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29.01.2019

UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Jänner:
Industriekonjunktur verliert in Österreich zu Jahresbeginn 2019 weiter an Schwung

  • Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex sinkt im Jänner auf 52,7 Punkte, den niedrigsten Wert seit 30 Monaten
  • Die Binnenkonjunktur kann negative externe Einflüsse nicht mehr kompensieren: Erstmals seit drei Jahren nehmen Neuaufträge in der Industrie ab, gebremst vor allem durch die schwächere Auslandsnachfrage
  • Um Auftragsrückstände abzuarbeiten wurde die Produktionsleistung im Jänner dennoch mit unverminderten Tempo ausgeweitet und es entstehen weiterhin neue Jobs in der Industrie
  • Ölpreisrückgang dämpft Anstieg der Einkaufspreise, dennoch keine Verbesserung der Ertragslage der heimischen Betriebe · Mittelfristige Geschäftserwartungen nehmen wieder leicht zu: Industriewachstum stabilisiert sich 2019 bei bis zu 3 Prozent

Die Abschwächung der Industriekonjunktur in Österreich setzt sich fort. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist zu Beginn des Jahres 2019 auf 52,7 Punkte gesunken. Damit startet die heimische Industrie mit dem geringsten Wachstumstempo seit drei Jahren ins neue Jahr. Seit dem mit 

64,3 Punkten erreichten Allzeithoch zum Jahreswechsel 2017/18 zeigt der Trend kontinuierlich nach unten. Der Indikator liegt jedoch auch aktuell noch über dem langjährigen Durchschnittswert“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. 

Während der deutsche Einkaufsmanagerindex für die Industrie zu Jahresbeginn 2019 erstmals seit mehr als vier Jahren unter die Neutralitätsgrenze von 50 Punkten gefallen ist, liegt der Indikator für Österreich weiterhin in einem Wertebereich der Wachstum anzeigt. Auch der Durchschnitt der Eurozone wird von der heimischen Industrie seit mittlerweile drei Jahren ununterbrochen übertroffen und dies zuletzt sogar mit größerem Abstand. „Auch nach dem Rückgang des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Jänner befindet sich die österreichische Industrie auf Wachstumskurs“, kommentiert Bruckbauer die jüngsten Ergebnisse der monatlichen Umfrage unter heimischen Industrieunternehmen und ergänzt: „Die heimische Industrie bekommt jedoch die negativen Einflüsse aus dem Ausland mittlerweile stärker zu spüren.” Stabil hohe Auftragsrückstände haben eine fortgesetzte Produktionsausweitung nach sich gezogen, wobei sich das Tempo des Jobaufbaus kaum verringerte, obwohl erstmals seit drei Jahren die Neuaufträge gegenüber dem Vormonat leicht gesunken sind. 

Erstmals seit drei Jahren weniger Neugeschäft
Seit dem Herbst 2018 nehmen die Exportaufträge Monat für Monat immer stärker ab. Die Nachfrage aus dem Inland konnte in den vergangenen Monaten den Rückgang weitgehend ausgleichen, doch mittlerweile ist der Auftragsausfall aus dem Ausland zu stark geworden. „Den vierten Monat in Folge ist im Jänner 2019 das Exportneugeschäft gesunken. Der monatliche Rückgang ist der stärkste seit dem Herbst 2012, also seit über sechs Jahren. Damit hat sich erstmals seit 36 Monaten auch das gesamte Neugeschäft rückläufig entwickelt“, meint UniCredit Ökonom Walter Pudschedl und ergänzt: “Trotz des Auftragsrückgangs haben die heimischen Betriebe die Produktion zu Beginn 2019 mit sogar leicht erhöhtem Tempo ausgeweitet, da hohe Auftragsrückstände bestehen.“ Neben den weiter zunehmenden Auftragsrückständen weisen auch die noch immer länger werdenden Lieferzeiten auf den nur langsamen Abbau bestehender Kapazitätsengpässe in der heimischen Industrie hin. 

Weiter starkes Beschäftigungswachstum, aber Tempo lässt nach
Die Abschwächung der Industriekonjunktur findet am Arbeitsmarkt ihren Niederschlag. Im Gesamtjahr 2018 ist die Beschäftigung in der Sachgütererzeugung um 3,1 Prozent gestiegen. Mehr als 18.600 neue Jobs sind im Sektor zusätzlich entstanden. In der zweiten Jahreshälfte fiel das Tempo des Beschäftigungsaufbaus allerdings bereits niedriger aus. Im Jänner ist der Beschäftigtenindex auf 55,3 Punkte gesunken, den niedrigsten Wert seit Anfang 2017, und lässt damit eine weitere Verlangsamung des Beschäftigungswachstums im Jahr 2019 erwarten. „Nach dem starken Rückgang im Jahresdurchschnitt 2018 auf nur 3,8 Prozent wird sich die Arbeitslosenquote in der Sachgütererzeugung 2019 weiter in Richtung 3,5 Prozent verringern. In der oberösterreichischen, Tiroler und steirischen Industrie ist die Arbeitslosigkeit besonders niedrig. Der starke Anstieg der offenen Stellen nicht nur in diesen Bundesländern und das relativ geringe verfügbare Angebot an Arbeitskräften vor allem im Fahrzeugbau, der Metallbearbeitung und im Maschinenbau machen deutlich, dass 2019 die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften in ausreichender Anzahl zu einer großen Herausforderung für die heimischen Betriebe wird“, so Pudschedl. 

Preisauftrieb hat nachgelassen, stark im Einkauf, kaum im Verkauf 
Der Anstieg der Preise im Einkauf für Vormaterialien und Rohstoffe hat sich im Jänner abermals stark verringert. Neben der schwächeren Industriekonjunktur, die nachfragebedingt etwas Aufwärtsdruck von den Preisen vieler Rohstoffe nimmt, war erneut der starke Preisverfall von Rohöl für die aktuelle Entwicklung ausschlaggebend. „Während sich der durchschnittliche Preisauftrieb bei Rohstoffen und Vormaterialien im Jänner deutlich verlangsamt hat, veränderte sich das vergleichsweise geringere Tempo der Preisanhebungen im Verkauf kaum. Folglich ergab sich keine Entlastung der heimischen Betriebe. Die Ertragslage hat sich im Durchschnitt angesichts der immer noch hohen Kostendynamik im Einkauf und nachfragebedingter Zurückhaltung bei der Anpassung der Verkaufspreise zu Beginn des Jahres nicht verbessert“, so Pudschedl. 

Abschwächung, aber kein Einbruch
Mit dem erneuten Rückgang des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerindex im Jänner um immerhin 1,2 Punkte gegenüber dem Vormonat setzt sich der vor einem Jahr begonnene Abschwung der Industriekonjunktur fort. Der Indikator kommt der Neutralitätslinie von 50 Punkten, bis zu der Wachstum angezeigt wird, mittlerweile recht nahe. Sorgen über einen unmittelbar bevorstehenden deutlichen Einbruch der heimischen Industrie nehmen zu, angesichts stark rückläufiger Exportaufträge und eines verschlechterten internationalen Umfelds. 

Nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria sprechen allerdings einige Faktoren für eine Stabilisierung der Industriekonjunktur in Österreich 2019 und gegen einen Einbruch. Erstens sitzen die österreichischen Betriebe auf wachsenden Auftragspolstern, die aufgrund von bestehenden Kapazitätsengpässen nur langsam abgearbeitet werden können, was sich auch im starken Beschäftigungsaufbau widerspiegelt. Zweitens steigern die Betriebe ihre Bezugsmenge an Rohstoffen und Vormaterial noch immer und die Lager für Vormaterialien werden noch aufgebaut. Drittens stiegen die 

Bestände in den Verkaufslagern bei unverändert starker Produktionsausweitung im Jänner nicht an, was auf eine vorerst weiterhin gesunde Nachfrage hinweist. Letztlich scheint der aktuell besonders starke Rückgang der Exportaufträge, wodurch auch das gesamte Neugeschäft ins Minus rutschte, auch mit Problemen in der Autoindustrie aufgrund neuer Abgastests in Zusammenhang zu stehen. Daher dürften die aktuellen Auftragsdaten die Abschwächungstendenz der Industriekonjunktur derzeit überzeichnen. 

Gegen einen bevorstehenden Einbruch der Industriekonjunktur spricht auch der erneute Anstieg der Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist. Der Optimismus der heimischen Betriebe nimmt seit dem Dezember wieder zu, wenn auch eher nur maßvoll, wie der im langjährigen Vergleich unter dem Durchschnitt liegende Indexwert von 54,6 Punkten anzeigt. In der Eurozone werden die mittelfristigen Geschäftsaussichten der Betriebe mit 57,8 Punkten sogar etwas höher eingeschätzt. „Nach einem Anstieg der Industrieproduktion um knapp über 3,5 Prozent im Jahr 2018 erwarten wir für 2019 zwar eine Verlangsamung der Industriekonjunktur, sehen jedoch trotz der aktuell ungünstigen Auftragsentwicklung keinen Einbruch bevorstehen. Wir gehen von einem moderaten Wachstumskurs der heimischen Industrie für 2019 mit einem Plus von bis zu 3 Prozent aus, wenngleich die Prognoserisiken im aktuellen Umfeld eher nach unten weisen“, meint Bruckbauer abschließend. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte und vor allem 2020 muss mit noch mehr internationalem Gegenwind für die exportorientierte heimische Industrie gerechnet werden. 

Tabellen

Rückfragen:    
UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at