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27.11.2019

UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im November:
Schwaches internationales Umfeld sorgt für Fortsetzung des Abschwungs in der österreichischen Industrie

  • Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex verbessert sich im November zum zweiten Mal in Folge, doch mit 46,0 Punkten wird die Wachstumsschwelle bereits seit acht Monaten nicht mehr erreicht 
  • Zunehmende Einbußen im Neugeschäft führen zu etwas stärkerer Rücknahme der Produktionsleistung 
  • Das Tempo des Beschäftigungsabbaus im November ist geringer als im Vormonat 
  • Der Rückgang der Einkaufspreise und der Bestände in den Vormateriallagern verlangsamt sich
  • Erstmals seit fünf Monaten erwarten die heimischen Industriebetriebe auf Jahressicht wieder einen leichten Produktionsanstieg 

 

Die Belastungen durch das schwächelnde internationale Umfeld setzten den heimischen Industriebetrieben im Schlussquartal 2019 weiterhin stark zu. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex erreicht im November 46,0 Punkte und liegt damit bereits seit April unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Allerdings zeigt sich nun den zweiten Monat in Folge eine leichte Verbesserung des Indikators, welche auf ein Nachlassen des Abschwungs der heimischen Industriekonjunktur gegen Jahresende 2019 hinweist“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Damit schlägt die österreichische Industrie die gleiche Richtung wie die gesamteuropäische ein, hinkt aber dem Durchschnitt der Eurozone etwas hinterher. 

„Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Eurozone hat im November etwas an Boden gewonnen und ist auf 46,6 Punkte gestiegen, gestützt auf ein höheres Industriewachstum in Frankreich, das sich in einem Anstieg des französischen Einkaufsmanagerindex auf 51,7 Punkte widerspiegelt. Auch der deutsche Indikator hat sich verbessert, unterschreitet jedoch weiterhin unter anderem aufgrund der Herausforderungen in der Automobilindustrie mit 43,8 Punkten deutlich den europäischen Durchschnitt“, so Bruckbauer. 

Stärkere Auftragsrückgänge als im Vormonat 
Die leichte Verbesserung des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex für die verarbeitende Industrie Österreichs spiegelt sich nicht in allen Teilindizes des Indikators wider. „Die heimischen Betriebe haben im November die Produktionsleistung erneut leicht reduziert. Der Produktionsindex sank auf 46,8 Punkte, den zweitniedrigsten Wert seit sieben Jahren. Die österreichische Industrie musste die Produktionsleistung an die wieder stärker sinkenden Neuaufträge anpassen“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Das rückläufige Neugeschäft hat zu einer Verringerung der vorliegenden Auftragsbestände in der heimischen Industrie beigetragen. Die Betriebe haben deshalb ihre Einkaufsmenge noch stärker reduziert. Ein kleiner Lichtblick im aktuellen Auftragsumfeld ist einzig der verlangsamte Rückgang der Exportaufträge sowie das Tempo der Verkürzung der Lieferzeiten, welches sich gegenüber dem Vormonat nicht mehr weiter erhöht hat. 

Weiter sinkende Preise 
In dem von Unsicherheiten geprägten schwachen Nachfrageumfeld haben die heimischen Betriebe erneut hohe Anstrengungen unternommen, um die Lagerkosten zu reduzieren. Während die Bestände in den Verkaufslagern bedingt durch den weiter nachlassenden Absatz leicht zunahmen, wurden die Lagerbestände an Vormaterialien und Rohstoffen im November wieder stark verringert, wenn auch nicht mehr mit einer so hohen Rate wie im Vormonat. Der geringere Bedarf an Vormaterialien und Rohstoffen für die Produktion hat erneut zu einem starken Preisverfall beigetragen. 

Seit einem halben Jahr gehen die Einkaufspreise mittlerweile zurück, wenn auch das Tempo des Preisrückgangs im November etwas nachgelassen hat. „Die Verkaufspreise sanken im schwachen Nachfrageumfeld etwas rascher als im Vormonat. Im Durchschnitt sorgten die Preistrends dank des Preisverfalls im Einkauf dennoch wieder für eine leichte Verbesserung der Ertragslage der heimischen Betriebe. Allerdings fiel der positive Effekt deutlich geringer aus als in den vergangenen Monaten“, meint Pudschedl. 

Beschäftigungsrückgang etwas verlangsamt 
Das zähere Neugeschäft und die Zurücknahme der Produktion führten abermals zu Jobverlusten in der österreichischen Industrie. „Bereits den fünften Monat in Folge haben die befragten Industriebetriebe im November die Beschäftigung im Vergleich zum Vormonat abgebaut, wenn auch erstmals mit nachlassendem Tempo“, meint Pudschedl. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Beschäftigung in Österreichs Industrie vorerst noch an. Bis zum Jahresende wird das durchschnittliche Plus aufgrund des eingesetzten negativen Trends von derzeit noch 1,8 Prozent auf rund 1,6 Prozent absinken. Das bedeutet, dass im Jahresdurchschnitt 2019 rund 625.000 Menschen im Sektor beschäftigt sein werden, um fast 15.000 mehr als im Jahr davor. Nachdem 2017 und 2018 die Beschäftigungsdynamik in der heimischen Sachgütererzeugung höher als in der Gesamtwirtschaft war und damit maßgeblich zum Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Arbeitslosenquote beigetragen hat, wird im Jahr 2019 der Anstieg der Industriebeschäftigung nur noch durchschnittlich ausfallen. 

Anhaltender Abschwung, doch ein paar positive Signale 
Trotz der erneuten leichten Verbesserung zeigt der aktuelle UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex für die österreichische Industrie nunmehr den achten Monat in Folge einen Wert unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten an. Die Auftragslage verschlechterte sich weiter und die Produktion wurde beschleunigt zurückgefahren. Dennoch zeigt die aktuelle Umfrage auch einige positive Entwicklungen, die rund um den Jahreswechsel auf eine Verlangsamung des Konjunkturabschwungs in der heimischen Industrie hinweisen. 

Dazu trägt insbesondere das externe Umfeld bei, was auch in einer leichten Verbesserung des Einkaufsmanagerindex der Eurozone sowie in deren Hauptmärkten zum Ausdruck kommt. Dazu passt auch die Verlangsamung des Rückgangs der Exportaufträge in der heimischen Industrie. Allerdings hat sich das Verhältnis von Auftragseingang zu Lagerbestand wieder etwas verschlechtert, da der Index der Auftragseingänge leicht von 45,3 auf 44,8 Punkte gesunken ist, während der Index für die Verkaufslager von 49,5 auf 51,2 Punkte anstieg. Die Verkaufslager sind demnach stark genug befüllt, um das gesunkene Neugeschäft erfüllen zu können, sodass in den kommenden Monaten die Produktion und die Beschäftigung wohl weiter nach unten zurückgehen werden. 

„Trotz der aktuellen Verbesserung des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex stehen die heimischen Industriebetriebe weiterhin einem sehr fordernden globalen Umfeld gegenüber, das für die kommenden Monate eine Fortsetzung des Konjunkturabschwungs erwarten lässt, wenn auch das Tempo etwas nachlassen dürfte. Gegenüber den Vormonaten haben sich jedoch die mittelfristigen Aussichten verbessert. Die heimischen Betriebe rechnen erstmals seit dem Frühjahr wieder auf Jahressicht mit einem Produktionswachstum“, meint Bruckbauer abschließend. 

Tabellen

Rückfragen:  
UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at