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29.04.2005

Globale Ungleichgewichte werden größer – Auswirkung auf Finanzmärkte

  •  Wirtschaftsindikatoren zeigen nach unten
  •  EZB-Zinsanhebung ist für 2005 unwahrscheinlich geworden
  •  Höhere US-Dollar Leitzinsen, schwächerer US-Dollar


Die Erwartung einer Abschwächung der Weltwirtschaft und insbesondere der US-Wirtschaft haben sich verfestigt. Gleichzeitig vergrößern sich die globalen Ungleichgewichte, zu sehen an dem immer größer werdenden Leistungsbilanzdefizit in den USA. Mittelfristig hat dies höhere US-Zinsen und einen schwächerer US-Dollar zur Folge. „Im Unterschied zu den USA ist eine Leitzinsanhebung durch die EZB noch in diesem Jahr unwahrscheinlich geworden, da die Konjunktur in der Eurozone zu schwach ist“, erklärt Peter Szopo, Leiter des Markets Research der Bank Austria Creditanstalt.


Stotternde Konjunktur in der Eurozone

Besonders in der Eurozone bleiben die Anzeichen einer konjunkturellen Erholung dünn gesät, und die Inflationsrisiken sind trotz der kräftig angestiegenen Energiepreise gering. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone wird sich heuer auf voraussichtlich 1,3% (gegenüber 1,8% im Jahr 2004) abschwächen. Die EZB zeigt sich wegen des hohen Geldmengenwachstums und der Aufweichung des Wachstums- und Stabilitätspaktes besorgt; eine Erholung der Wirtschaft auf Durchschnittswachstum ist jedoch eine notwendige Voraussetzung für den Beginn eines Zinsanhebungszyklus. Nach Ansicht von Gerhard Winzer, Leiter Fixed Income Research Major Markets der BA-CA, wird der Leitzinssatz unter der Annahme, dass die Wirtschaft 2006 mit rund 2% wächst, Ende nächsten Jahres bei 2,75% liegen.

In den USA geht der Zinsanhebungszyklus trotz der wirtschaftlichen Abkühlung weiter. Die Wirtschaft wird sich heuer moderat auf 3,6% (nach sehr soliden 4,4% im Jahr 2004) abschwächen und im nächsten Jahr nur noch knapp über 3% wachsen. Gleichzeitig nehmen die Inflationsrisiken zu. Damit ist der aktuelle Leitzinssatz von 2,75% viel zu niedrig. In 12 Monaten erwarten die Analysten der BA-CA einen Leitzinssatz von 4,00%.


Renditen bleiben auf niedrigem Niveau

Im Trend der kommenden 12 Monate sollten sich die Renditen auf einem etwas höheren Niveau stabilisieren (10J US-Dollar in 12 Monaten: 4,75%). Die Gründe dafür: Die Befürchtungen hinsichtlich des Ausmaßes der Abschwächung der US-Wirtschaft sind übertrieben, dafür werden die US-Inflationsrisiken unterschätzt und die Fed wird die Leitzinsen weiter anheben. Auch in der EWU sollten im Einklang mit einer Erholung der Wirtschaft die Renditen etwas zulegen (10J EUR in 12 Monaten: 3,75%). Der Überschuss an Liquidität und die anhaltend große Nachfrage von Pensionsversicherungen für lang laufende Anleihen werden das Potenzial für Renditeanstiege jedoch weiterhin begrenzen.


Die globalen Ungleichgewichte werden immer größer

Das sich beständig ausweitende Leistungsbilanzdefizit in den USA und die netto betrachtet aus den USA hinaus geflossenen Portfolio- und Direktinvestitionen ergaben 2004 für die USA insgesamt einen Finanzbedarf von bisher unerreichten USD 820 Milliarden. Solange das überschüssige Kapital in Asien mangels Alternativen hauptsächlich in die USA fließt, stellt die Finanzierung der US-Leistungsbilanz keine besonderen Probleme dar. Der Druck für eine langfristige Abschwächung des US-Dollars und eine höhere Realverzinsung in den USA wird jedoch immer größer.

Der mittelfristige Festigungstrend des Euro gegenüber dem US-Dollar ist nach wie vor intakt (auf durchschnittlich 1,35 im Jahr 2006). Zu einer deutlichen Festigung des Yen gegenüber US-Dollar und Euro wird es dann kommen, wenn die japanische Wirtschaft zu einem nachhaltigen Wachstum gelangt und/oder China den Yuan gegenüber dem US-Dollar signifikant aufwertet. Somit sollte der Euro gegenüber dem Yen auf kurze Sicht seitwärts gehen, zwischen 130 und 140.


Empfehlungen

Wegen des mittelfristigen Abschwächungsrisikos im US-Dollar sollten Unternehmen eine Dollar-Wechselkursabsicherung in Betracht ziehen. Bei Finanzierungen ist der Yen nach wie vor riskanter als der Schweizer Franken. Zudem sind mit den deutlich gefallenen langfristigen Euro-Renditen fixe Finanzierungen attraktiver geworden. Auf der Veranlagungsseite sollten Euro-denominierte Anleihen bevorzugt werden, wobei Papiere mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren empfohlen werden.

 

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  International Markets
Veronika Fischer-Rief, Tel.: 050505 DW 82833;
E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com