04.08.2009

Ergebnis für das erste Halbjahr 2009: Bank Austria erzielt 833 Millionen Euro Nettogewinn im ersten Halbjahr

  • Betriebsergebnis auf neues Rekordniveau von über 2 Milliarden Euro gesteigert, was einem Plus von rund 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht
    o Betriebserträge um fast 18 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen
    o Handelsergebnis nach negativem Vorjahr mit 272 Millionen Euro wieder im Plus 
    o Betriebsaufwendungen dank Kostenreduktionen in CEE und Synergien innerhalb der UniCredit Group um fast 6 Prozent gesunken
  • Risikokosten aufgrund der Wirtschaftslage auf 1 Milliarde Euro verdreifacht
  • Periodenüberschuss ohne Fremdanteile mit 833 Millionen Euro 21 Prozent hinter Vorjahr

Bank Austria Vorstandsvorsitzender Erich Hampel: "Trotz des globalen Konjunktureinbruchs hat sich unser operatives Geschäft erneut als äußerst widerstandsfähig erwiesen. Der Fokus auf das klassische Kundengeschäft macht sich nachhaltig bezahlt und da auch das Investmentbanking nach den Verlusten im Vorjahr heuer wieder schwarze Zahlen schreibt, konnten wir unser Betriebsergebnis auf die Rekordhöhe von über 2 Milliarden Euro steigern. Dennoch hat der anhaltend schwache Konjunkturverlauf auch in unserem Ergebnis tiefe Spuren in Form von deutlich erhöhten Risikokosten hinterlassen. Diese Belastungen konnten wir aber mit dem guten operativen Geschäft auffangen und haben nach sechs Monaten einen Nettogewinn von 833 Millionen erzielt." 

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Der Zinsüberschuss stieg im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent auf 2.557 Millionen Euro (1-6 2008: 2.309 Millionen Euro) und blieb damit weiterhin eine wichtige Ertragsstütze. Der Zuwachs des Zinsüberschusses gegenüber Vorjahr ist zum Großteil auf das positive Zinsgeschäft der Division Markets & Investmentbanking zurückzuführen.

Der Provisionsüberschuss blieb hingegen auch nach sechs Monaten mit 899 Millionen Euro um 13,3 Prozent hinter dem Vorjahr (1-6 2008: 1.037 Millionen Euro), was auf die unverändert schwache Nachfrage nach Wertpapieren zurückzuführen ist.

Das Handelsergebnis setzte die positive Entwicklung des ersten auch im zweiten Quartal fort und belief sich nach den ersten sechs Monaten auf 272 Millionen, während es im Halbjahr 2008 mit minus 198 Millionen Euro noch einen hohen Fehlbetrag ausgewiesen hatte.

In Summe verbesserten sich die Betriebserträge aus dem operativen Geschäft deutlich und beliefen sich auf 3.824 Millionen Euro, was einer Steigerung von 17,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode (1-6 2008: 3.244 Millionen Euro) entspricht.

Die Betriebsaufwendungen sind gegenüber der Vorjahresperiode um 5,6 Prozent auf 1.795 Millionen Euro gesunken (1-6 2008: 1.902 Millionen Euro), was einerseits auf kostengünstigere Prozesse und überregionale Synergien und andererseits auf die Personalreduktionen hauptsächlich im Rahmen der Integration der neuen Tochterbanken in der Ukraine und in Kasachstan zurückzuführen ist.

Das Betriebsergebnis verbesserte sich durch Steigerung der Erträge als auch durch Verringerung der Aufwendungen. Im Vorjahresvergleich steigerte die Bank Austria ihr operatives Ergebnis um 51,3 Prozent auf 2.029 Millionen Euro (1-6 2008: 1.341 Millionen Euro).

Die anhaltend schwache Wirtschaftslage beeinflusst – wie schon im vierten Quartal des Vorjahres – die GuV-Positionen zwischen operativem Ergebnis und Ergebnis vor Steuern. Da sich die Risikolage im kommerziellen Geschäft weiter verschlechtert hat, mussten die Risikovorsorgen entsprechend erhöht werden. Der Aufwand für das Kreditrisiko musste daher im Vergleich zur Vorjahresperiode auf minus 1.009 Millionen Euro verdreifacht werden (1-6 2008: minus 329 Millionen Euro).

Aufgrund dieses Anstiegs des Kreditrisikos und des geringeren Finanzanlageergebnisses verringerte sich das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 1.048 Millionen Euro (1-6 2008: 1.293 Millionen Euro).

Der Gewinn des ersten Halbjahres (Periodenüberschuss ohne Fremdanteile) belief sich auf 833 Millionen Euro (1-6 2008: 1.053 Millionen Euro).

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:

  • Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 14,8 Prozent (1-6 2008: 17,1 Prozent).
  • Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern beträgt 12,1 Prozent1 (1-6 2008: 14,6 Prozent).
  • Die Cost/Income-Ratio verbesserte sich auf 46,9 Prozent (1-6 2008: 58,6 Prozent).
  • Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsüberschusses) ist hingegen auf 39,5 Prozent deutlich gestiegen (1-6 2008: 14,2 Prozent). 
  • Die Kernkapitalquote (Tier 1-Quote, bezogen auf das Kreditrisiko) erhöhte sich auf 8,58 Prozent (7,70 Prozent zum Jahresultimo 2008), berechnet nach Basel II.
  • Die Kernkapitalquote (Tier 1-Quote, bezogen auf alle Risiken) verbesserte sich auf 7,53 Prozent (6,82 Prozent zum Jahresultimo 2008), berechnet nach Basel II.

Die Divisionen im Detail2 
Die Bank Austria weist ihr Ergebnis bis zum Halbjahr 2009 in fünf Divisionen aus: Retail, Private Banking, Corporates, Markets & Investment Banking und die CEE Banking Division. Dazu kommt das Corporate Center.

Die Division Retail hat in den ersten sechs Monaten 2009 ein Ergebnis vor Steuern von 44 Millionen Euro erzielt und und liegt damit nur knapp hinter dem Vorjahr (1-6 2008: 48 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beläuft sich auf 10,5 Prozent (1-6 2008: 12,1 Prozent), die Cost/Income-Ratio verbesserte sich auf 71 Prozent (1-6 2008: 74,4 Prozent).

Die Division Private Banking hatte im ersten Halbjahr 2009 mit dem schwachen Wertpapiergeschäft zu kämpfen und erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 17 Millionen Euro (1-6 2008: 25 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 22 Prozent (1-6 2008: 29,8 Prozent), die Cost/Income-Ratio 68,7 Prozent (1-6 2008: 67,4 Prozent).

Die Division Corporates musste in den ersten sechs Monaten dieses Jahres aufgrund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage die Kreditrisikovorsorgen deutlich erhöhen, was das Ergebnis vor Steuern auf 144 Millionen Euro drückte (1-6 2008: 280 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern liegt aktuell bei 14,3 Prozent (1-6 2008: 23,9 Prozent). Die Cost/Income-Ratio beträgt 33,1 Prozent (1-6 2008: 30,4 Prozent).

Die Division Markets & Investment Banking konnte die gute Entwicklung des ersten auch im zweiten Quartal des Jahres fortsetzen und weist ein Ergebnis vor Steuern von 391 Millionen Euro aus, während in der Vergleichsperiode des Vorjahres noch ein Verlust hingenommen werden musste (1-6 2008: minus 36 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern verbesserte sich auf 13,9 Prozent (1-6 2008: minus 1,7 Prozent) ebenso wie die Cost/Income-Ratio, die nunmehr 18,4 Prozent beträgt.

Die Division CEE konnte über die ersten sechs Monate dieses Jahres ihr operatives Ergebnis erneut um 33 Prozent auf 1.447 Millionen Euro steigern. Aufgrund der mehr als Verdreifachung der Kreditrisikovorsorgen gegenüber der Vorjahresperiode lag ihr Ergebnis vor Steuern mit 721 Millionen Euro aber um 22 Prozent unter dem Vorjahr (1-6 2008: 929 Millionen Euro). Die Eigenkapital¬rentabilität vor Steuern beträgt 14,8 Prozent (1-6 2008: 21,3 Prozent), die Cost/Income-Ratio verbesserte sich dennoch deutlich auf 39,7 Prozent (1-6 2008: 49,1 Prozent).

Die Bank Austria fungiert als Drehscheibe für das Bankennetz der UniCredit Group in Zentral- und Osteuropa. Als Subholding für CEE steuert die Bank Austria das größte Bankennetz in dieser Region, die fast 400 Millionen Einwohner hat. Über 53.000 MitarbeiterInnen in mehr als 4.000 Geschäftsstellen sind mit großem Engagement um hohe Kundenzufriedenheit bemüht und legen dabei Wert auf die Nachhaltigkeit der Kundenbeziehungen und damit des Geschäfts der Bank.

Die Bank Austria ist mit ihrem Engagement in CEE stets als langfristiger Investor aufgetreten, der auf das Potenzial dieser Länder setzt und von den strukturellen Stärken der Region profitiert. Zentral- und Osteuropa ist keine homogene Region. In den letzten Monaten ist klar geworden, dass einige Länder mit den Auswirkungen der Krise stärker zu kämpfen haben als andere. In der momentan schwierigen Zeit hat sich das diversifizierte Bankenmodell der Gruppe als vertrauenswürdig erwiesen.

“Wir sind uns der Risiken in Zentral- und Osteuropa bewusst. Beim Umgang damit konzentrieren wir uns auf Kreditrisikomanagement, genaue und vorausschauende Beobachtung der Liquidität in allen Ländern sowie weitere Kostensenkung, die sich in einer weiter verbesserten Cost/Income Ratio niederschlägt. Obwohl wir erneut eine Steigerung unseres Betriebsergebnisses erzielt haben, drückte die deutlich höhere Kreditrisikovorsorge das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr. Dennoch beweist dieses gute Ergebnis, dass wir optimal positioniert sind und mit den derzeitigen Marktgegebenheiten zurechtkommen”, sagt Federico Ghizzoni, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank Austria.

Die Bilanz
Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 30. Juni 2009 auf 207,7 Milliarden Euro und war damit um 6,5 Prozent niedriger als zum Vorjahresultimo (31.12.2008: 222,2 Milliarden Euro).

Wie schon in der Bilanz zum Jahresende 2008 werden auch im Zwischenabschluss per 30. Juni 2009 zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppen (bewertet mit dem niedrigeren Wert zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) zusammengefasst und gemäß IFRS 5 in je einer aktiv- wie passivseitigen Position „held for sale“ ausgewiesen. Diese Posten umfassen im Wesentlichen die Investmentbank UniCredit CA IB AG und die Card Complete Service Bank AG.

Auf der Aktivseite waren die Kundenforderungen per Ende Juni mit 127,1 Milliarden Euro um 3,7 Prozent niedriger als zum Jahresultimo (31.12.2008: 132 Milliarden Euro), was vor allem auf kurzfristige Dispositionen und Abwertungen von CEE-Währungen zurückzuführen ist. Die Forderungen an Kreditinstitute sanken um 1,4 Milliarden Euro bzw. 7,1 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro (31.12. 2008: 20 Milliarden Euro). Im Rückgang der zur Veräußerung gehaltenen Vermögensgruppen um 5,9 Milliarden Euro oder minus 17,2 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro (31. 12. 2008: 34,1 Milliarden Euro)  spiegelt sich insbesondere das reduzierte Interbankgeschäft der CA IB wider.

Auf der Passivseite trugen das Interbankgeschäft mit minus 4,5 Milliarden Euro und die zur Veräußerung gehaltenen Vermögensgruppen mit minus 8,6 Milliarden am stärksten zu dem absoluten Rückgang der Bilanzsumme um 14,5 Milliarden Euro bei. Die Kundeneinlagen sind um 1,0 Milliarde Euro auf 96,2 Milliarden Euro (31. 12. 2008: 95,2 Milliarden Euro) gestiegen, die verbrieften Verbindlichkeiten um 1,4 Milliarden Euro auf 31,2 Milliarden Euro (31. 12. 2008: 32,6 Milliarden Euro) zurückgegangen. Die Primärmittel, also die Summe aus den beiden Positionen belaufen sich auf 127,4 Milliarden Euro bzw. 61,4 Prozent der Bilanzsumme. Damit waren die Kundenforderungen zu 100 Prozent durch das Primärmittelaufkommen gedeckt.

Die Loan/Deposit-Ratio, also das Verhältnis von Krediten zu Einlagen, verbesserte sich auf 132 Prozent (YE 2008: 138,7 Prozent).

Das Eigenkapital blieb mit 14,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahresultimo 2008 nahezu unverändert (31. 12. 2008: 14,2 Milliarden Euro).
 
Die Eigenmittelquoten per 30. Juni verbesserten sich gegenüber Jahresultimo 2008 deutlich. Die Kernkapitalquote – Tier 1 bezogen auf das Kreditrisiko gemäß Basel II erhöhte sich auf 8,58 Prozent. Die Kernkapitalquote – Tier 1 bezogen auf alle Risiken stieg auf 7,53 Prozent. Die Core Tier 1-Ratio (Kernkapitalquote ohne Hybridkapital bezogen auf alle Risiken) beträgt 7,2 Prozent.

Der Personalstand der Bank Austria Gruppe inklusive der bei Tochtergesellschaften3 der UniCredit Group in Österreich beschäftigten MitarbeiterInnen ist zum 30. Juni 2009 auf 64.372 MitarbeiterInnen (FTE) gesunken (30. Juni 2008 auf 67.462 MitarbeiterInnen). Davon waren 10.881 Vollzeitarbeitskräfte-Äquivalente (FTE) in Österreich und 53.491 in den CEE-Ländern beschäftigt.

 1) Vor Abzug der Minderheitenanteile
 2) Aufgrund von Änderungen im Konsolidierungskreis (Verkauf von Pioneer, AS, BTS, Wave innerhalb der UniCredit Group) wird das Ergebnis 2008 zwecks besserer Vergleichbarkeit pro-forma dargestellt.
 3) AS (Administration Services), BTS (Banking Transaction Services), Pioneer Austria Investment und WAVE wurden konzernintern übertragen

 Tabellen zur Presseaussendung (PDF; 1,6 KB)


Rückfragen: Bank Austria
Communications Austria
Martin Halama, Tel. +43 (0)5 05 05 52371;
E-Mail: martin.halama@unicreditgroup.at

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