14.01.2005

BA-CA Asset Allocation für das 1. Quartal 2005:
2004 schließt stark - 2005 eröffnet unsicher

  • Trotzdem: Aktien sollten weiterhin überzeugen
  • Europäische Anleihen als Überraschungssieger 2004
  • Branchentrends uneinheitlich, Fusionen springen an

Das Jahr 2004 schloss stark, 2005 eröffnete unsicher. Trotz dieser aktuell schwachen Optik gilt das Umfeld für die internationalen Börsen zu Beginn des neuen Jahres allgemein als günstig. Denn besonders gegenüber den stark gelaufenen Rentenmärkten scheinen die Bewertungen attraktiv. "Da die Wachstumsraten in keiner Branche wirklich herausragend sind, raten wir weiterhin zur Selektivität", so Monika Rosen, Chefanalystin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Für 2005 wird allgemein eine Verlangsamung des Gewinnwachstums erwartet, und zwar sowohl in den USA als auch in Europa. Dementsprechend begann das neue Jahr mit einigen Enttäuschungen. Auf der Zinsfront sorgte das Protokoll der letzten Fed-Sitzung aus dem Dezember 2004 für Unruhe, da offensichtlich einige Fed-Mitglieder mehr Inflationssorgen hegen als bisher gedacht. An den Aktienmärkten lief die Berichtsaison für das 4. Quartal auch nicht optimal an - es gab eine Reihe von prominenten Warnungen, namentlich aus dem Technologiesegment. Rosen: "Trotzdem gilt: Aktien sollten in einem Anlageportfolio auch 2005 überzeugende Ertragsbringer sein."

Im vierten Quartal 2004 liefen Börsen am besten
An den internationalen Börsen ging das Jahr 2004 versöhnlich zu Ende. Im Oktober trat endlich die ersehnte Entspannung beim Ölpreis ein, und somit hellten sich die Aussichten auf weiteres Wachstum deutlich auf. Damit war das vierte Quartal für die internationalen Börsen das beste des abgelaufenen Jahres. Nach den spektakulären Zuwächsen des Jahres 2003 setzte sich also 2004 die Erholung fort, wenn auch in moderaterem Ausmaß.

Der überraschende Sieger des Vorjahres waren europäische Anleihen, die eine Performance von insgesamt 7,7 % (anteilige Zinsen plus Kursgewinne) ablieferten. Demgegenüber nimmt sich das Ergebnis, das mit amerikanischen Staatsanleihen zu erzielen war, vergleichsweise bescheiden aus - nämlich 3,8 %. Hier gilt aber auch zu berücksichtigen, dass 2004 in den USA die Zinswende erfolgte. Die US Notenbank führte die erste Zinserhöhung seit 4 Jahren durch. Einer der wenigen Verlierer des Vorjahres war der Dollar, der gegenüber dem Euro um 7,8% nachgab.

Insgesamt war die Technologie 2004 der Verlierer des Jahres, sowohl in Euroland als auch in den USA. Erst im vierten Quartal drehte der Trend, die Tech-Werte konnten gegenüber dem breiten Markt aufholen. Mit den durchaus gemischten Ergebnissen der ersten Jännertage bleibt es gerade in dieser Branche spannend. Davon abgesehen, waren die Branchentrends im Vorjahr aber durchaus uneinheitlich. So konnte in Euroland Pharma sehr gut performen, gehörte in den USA aber zu den schwächsten Segmenten. Diese Tatsache unterstreicht einmal mehr den Trend in Richtung Selektivität, der sich im Vorjahr schon abgezeichnet hat und der auch 2005 als anhaltend gesehen wird.

Nicht unerwähnt soll auch das Anspringen der Unternehmensübernahmen im Vorjahr bleiben. Dies ist als positives Zeichen für die Zukunft zu werten, da es im Markt wieder mehr Vertrauen schafft. Sehr erfreulich: Die Aktivität, die vor allem in den USA in den vergangenen beiden Monaten angesprungen ist, streckt sich über viele Branchen.

Empfehlung Nr.1: Selektive Wahl
Bei ihren Empfehlungen setzt Rosen ebenfalls auf Selektivität: „Wir nennen ausgewählte Zykliker, wie GE und United Technologies. Bei der Technologie fokussieren wir uns auf die USA, da europäische Tech-Werte sehr unter dem starken Euro leiden. Unser Top-Pick lautet Intel.“ Günstige Bewertungen sieht Rosen bei europäischen Versicherungen, wie Allianz und ING. „Unser Überraschungskandidat für 2005 ist die Pharmabranche, die eventuell ein Comeback erleben könnte, hier nennen wir Pfizer.“

Asset Allocation
Das Jahr 2004 schloss mit einer deutlichen Rallye an den Aktienmärkten. 2005 begann mit einigen Unsicherheiten. „Wir sind dennoch davon überzeugt, dass die Chancen an den Börsen auch im ersten Quartal groß sind“, so Rosen. „Dementsprechend  halten wir in unserer Asset Allocation an der Übergewichtung von Aktien fest.“ Der Aktienanteil beträgt somit 45 %, der Anleihenanteil 52 %. In Cash sind 3 % investiert.
 
Anleihen
Die Gewichte der einzelnen Regionen wurden bei der aktuellen Asset Allocation nicht verändert. Der Anteil in Euroland beträgt 82 %, jener in UK 3 % und in Rest-Europa 15 %. Rest-Europa umfasst derzeit Anleihen in den Währungen Dänenkronen, Schwedenkronen, Norwegerkronen und Schweizer Franken sowie Währungen aus dem CEE-Raum (via Fonds). Nicht investiert wird anleihenseitig in den USA, Japan und den sonstigen Ländern.

Aktien
Auch auf der Aktienseite hat die Asset Allocation keine Veränderungen vorgenommen und hält an der bisherigen Regionengewichtung fest. Die Anteile in Euroland, Japan und Sonstige Länder liegen mit 18 % respektive 12 % und 9 % über jenen der Benchmark, während die USA mit 49 % untergewichtet ist. Der Anteil Rest Europa beträgt 3 %, jener in UK 9 %.
     

Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403;
E-Mail: monika.rosen@amg.co.at