04.06.2010

UniCredit Private Banking Asset Allocation Juni 2010:

  • Schwacher Euro liefert positive Performancebeiträge für Engagements in anderen Währungsräumen.
  • Volatilität an Aktienmärkten sprunghaft angestiegen. Aktien auf "untergewichten".

Der heurige Mai war kein Wonnemonat an den internationalen Börsen. Von der Schuldenkrise in Europa über die Ölpest im Golf von Mexiko bis zu einem mysteriösen "Flash Crash" an der New Yorker Börse, bei dem es am 6. Mai innerhalb kürzester Zeit zu den größten Kursverlusten seit 20 Jahren kam – die Liste der Probleme, die den Markt beschäftigten, ist lang. Gerade die US Börsen mussten im Mai deutliche Verluste einstecken, für den Dow Jones war es der schwächste Mai seit 1940.

Demgegenüber gibt es für den europäischen Anleger heuer einen wirklichen Hit, und das sind Investments außerhalb seines Währungsraumes. Durch die Schwäche im Euro liefern Engagements in anderen Währungsräumen (z. B. Dollar) deutlich positive Performancebeiträge. Es steht aber außer Frage, dass die Entwicklung im heurigen Jahr sehr viel volatiler verläuft als 2009. Das lässt sich auch am amerikanischen VIX Index ablesen, der die Schwankungsbreite im S&P 500 misst und gern als "Angstindex" bezeichnet wird. Je höher der VIX steigt, desto mehr Nervosität ist im Markt. Im Mai kletterte er auf Werte um die 45, und kam damit nahe an das Niveau, das er beim Aktientief Anfang 2009 hatte, heran (Hoch damals bei 56).

Seit Jahresbeginn sind die meisten Börsen im Minus, wenngleich die Abschläge sehr unterschiedlich ausfallen. In Europa mussten die Aktienmärkte der Peripherieländer wesentlich stärker abgeben als etwa der Dax. Sehr deutlich fällt auch die Korrektur in China aus. Die Börse in Shanghai ist seit Jahresbeginn mit mehr als 20 % im Minus, hier schlagen die Ängste vor den kommenden Zinsschritten der Notenbank durch. In Summe ist ein Anstieg der Risikoaversion in den letzten Wochen unverkennbar.

Fazit: Wir tragen dieser Stimmung Rechnung und reduzieren Aktien auf "untergewichten". Dies geschieht vor allem in Reaktion auf die zuletzt deutlich gestiegene Volatilität, die zu den nach wie vor positiven Fundamentaldaten ja eigentlich in Widerspruch steht. Dennoch machen viele Marktteilnehmer nach der starken Erholungsrallye der letzten 12 Monate offenbar Kasse, und somit reduzieren auch wir unsere Risikotangente etwas. Bei Unternehmensanleihen waren wir ja bereits mit "neutral" positioniert (von zuvor "übergewichten"), und dies behalten wir auch bei.

Rückfragen:
Monika Rosen
Chefanalystin im UniCredit Private Banking
Tel. +43 (0) 50505 – 40104
E-Mail: monika.rosen@unicreditgroup.at

 zurück zur Übersicht