15.07.2005

Bank Austria Creditanstalt Asset Allocation für das 3. Quartal 2005:
Nach kurzer Verunsicherung durch Terror feiern Aktien Comeback

  • Übergewichtung von Aktien beibehalten
  • Empfehlungen: Wir setzen auf Anhalten der zyklischen Erholung

Nach einem enttäuschenden ersten Quartal präsentierten sich die internationalen Börsen in den letzen drei Monaten freundlicher. Die starken Monate Mai und Juni sahen zyklische Werte auf dem Vormarsch. Dämpfend wirkt allerdings der weiterhin steigende Ölpreis, der zwar den Energiewerten zu Höhenflügen verhilft, aber die Performance des breiten Marktes drosselt.

An den Rentenmärkten geht die überwiegende Mehrheit der Anleihenhändler nach dem erwarteten Zinsschritt der Fed Ende Juni von weiteren Zinserhöhungen auf zumindest 3,75 Prozent (2 weitere Zinsschritte) bis Jahresende aus. Die internationalen Anleihemärkte zeigten sich im ersten Halbjahr in exzellenter Verfassung, angetrieben durch Pessimismus im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum (Europa) und die Erwartung einer gemäßigten Inflation (USA). Vor diesem Hintergrund fielen die 10-jährigen Renditen in Deutschland auf ein neues Rekordtief von 3,10 Prozent.

Neben den vorherrschenden Themen Zinsen und Ölpreis rückte in der vergangenen Woche auf tragische Weise auch die Terrorangst wieder in den Vordergrund. Trotz der entsetzlichen Terroranschläge vom 7. Juli in London mussten die internationalen Finanzmärkte nur vorübergehend abgeben. Nach einer kurzen Flucht der Investoren in den Rentenmarkt konnten sich die europäischen Aktienmärkte bereits diese Woche auf einem neuen 3-Jahres-Hoch einfinden.

An den Aktienmärkten fällt heuer die Outperformance der europäischen Börsen gegenüber Amerika auf. Eindeutige Branchentrends fehlen weiterhin, weltweit zeigen sich allerdings die Energiewerte wie schon 2004 auch heuer als Gewinner. An der Wall Street hat die Aussicht auf ein rückläufiges Gewinnwachstum die Stimmung im ersten Halbjahr etwas belastet. Wenn die aktuellen Schätzungen für das zweite Quartal eintreffen, so ergibt sich ein Gewinnwachstum für den S&P 500 von zirka 7 Prozent. Damit würde eine Serie von 12 Quartalen mit zweistelligen Gewinnwachstumsraten zu Ende gehen. In den letzten Monaten konnten allerdings die zyklischen Titel, allen voran die Technologie, einiges an Boden gut machen. Diesen Umstand berücksichtigen wir auch in unseren aktuellen Quartals-empfehlungen. Ganz grundsätzlich ist die Bewertung der Aktien gegenüber den stark gestiegenen Renten sehr attraktiv.

Stark vertreten sind bei unseren Empfehlungen die europäischen Finanzdienstleister (ING und BNP). Im Technologiebereich sehen wir in Europa Philips bzw. in Amerika Intel und IBM als hervorragende Investments. Darüber hinaus fokussieren wir uns im Industriesektor auf GE und empfehlen BMW als Topwert im Autobereich. Als defensive Beimischung wählen wir mit Pfizer und Deutsche Telekom zwei Titel aus den weniger konjunktursensitiven Sektoren Pharma bzw. Telekommunikation.

Fazit
Das erste Halbjahr war von einer starken Rallye am Rentenmarkt geprägt, seit Mai konnten die Aktien allerdings deutlich aufholen. Die Bewertung der Aktienmärkte ist gegenüber den Anleihen weiterhin überaus attraktiv. Es gibt natürlich immer noch Unsicherheitsfaktoren, wie steigende Zinsen und den hohen Ölpreis. Seit dem 7. Juli ist mit den Anschlägen in London die Terrorangst als zumindest atmosphärische Präsenz leider wieder verstärkt hinzugekommen. Dennoch zeigen sich die Börsen, namentlich in Europa, in ausgezeichneter Verfassung, weshalb wir unser Bekenntnis zu Aktien bekräftigen.

Asset Allocation
Die europäischen Aktienmärkte beendeten das dritte Quartal in Folge mit Kurszuwächsen. Vor allem im Anschluss an die Kursrückgänge zu Quartalsbeginn setzten die Börsen ab Mitte April zu einer kräftigen Aufwärtsbewegung an. Auch der amerikanische Markt konnte sich in letzter Zeit deutlicher erholen. Die Anschläge in London letzte Woche führten nur sehr vorübergehend zu Verunsicherung. Vor diesem Hintergrund halten wir an der Übergewichtung der Aktienquote fest. Der Aktienanteil beträgt somit 45 Prozent, der Anleihenanteil 52 Prozent und 3 Prozent sind in Cash investiert.

Anleihen
Unsere Rentenallokation halten wir im 3. Quartal unverändert. Weiterhin bestehen bleibt die Übergewichtung des Euro Raumes (79 Prozent), in Rest Europa (15 Prozent) und in UK (6 Prozent). Rest-Europa bedeutet derzeit Anleihen in den Währungen Dänenkronen, Schwedenkronen, Norwegerkronen und Schweizer Franken sowie Währungen aus dem CEE-Raum (via. Fonds). Nicht investiert sind wir in den USA, Japan und Sonstige Länder.

Aktien
Auch aktienseitig bleibt unsere Allokation gegenüber dem zweiten Quartal unverändert. Übergewichtet sind wir in Euroland (18 Prozent) und Sonstige Länder (12 Prozent). Geringeres Exposure als in der Benchmark vorgesehen halten wir in den USA (46 Prozent). Unser Anteil in UK beträgt 11 Prozent, in Rest Europa 3 Prozent und in Japan 10 Prozent.


Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403;
E-Mail: monika.rosen@amg.co.at