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17.05.2010

Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft:
Kunststoffverarbeitung gewinnt 2010 nur langsam an Schwung

  • Massive Einbußen mit zweistelligen Rückgängen bei Produktion und Branchenumsatz 2009
  • Festigung der Branchenkonjunktur verläuft zögerlich und wird noch von kräftigen Beschäftigungseinbußen begleitet
  • Branche ist konkurrenzfähig und hat in der Herstellung von Verpackungen und technischen Kunststoffteilen Wettbewerbsvorteile

Die österreichische Kunststoffverarbeitung musste im Rezessionsjahr 2009 massive Einbußen hinnehmen. So sank die Produktion um 10 Prozent und der Branchenumsatz reduzierte sich um 12,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Dass der Rückgang unter dem Industriedurchschnitt geblieben ist, unterstreicht die Rolle der Kunststoffverarbeitung als stabilisierender Teil der österreichischen Industrielandschaft. Das ist ein Ergebnis des jüngsten Branchenberichtes der
Bank Austria Volkswirtschaft. Im heurigen Jahr sollte die Konjunktur in der Branche, die sehr wettbewerbsfähig ist, wieder an Schwung gewinnen, allerdings nur langsam.

Von den in Österreich erzeugten Kunststoffwaren werden knapp zwei Drittel exportiert. Entsprechend eng ist die Branchenentwicklung an die Exportentwicklung gekoppelt, die in wachstumsstarken Jahren positiver Impulsgeber ist, im Rezessionsjahr 2009 aber maßgeblich für die Umsatzrückgänge in der Branche verantwortlich war. Die Exporterlöse mit konsumnahen Kunststoffprodukten sind im Vorjahr um 14 Prozent, mit Verpackungsmaterialien und technischen Kunststoffwaren um 17 Prozent zurückgegangen. „Von den 800 Millionen Euro Umsatzverlust 2009 in der Kunststoffverarbeitung sind in Summe über 700 Millionen Euro niedrigeren Exporten zuzuschreiben“, erklärt Studienautor Günter Wolf.

Die Branchenkonjunktur festigt sich indes, wie der gestiegene Optimismus industrienaher Kunststoffverarbeiter sowie der gewerblichen Unternehmen zeigt. „Zusätzlich zu den Konjunkturbefragungen signalisieren die Preisindikatoren seit einigen Monaten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Kunststoffen und eine Festigung der Nachfrage nach Kunststoffwaren“, so Wolf, „Der massive Rückgang der Roh-Kunststoffpreise Ende 2008 wurde bis April dieses Jahres fast zur Gänze wieder ausgeglichen.“ Allerdings hat die Erholung nur zögerlich begonnen, wie das Minus der Produktionsleistung der Branche von 2 Prozent in den ersten zwei Monaten und der Beschäftigung um rund 4 Prozent bis April 2010 zeigen.

„Auf Basis ihrer Wettbewerbsstärke sollten die heimischen Kunststoffverarbeiter auch Phasen schwacher Nachfrage, wie sie zumindest noch 2010 und wahrscheinlich auch 2011 zu erwarten sind, wirtschaftlich unbeschadet überstehen“, ist Branchenanalyst Günter Wolf zuversichtlich. Der Kunststoffverbrauch bleibt zumindest in Westeuropa verhalten, da zentrale Abnehmer der Kunststoffverarbeiter, wie die Bauwirtschaft und wichtige Investitionsgüterbranchen, nur ein schwacher Aufschwung erwartet. Das Wirtschaftswachstum bleibt unter der 2 Prozent-Marke. Insgesamt fehlen der Branche in den nächsten Jahren entscheidende Impulse, weshalb die Branchenproduktion nicht wesentlich rascher als 2 bis 3 Prozent im Jahr steigen wird.

Österreichs Kunststoffverarbeiter sind im europäischen Vergleich überdurchschnittlich konkurrenzfähig. Die Branche wuchs in den letzten zehn Jahren fast kontinuierlich rascher beziehungsweise ist 2008 und 2009 deutlich weniger geschrumpft als in der EU-27. Gleichzeitig ist der Außenhandelsüberschuss mit Kunststoffwaren gestiegen. Bank Austria Ökonom Günter Wolf „Basis der Erfolge ist die Spezialisierung der Branche insbesondere auf die Herstellung von Verpackungen und technische Kunststoffteile. Insgesamt tragen Kunststoffwaren 3 Prozent zum österreichischen Export bei; der Anteil liegt deutlich über dem Vergleichswert der EU-27 von 2 Prozent.“


Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 52819;
E-Mail: tiemon.kiesenhofer@unicreditgroup.at

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