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15.06.2020

UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator:
Konjunkturelle Verbesserung nach Tiefpunkt im April zeichnet sich ab

  • Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator stieg im Mai vom Allzeittief im April auf minus 2,2 Punkte 
  • Die schrittweise Lockerung des Lockdowns beginnt den Wirtschaftseinbruch zu mildern, dennoch ist im zweiten Quartal ein Rückgang des BIP um rund 15 Prozent zum Vorquartal zu erwarten 
  • Leichte Verbesserung der Industriestimmung, erstaunlich robuste Konsumentenstimmung bei gleichzeitig historisch schlechter Stimmung im Dienstleistungssektor
  • Erholung im zweiten Halbjahr trotzdem nur mit angezogener Handbremse aufgrund Konsum- und Investitionszurückhaltung und fehlender Nachfrageimpulse aus dem Ausland
  • Unveränderte BIP-Prognose: Dem Rückgang um 9 Prozent 2020 dürfte 2021 ein Wirtschaftswachstum von 8 Prozent folgen 
  • Langsame Verbesserung am Arbeitsmarkt
  • Niedriger Ölpreis und Nachfragezurückhaltung dämpfen Inflation 2020 auf durchschnittlich 1,3 Prozent: EZB legt noch einen Gang zu 

Nach dem historischen Tiefststand im April infolge des Lockdowns hat sich mit der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Konjunkturstimmung in Österreich wieder etwas verbessert. „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator hat das Allzeittief vom April überwinden können. Im Mai stieg der Indikator auf minus 2,2 Punkte. Die weiterhin angespannte Konjunkturstimmung verdeutlicht jedoch, dass die österreichische Wirtschaft erst langsam aus dem Lockdown hochfährt. Derzeit erreicht die Wirtschaft nur etwa 85 Prozent des Leistungsniveaus vor dem Ausbruch der Coronakrise “, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. 

Im April hatte sich die Konjunkturstimmung in Österreich in allen Wirtschaftssektoren drastisch verschlechtert. Der Mai zeigt dank der schrittweisen Lockerung des Lockdown für alle Bereich zumindest eine gewisse Entspannung. „Alle Komponenten des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators haben sich im Mai verbessert und zum Anstieg des Indikators beigetragen. Der Bau und, unterstützt durch das etwas entschärfte internationale Umfeld, auch die Industrie hatten den stärksten positiven Einfluss. Dagegen hat sich an der besonders starken Betroffenheit des Dienstleistungssektors nur wenig geändert, obwohl die Stimmung unter den heimischen Verbrauchern merkbar nach oben gezogen ist und zudem historisch betrachtet als relativ robust bezeichnet werden kann“, so Bruckbauer. 

Österreichs Wirtschaft schrumpft im ersten Halbjahr um mehr als 10 Prozent im Jahresvergleich 
Durch den Mitte März begonnenen Lockdown der heimischen Wirtschaft sank die Wirtschaftsleistung in Österreich im ersten Quartal 2020 trotz eines guten Starts ins Jahr noch um fast 3 Prozent im Jahresvergleich. Der aktuelle UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator deutet an, dass die Talsohle im April erreicht worden ist, die allmählichen Lockerung des Lockdown danach jedoch noch zu keiner spürbaren Erholung geführt hat. „Nach dem Rückgang des BIP im ersten Quartal hat sich im zweiten Quartal der Einbruch der heimischen Wirtschaft infolge der Coronakrise erst so richtig manifestiert. Die Wirtschaftsleistung ist voraussichtlich um mehr als 15 Prozent im Jahresvergleich gesunken, sodass sich im ersten Halbjahr ein Einbruch um mehr als 10 Prozent ergeben hat“, meint Bruckbauer. 

Erholung in zweiter Jahreshälfte mit zunehmenden Unsicherheitsfaktoren
Aufgrund der geringeren Infektionshäufigkeit und der früheren Öffnungsmaßnahmen ist die österreichische Wirtschaft von der Coronakrise weniger stark betroffen als andere europäische Länder. Die Konsum- und Investitionsnachfrage kommt jedoch vorerst kaum in Schwung und nur mit globaler Unterstützung wird die exportorientierte österreichische Wirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zurückfinden. „Wir gehen davon aus, dass der Aufschwung im zweiten Halbjahr 2020 beginnt. Damit sollte sich der Rückgang des BIP in Österreich im Gesamtjahr 2020 auf rund 9 Prozent begrenzen lassen“, so Bruckbauer. Für 2021 gehen die Ökonomen der UniCredit Bank Austria weiterhin von einem Aufholprozess mit einem Wirtschaftswachstum von rund 8 Prozent aus. Allerdings haben sich die Risiken nach unten deutlich erhöht, denn es zeichnet sich immer stärker ab, dass durch die hohe Verunsicherung der Verbraucher der private Konsum nur schwer in die Gänge kommen könnte. 

Arbeitslosenquote 2020 mit durchschnittlich fast 11 Prozent erwartet
Mit dem Einbruch der Wirtschaft stieg die Arbeitslosigkeit ab Mitte März abrupt an. Im April erreichte die Arbeitslosenquote mit 12,7 Prozent ein Allzeithoch. Mit der allmählichen Lockerung des Lockdowns, der Wiederaufnahme der Arbeit auf den Baustellen und der Öffnung der Geschäfte ist der Höhepunkt mittlerweile überschritten und die Arbeitslosigkeit geht zurück. „Die Arbeitslosigkeit wird in den kommenden Monaten weiter sinken, aber relativ langsam“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl und ergänzt: „Die Arbeitslosenquote wird in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich im zweistelligen Bereich bleiben. Das Erholungstempo der Wirtschaft wird nachfragebedingt zu gering sein um einen rascheren Rückgang zu ermöglichen. Zudem befinden sich derzeit noch über eine Million Menschen in Kurzarbeit.“ 

Niedrige Inflation 
In den ersten fünf Monaten 2020 betrug die durchschnittliche Inflationsrate in Österreich 1,7 Prozent, wobei der niedrige Rohölpreis einen Abwärtstrend verursachte. „Wir erwarten, dass der niedrige Ölpreis und die verhaltene Nachfrageentwicklung die Preise in Österreich weiter dämpfen werden. Die Inflation könnte dadurch im Sommer sogar auf unter 1 Prozent im Jahresvergleich sinken. Im Jahresdurchschnitt gehen wir derzeit von einer Inflationsrate von 1,3 Prozent aus“, so Pudschedl.

Mehr fiskalische Impulse notwendig
Um den durch die Ausweitung der Produktionslücke verursachten Preisdruck nach unten entgegenzuwirken sowie zur Erhaltung günstiger finanzieller Bedingungen hat die Europäische Zentralbank eine Aufstockung und Verlängerung des Pandemie-Notkaufprogramms PEPP beschlossen. „Die EZB hat auf die anstehenden Herausforderungen erneut rasch reagiert. Die Europäische Kommission hat ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht und die Regierungen einiger europäischer Länder, wie Deutschland, haben bereits Konjunkturpakete vorgestellt. Auch für Österreich ist es an der Zeit in der zweiten Jahreshälfte weitere gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage, unabhängig von budgetären Überlegungen, einzusetzen, um die österreichische Wirtschaft rasch und nachhaltig auf Wachstumskurs zu bringen“, meint Bruckbauer. 

Tabellen


Rückfragen:    
UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at