien. Und über 50% der Bevölkerung weisen ein Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 4.100 EUR auf, womit die Türkei nicht weit hinter Polen mit 5.100 EUR zurückfällt. 
 
Mit der EU bestehen bereits enge Verbindungen
Derzeit ist die Türkei der sechstgrößte Importeur von EU-Waren. Der Wert der Einfuhren belief sich im Jahr 2004 auf etwa 36 Mrd. EUR, das Außenhandelsdefizit der Türkei mit der EU auf rund 7 Mrd. EUR. Dank der restriktiven Fiskalpolitik der Regierung sowie der vorsichtigen Geldpolitik der Notenbank sollte die Verschuldungsrate in den nächsten vier Jahren auf die Maastricht-relevante Marke von 60% und die Inflationsrate auf rund 4% sinken.

Die EU kann es sich leisten, die Türkei aufzunehmen
Nach Berechnungen der Europäischen Kommission und Schätzungen der BA-CA über die Entwicklung des türkischen Bruttonationalproduktes würden sich die jährlichen Netto-Kosten eines Türkei-Beitritts auf 0,07% bis 0,21% des EU-Bruttonationalproduktes belaufen, erklärte Simon Quijano-Evans, Türkei-Analyst der Bank Austria Creditanstalt. Es ist auch davon auszugehen, dass sich in der Finanzierung der EU Änderungen ergeben, vor allem in der Landwirtschaft, wo sich die EU um eine Eindämmung der Kosten bemühen wird.

"Die EU kann es sich leisten, die Türkei als Mitglied aufzunehmen", betonte Hemetsberger. Ein Beitritt würde dabei keineswegs einseitig nur der Türkei nützen. Die EU käme sogar in die vorteilhafte Situation, unter jungen und zunehmend qualifizierten Arbeitskräften zu wählen, während sich die eigene arbeitende Bevölkerung drastisch verringert.  

Die türkische Wirtschaft wird in den kommenden Jahren eine der am stärksten wachsenden Wirtschaften dieser Region sein. Die Bedeutung der Türkei als Partner in strategischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten wird ebenfalls zunehmen, da das Land über riesige Wasservorräte verfügt und die zukünftigen Öl- und Gaspipelines über türkisches Territorium verlaufen werden. Und wenn die Regierung ihren Reformweg einhält, kann die Türkei sogar für einige EU-Regierungen als Vorbild für die Einhaltung der Maastricht-Kriterien gelten.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt International Markets 
Veronika Fischer-Rief, Tel. +43 (0)5 05 05 82833 ;
E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com