22.06.2010

UrlaubsEuro Sommer 2010:
"UrlaubsEuro" im Sommer 2010 besonders tief

• Grund: Schwächerer Euro und hohe Preissteigerungen im Ausland
• UrlaubsEuro 2010 in fast keinem Land höher als 2009
• Verteuerung vor allem bei Türkei- und Überseeurlaub, etwa auch in Südafrika

"Im heurigen Sommer ist der UrlaubsEuro im Ausland für österreichische Urlauber besonders tief", fasst Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria, die aktuellste Berechnung des UrlaubsEuros zusammen. Neben der Abwertung des Euro zu fast allen Währungen der Welt war dafür auch die teilweise deutlich höhere Preissteigerung in vielen Regionen verantwortlich. Im Durchschnitt ist der UrlaubsEuro heuer im Sommer 3 Prozent weniger wert als noch im Sommer 2009.

Vor allem bei Überseedestinationen macht sich im Vergleich zum Vorjahr der schwächere Euro bemerkbar. "Im Durchschnitt ist der UrlaubsEuro heuer in Übersee 16 Prozent weniger wert als vor einem Jahr", sagt Bruckbauer, "Besonders deutlich fiel der Rückgang in Südamerika aus, etwas weniger stark in Asien und Afrika." In Südafrika fielen jedoch Aufwertung und höhere Preis¬steigerungen zusammen, sodass der UrlaubsEuro heuer im Land der Fußballweltmeisterschaft im Vergleich zum Vorjahr fast 25 Prozent weniger wert ist. Allerdings ist der Wert des UrlaubsEuro im Durchschnitt in den meisten Überseedestinationen weiterhin höher als in Europa bzw. in Österreich. Dies gilt auch weiterhin für Südafrika.

Innerhalb der wichtigsten Urlaubsdestinationen der Österreicher fiel der Rückgang bei der Türkei mit rund 20 Prozent gegenüber dem Sommer 2009 besonders stark aus. Hier machte sich nicht nur die Aufwertung gegenüber dem Euro bemerkbar, sondern auch ein deutlich stärkerer Preisanstieg als in Österreich, die Inflationsrate lag in der Türkei bei fast 10 Prozent. Am meisten wert ist der UrlaubsEuro im Sommer 2010 innerhalb der beliebtesten Ferienländer der Österreicher in Ungarn gefolgt von Kroatien. Die Türkei liegt an dritter Stelle. Spürbar weniger wert ist der UrlaubsEuro heuer im Sommer auch in den USA, allerdings ist er trotz eines Rückgangs um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 108 Euro noch immer etwas mehr wert als in Österreich. Dies gilt auch für das Vereinigte Königreich. Unter den beliebtesten Urlaubsländern stieg der Wert des UrlaubsEuro im Sommer 2010 lediglich in Kroatien, Deutschland und Portugal, allerdings fiel der Anstieg mit rund 1 Prozent sehr bescheiden aus und war auf die etwas geringere Inflation zurückzuführen.

Unter den weniger stark besuchten Urlaubsdestinationen in Europa ist weiterhin der UrlaubsEuro in Rumänien, Bulgarien und Polen spürbar mehr als zuhause wert. Auch in Tschechien und der Slowakei ist der UrlaubsEuro mehr als in Österreich wert, auch wenn es zu einer leichten Reduktion des Wertes im Vergleich zum Vorjahr kam. Den stärksten Rückgang des Wertes des UrlaubsEuros innerhalb der beobachteten Länder gab es in Brasilien.

Abschließend weisen die Ökonomen der Bank Austria darauf hin, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, einzelne Regionen (wie etwa London als Zentralregion) können davon abweichen. Das Preisniveau bezieht sich auf den Durchschnitt der Güter und Dienstleistungen in den einzelnen Ländern, einzelne Produkte (speziell für Touristen) können davon deutlich abweichen. Daher wurde auch für die Ferndestinationen kein Wert, sondern nur dessen Veränderung angegeben. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern so viel günstiger als in Österreich ist, vor allem auf das hohe Einkommensniveau in Österreich zurückzuführen. Würde Österreichs Preisniveau niedriger liegen, wäre auch das Einkommensniveau geringer – wir könnten uns Urlaube oft gar nicht leisten.

 Tabellen (PDF; 46 KB)

Rückfragen: Bank Austria  Economics and Market Analysis Austria
 Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0) 50505 - 41951
 E-Mail: stefan.bruckbauer@unicreditgroup.at

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