13.05.2009

Ergebnis für das erste Quartal 2009:
Bank Austria startet mit 547 Millionen Euro Nettogewinn gut ins Jahr

  • Betriebsergebnis mit 1,1 Milliarden Euro rund 89 Prozent über Vorjahr
    o Betriebserträge über Zwei-Milliarden-Marke und mit deutlichem Plus
    o Handelsergebnis liefert im ersten Quartal wieder positiven Beitrag
    o Effizientes Kostenmanagement und Synergien innerhalb der UniCredit Group senken Kosten
  • Risikokosten aufgrund der Wirtschaftslage auf 446 Millionen Euro deutlich gestiegen
  • Ergebnis vor Steuern um 40 Prozent auf 722 Millionen Euro gesteigert
  • Periodenüberschuss ohne Fremdanteile wächst um 35 Prozent auf 547 Millionen Euro

Wiewohl es zwar erste Anzeichen für eine Stabilisierung auf den Finanzmärkten gibt, hat sich das Wirtschaftsumfeld auch im ersten Quartal des Jahres weiter verschlechtert, da sich der globale Konjunktureinbruch weiter verschärft hat.

Bank Austria Vorstandsvorsitzender Erich Hampel: „In diesem Umfeld haben wir erneut unsere Anpassungsfähigkeit und Stabilität als breit aufgestellte Universalbank unter Beweis gestellt und sind mit einem guten Ergebnis in dieses Jahr gestartet. Das operative Kundengeschäft in Österreich zeigt eine stabile Entwicklung, während wir in Zentral- und Osteuropa unser Betriebsergebnis mit plus 42 Prozent erneut deutlich steigern konnten. Auch das Markets & Investment Banking konnte in den ersten drei Monaten nach den schlechten Vorquartalen wieder einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag liefern. Zugleich trug aber auch das strikte Kostenmanagement maßgeblich dazu bei, dass wir trotz der deutlich gestiegenen Risikokosten unseren Nettogewinn gegenüber dem Vorjahrsquartal um 35 Prozent auf 547 Millionen Euro steigern konnten.“

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Der Zinsüberschuss stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Prozent auf 1.335 Millionen Euro (Q1 2008: 1.125 Millionen Euro) und blieb damit wie schon im vergangenen Jahr eine wichtige Ertragsstütze.
Der Provisionsüberschuss blieb hingegen mit 457 Millionen Euro um 11,9 Prozent hinter dem Vorjahr (Q1 2008: 519 Millionen Euro), was auf die unverändert schwache Nachfrage nach Wertpapieren und die sinkenden Zahlungsverkehrserträge zurückzuführen ist.

Das Handelsergebnis drehte im ersten Quartal dieses Jahres mit 190 Millionen wieder ins Positive, während es im ersten Quartal des Vorjahres, am ersten Höhepunkt der Finanzmarktkrise, mit minus 143 Millionen Euro noch einen hohen Fehlbetrag ausgewiesen hatte.

In Summe verbesserten sich die Betriebserträge aus dem operativen Geschäft deutlich und übertrafen mit 2.018 Millionen Euro die Zwei-Milliarden-Marke, was einer Steigerung von 30,7 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode (Q1 2008: 1.543 Millionen Euro) entspricht.

Die Betriebsaufwendungen sind gegenüber der Vorjahresperiode um 5,8 Prozent auf 892 Millionen Euro gesunken (Q1 2008: 946 Millionen Euro), was belegt, dass die kostengünstigeren Prozesse und überregionalen Synergien bereits ihre Wirkung zeigen.

Das Betriebsergebnis verbesserte sich damit sowohl ertrags- als auch kostenseitig. Im Vorjahresvergleich steigerte die Bank Austria ihr operatives Ergebnis um 88,5 Prozent auf 1.126 Millionen Euro (Q1 2008: 597 Millionen Euro).

Die anhaltend schwache Wirtschaftslage beeinflusst – wie schon im vierten Quartal des Vorjahres – die GuV-Positionen zwischen operativem Ergebnis und Ergebnis vor Steuern. Da sich die Risikolage im kommerziellen Geschäft weiter verschlechtert hat, mussten die Risikovorsorgen entsprechend erhöht werden. Der Aufwand für das Kreditrisiko musste daher im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 446 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden (Q1 2008: 173 Millionen Euro).

Trotz dieses Anstiegs des Kreditrisikos und des geringeren Finanzanlageergebnisses konnte die Bank Austria das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahresquartal um 40 Prozent auf 722 Millionen Euro steigern (Q1 2008: 514 Millionen Euro).

Der Gewinn des ersten Quartals (Periodenüberschuss ohne Fremdanteile) stieg um 34,7 Prozent auf 547 Millionen Euro (Q1 2008: 406 Millionen Euro).

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:

  • Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 20,3 Prozent (Q1 2008: 13,8 Prozent).
  • Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern beträgt 16,1 Prozent.
  • Die Cost/Income-Ratio verbesserte sich auf 44,2 Prozent (Q1 2008: 61,3 Prozent).
  • Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsüberschusses) ist auf 33,4 Prozent gestiegen (Q1 2008: 15,4 Prozent). 
  • Die Kernkapitalquote (Tier 1-Quote, bezogen auf das Kreditrisiko) beträgt 7,98 Prozent, berechnet nach Basel II1) .
  • Die Kernkapitalquote (Tier 1-Quote, bezogen auf alle Risiken) beträgt 6,95 Prozent, berechnet nach Basel II.

Die Divisionen im Detail

Die Bank Austria weist ihr Ergebnis in fünf Divisionen aus: Retail, Private Banking, Corporates, Markets & Investment Banking und die CEE Banking Division.
Dazu kommt das Corporate Center.

Die Division Retail hat im ersten Quartal 2009 das Ergebnis vor Steuern auf 44 Millionen Euro (Q1 2008: 26 Millionen Euro) deutlich gesteigert und konnte sich damit in dem schwierigen Markumfeld weiter gut behaupten. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern erhöhte sich auf 19,8 Prozent (Q1 2008: 10,6 Prozent), die Cost/Income-Ratio verbesserte sich auf 67,8 Prozent (Q1 2008: 72,7 Prozent).

Die Division Private Banking hatte im ersten Quartal 2009 mit dem weiter darniederliegenden Wertpapiergeschäft zu kämpfen. Allerdings verzerrt der veränderte Konsolidierungskreis (Abspaltung Pioneer Investments Austria) den Vorjahresvergleich. Die Division erzielte ein  Ergebnis vor Steuern von 6 Millionen Euro (Q1 2008: 17 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 16,3 Prozent (Q1 2008: 33,7 Prozent), die Cost/Income-Ratio 74,2 Prozent (Q1 2008: 63,6 Prozent).

Die Division Corporates musste im ersten Quartal dieses Jahres aufgrund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage die Kreditrisikovorsorgen deutlich erhöhen, was das Ergebnis vor Steuern auf 99 Millionen Euro drückte (Q1 2008: 154 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern liegt aktuell bei 19,7 Prozent (Q1 2008: 26,5 Prozent). Die Cost/Income-Ratio beträgt 29,4
Prozent (Q1 2008: 27,1 Prozent).

Die Division Markets & Investment Banking kehrte im ersten Quartal des Jahres wieder in die schwarzen Zahlen zurück und weist ein Ergebnis vor Steuern von 259 Millionen Euro aus (Q1 2008: minus 96 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern verbesserte sich auf 18,7 Prozent (Q1 2008: minus 8,7 Prozent) ebenso wie die Cost/Income-Ratio, die nunmehr 15,2 Prozent beträgt.

Die Division CEE steigerte zwar ihr operatives Ergebnis erneut um 42 Prozent auf 720 Millionen Euro. Aufgrund der Verdreifachung der Kreditrisikovorsorgen gegenüber der Vorjahresperiode lag ihr Ergebnis vor Steuern mit 386 Millionen Euro aber um 8 Prozent unter dem Vorjahr (Q1 2008: 420 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 16,2 Prozent (Q1 2008: 20,8 Prozent), die Cost/Income-Ratio verbesserte sich dennoch deutlich auf 39,8 Prozent (Q1 2008: 50,3 Prozent).

Die Länder in Zentral- und Osteuropa (CEE) zählen zu den Kernmärkten der Bank Austria. Trotz der schwierigen Lage – und obwohl CEE derzeit allgemein als risikoreiche Region eingeschätzt wird – erzielten die Netzwerkbanken positive Ergebnisse und trugen damit zum guten Gesamtergebnis der Bank Austria bei.

„Natürlich haben die Risiken in einigen CEE-Ländern zugenommen, und die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern dieser Region sind nun stärker sichtbar geworden. Die Ergebnisse in Zentral- und Osteuropa im ersten Quartal 2009 beweisen aber, dass unsere CEE-Tochterbanken hervorragend positioniert sind und sich auf die derzeitige Marktlage sehr gut einstellen können. Auf mittlere und längere Sicht bleibt Zentral- und Osteuropa eine Region mit hohem Potential und guten Wachstumsmöglichkeiten“, sagt Erich Hampel.

Innerhalb der UniCredit Group steuert die Bank Austria in dieser Region das größte Bankennetzwerk, mehr als 56.000 Mitarbeiter betreuen in über 2.800 Filialen insgesamt 24 Millionen Kunden.

Die Bilanz

Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 31. März 2009 auf 214,4 Milliarden Euro und war damit um 3,5 Prozent niedriger als zum Vorjahresultimo (31.12.2008: 222,2 Milliarden Euro).

Wie schon in der Bilanz zum Jahresende 2008 werden auch im Zwischenabschluss per 31. März 2009 zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppen (bewertet mit dem niedrigeren Wert zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) zusammengefasst und gemäß IFRS 5 in je einer aktiv- wie passivseitigen Position „held for sale“ ausgewiesen. Diese Posten umfassen im Wesentlichen die Investmentbank UniCredit CA IB AG und die card complete Service Bank AG.

Auf der Aktivseite waren die Kundenforderungen per Ende März mit 129,3 Milliarden Euro um 2 Prozent niedriger als zum Jahresultimo (31.12.2008: 132 Milliarden Euro), was vor allem auf kurzfristige Dispositionen von Institutionellen zurückzuführen ist. Die Forderungen an Kreditinstitute sanken um 0,5 Milliarden Euro bzw. 2,6 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro (31.12. 2008: 20 Milliarden Euro).Die Neuausrichtung der Finanzmarktaktivitäten im Sinne der Konzentration auf das kundengenerierte Geschäft zeigt sich im Rückgang der zur Veräußerung gehaltenen Vermögensgruppen um 2,5 Milliarden Euro oder minus 7,4 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro (31. 12. 2008: 34,1 Milliarden Euro). 

Auf der Passivseite trugen das Interbankgeschäft mit minus 2,9 Milliarden Euro und die zur Veräußerung gehaltenen Vermögensgruppen mit minus 2,7 Milliarden am stärksten zu dem absoluten Rückgang der Bilanzsumme um 7,7 Milliarden Euro bei. Die Kundeneinlagen sind um 2,0 Milliarden Euro auf 93,2 Milliarden Euro (31. 12. 2008: 95,2 Milliarden Euro) und die verbrieften Verbindlichkeiten um 0,7 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro (31. 12. 2008: 32,6 Milliarden Euro) zurückgegangen. Die Primärmittel, also die Summe aus den beiden Positionen und somit die Refinanzierung aus Quellen des kommerziellen Geschäfts, belaufen sich auf 125,6 Milliarden Euro bzw. 59 Prozent der Bilanzsumme. Damit waren die Kundenforderungen zu 97 Prozent durch das Primärmittelaufkommen gedeckt.

Das Eigenkapital nahm gegenüber dem Jahresultimo 2008 um 0,6 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro zu (31. 12. 2008: 14,2 Milliarden Euro).

Die Eigenmittelquoten per 31. März verbesserten sich gegenüber Jahresultimo 2008 leicht. Die Kernkapitalquote – Tier 1 bezogen auf das Kreditrisiko gemäß Basel II erhöhte sich auf 7,98 Prozent. Die Kernkapitalquote – Tier 1 bezogen auf alle Risiken stieg auf 6,95 Prozent. Die Core Tier 1-Ratio (Kernkapitalquote ohne Hybridkapital bezogen auf alle Risiken) beträgt 6,64 Prozent.

Der Personalstand der Bank Austria Gruppe inklusive der bei Tochtergesellschaften2) der UniCredit Group in Österreich beschäftigten MitarbeiterInnen ist zum 31. März 2009 auf 65.904 MitarbeiterInnen (FTE) leicht gesunken (31. März 2008 auf 66.825 MitarbeiterInnen). Davon waren 10.918 Vollzeitarbeitskräfte-Äquivalente in Österreich und 54.986 FTE in den CEE-Ländern beschäftigt.

1)  Eigenmittelbestandteile, die an nicht konsolidierten Unternehmen gehalten werden, werden nach Basel II vom Tier 1 abgezogen, unter Basel I vom Gesamtkapital.
2)  AS (Administration Services), BTS (Banking Transaction Services) und Pioneer Investments Austria, die konzernintern übertragen wurden

Tabellen zur Presseaussendung

Rückfragen: Bank Austria
Communications Austria
Martin Halama, Tel. +43 (0)5 05 05 52371;
E-Mail: martin.halama@unicreditgroup.at

 zurück zur Übersicht