28.07.2009

Bank Austria Asset Allocation für das 3. Quartal 2009:
Stabilisierung der Konjunktur, 2010 verhaltener Aufschwung

  • Risikoneigung steigt - Aktien übergewichten
  • Globaler Hoffnungsträger Emerging Markets in Asien, insbesondere China

Nach dem Krisenjahr 2008 waren auch die ersten beiden Monate des laufenden Jahres nicht wirklich verheißungsvoll. Im März allerdings begann eine massive Aufholjagd der Aktien, die mit Unterbrechungen immer noch anhält. Gleichzeitig kamen die großen Gewinner des Vorjahres, die Staatsanleihen der Industrieländer, heuer gehörig unter Druck. In starker Verfassung zeigen sich hingegen die Unternehmensanleihen. Hier schlägt der wieder erstarkte Mut der Anleger durch. Grundsätzlich erweist sich Asien, und besonders China, als neuer, globaler Hoffnungsträger, mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und einer vergleichsweise geringeren Exposure zur Finanzkrise.

Aktien: Übergewichten!
Da sich unserer Meinung nach die Weltwirtschaft in einer Stabilisierungsphase befindet, gehen wir davon aus, dass Aktien in den nächsten 6 bis 12 Monaten besser performen können als Anleihen. Außerdem sollte noch für längere Zeit keine Zinsanhebung drohen, da die Inflationsgefahr im Moment noch nicht so ausgeprägt ist und der Arbeitsmarkt noch bis weit in das nächste Jahr hinein angespannt bleiben wird. Im Vergleich zu Anleihen sind Aktien immer noch attraktiv bewertet. Auch die gute Entwicklung bei Unternehmensanleihen im ersten Halbjahr deutet auf eine Normalisierung und eine Rückkehr der Risikoneigung hin.

Regional bevorzugen wir einerseits die USA, weil sie von den massiven Maßnahmen zur geld- und fiskalpolitischen Stimulierung profitieren, und andererseits die Emerging Markets, insbesondere jene in Asien. Wir sehen sie als zentrales, strategisch langfristiges Investment, da diese Märkte viele Vorteile bieten: überdurchschnittliche Wachstumsraten, einen aufstrebenden Inlandskonsum, ein solides Bankensystem, geringe öffentliche Verschuldung und unterbewertete Währungen. Kurzfristige Rückschläge sollten als Kaufgelegenheit gesehen werden.

Anleihen: Steigender Angebotsdruck bei Staatsanleihen
Die meisten G 20 Nationen werden in naher Zukunft immer mehr Staatsanleihen begeben müssen, um ihre wachsende Verschuldung zu finanzieren. Wir erwarten daher steigenden Angebotsdruck, der die Renditen am langen Ende mittel- bis langfristig nach oben drücken sollte.
Relativ betrachtet, bevorzugen wir Euroland Staatsanleihen gegenüber US Treasuries, da sich die USA schneller erholen sollte als das Euroland. Unser Top Pick innerhalb der Anleihenquote bleiben aber Unternehmensanleihen bester Bonität (Investment Grade Corporate Bonds). Wir sind uns bewusst, dass die Performance in der 2. Jahreshälfte wahrscheinlich nicht so gut ausfallen wird wie im 1. Halbjahr 2009. Wir sind aber weiterhin der Meinung, dass Unternehmensanleihen besser performen werden als Staatsanleihen, und zwar aufgrund der Politik der "Quantitativen Lockerung" und der steigenden Risikoneigung.

Rückfragen:  Unicredit Private Banking Research
Monika Rosen, Tel. (01) 33 147 DW 5403
E-mail: monika.rosen@amg.co.at

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