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Presseinformation

16.01.2017

Bank Austria Konjunkturindikator:
Neues Jahr startet mit kräftiger Konjunkturaufhellung

  • Bank Austria Konjunkturindikator startet mit guten Aussichten ins neue Jahr: Anstieg im Dezember 2016 erstmals seit Mitte 2011 auf Fünfjahreshoch
  • Spürbar bessere Stimmung der heimischen Konsumenten zum Jahresausklang bestimmend für Indikatoranstieg
  • Nach 1 Prozent 2015 ermöglicht ein kräftiges Plus im Schlussquartal 2016 ein Wirtschaftswachstum von geschätzten 1,5 Prozent
  • 2017 startet schwungvoll: Jahres-BIP-Anstieg von 1,6 Prozent erwartet, Binnennachfrage trägt Erholung weiter, Exportaussichten verbessert
  • Österreichs Inflation weiter im EU-Spitzenfeld: Nach 0,9 Prozent im Jahresdurchschnitt 2016 Verdoppelung der Teuerung 2017 auf 1,8 Prozent
  • Ölpreisanstieg erhöht Heizöl- und Treibstoffausgaben der betroffenen österreichischen Haushalte 2017 um durchschnittlich 140 bzw. 120 Euro

Die österreichische Wirtschaft hat das alte Jahr schwungvoll abgeschlossen. Der konjunkturelle Rückenwind der vergangenen Monate hat sich gegen Ende 2016 sogar noch gesteigert. „Der Bank Austria Konjunkturindikator ist im Dezember 2016 auf 2,2 Punkte gestiegen. Er erreicht damit den höchsten Wert seit mehr als fünf Jahren. Die österreichischen Konsumenten und Produzenten blicken optimistisch ins Jahr 2017“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Im vierten Quartal 2016 kletterte der Indikator auf durchschnittlich 1,9 Punkte. „Aufgrund des kräftigen Aufwärtstrends des Bank Austria Konjunkturindikators im Schlussquartal auf ein Fünfjahreshoch gehen wir davon aus, dass die österreichische Wirtschaft im vierten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorquartal deutlich zulegen konnte“, analysiert Bruckbauer und ergänzt: „Trotz der vielen politischen Verunsicherungen insbesondere in der zweiten Jahreshälfte erreichte das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2016 geschätzte 1,5 Prozent und übertraf damit klar das Plus von 1 Prozent im Jahr davor.“

Konjunkturstimmung in Österreich derzeit besser als im europäischen Durchschnitt
Die österreichische Wirtschaft startet unter deutlich verbesserten Rahmenbedingungen ins neue Jahr. „Der Anstieg des Bank Austria Konjunkturindikators im Dezember war ganz entscheidend von einer Aufhellung der Stimmung der heimischen Konsumenten bestimmt. Nach zwei Jahren, geprägt von zunehmendem Pessimismus, haben die heimischen Verbraucher, unterstützt von den positiven Auswirkungen der Steuerreform und der Stabilisierung der Lage am Arbeitsmarkt 2016, wieder an Zuversicht gewonnen. Die Konsumentenstimmung ist zum Jahreswechsel erstmals seit Ende 2014 sogar besser als im europäischen Durchschnitt“, meint Bruckbauer.

Diese Stimmungsaufhellung findet in einer höheren Konsumnachfrage ihren Niederschlag, der Dienstleistungssektor spürt folglich weiter Aufwind. Die Geschäftsaussichten am Bau haben sich, gestützt durch eine zufriedenstellende Auftragslage gegen Jahresende, auf gutem Niveau stabilisiert. Im Dezember leicht rückläufig ist dagegen der Optimismus in der heimischen Industrie, weiterhin wird die Lage im Vergleich zu den Vorjahren aber überdurchschnittlich gut eingeschätzt.

„Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hat sich im Verlauf des Jahres 2016 deutlich verbessert. Erstmals seit zwei Jahren ist sie über alle Sektoren gerechnet sogar besser als im europäischen Durchschnitt“, so Bruckbauer. Nur die heimische Industrie hat diesbezüglich derzeit geringen Aufholbedarf. Der Aufwind des mit dem österreichischen Außenhandel gewichteten Werts des internationalen Industrievertrauens, ausgelöst durch positive Impulse der US-Wirtschaft, einiger Schwellenländer und auch der meisten europäischen Partnerländer, sollte die exportorientierte heimische Industrie jedoch schon bald stimmungsmäßig wieder zu Europa aufschließen lassen.

Konjunktur bleibt zu Beginn 2017 kräftig
Zu Beginn des Jahres 2017 bleibt nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria die Konjunktur gut in Fahrt. Die Binnennachfrage wird das Wirtschaftswachstum weiter antreiben. Die Unterstützung des Konsums durch die Steuerreform 2016 wird im Verlauf des Jahres jedoch nachlassen. Zudem wird die höhere Inflation die Inlandsnachfrage belasten. Auch die Investitionen werden in einem von einer Reihe politischer Unsicherheiten geprägten Umfeld den Schwung aus dem Vorjahr nicht halten können.

Die jüngsten Vorlaufindikatoren deuten darauf hin, dass die internationale Konjunktur jedoch seit einigen Wochen an Schwung gewinnt. Die Konjunkturlage in vielen Wachstumsmärkten verbessert sich und die US-Wirtschaft wird 2017 durch fiskalische Impulse zusätzlich befeuert werden. Die Aussichten für den globalen Handel haben sich verbessert. Die österreichische Wirtschaft sollte davon profitieren. „Nachdem 2016 ausschließlich die Inlandsnachfrage das Wirtschaftswachstum getragen hat, wird 2017 der Außenhandel wieder spürbar zum BIP-Anstieg in Österreich beitragen. Insgesamt erwarten wir für 2017 mit 1,6 Prozent sogar ein etwas höheres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr. Die etwas stärkere globale Nachfrage wird der heimischen Exportwirtschaft mehr Unterstützung als im Vorjahr bieten und den nachlassenden Rückenwind durch Konsum und Investitionen kompensieren“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Die mit den Prognosen verbundenen Abwärtsrisiken sind höher als 2016 einzuschätzen, angesichts von Unsicherheiten wie den bevorstehenden Verhandlungen über den „Brexit“, wirtschaftspolitische Überraschungen im Zuge der US-Präsidentschaft von Donald Trump, insbesondere in Hinblick auf mögliche zunehmende protektionistische Tendenzen mit Auswirkungen auf den Welthandel und auf die Konjunktur in den Schwellenländern sowie Wahlentscheidungen in Europa, unter anderem in Frankreich und Deutschland. Im kommenden Jahr 2018 wird die Wirtschaft nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria geringfügig an Tempo verlieren. Die Verlangsamung des BIP-Anstiegs auf 1,4 Prozent ist auf eine weitere Abschwächung der Inlandsnachfrage zurückzuführen, während die leichte Aufwärtstendenz im Export anhalten sollte.

Steigender Ölpreis belastet Konsumenten
Mit der Trendwende bei den Rohölpreisen hat die Inflation zum Jahresausklang 2016 spürbar angezogen. Im Dezember betrug die Inflation ca. 1,5 Prozent im Jahresvergleich. „Im Jahresdurchschnitt 2016 betrug der Anstieg der Verbraucherpreise nur geschätzte 0,9 Prozent. Damit zählt Österreich jedoch 2016 wie schon in den Vorjahren auch zu den Ländern mit der höchsten Teuerung im Euroraum – übertroffen nur von Belgien“, fasst Pudschedl zusammen. Im Euroraum sind die Preise 2016 im Durchschnitt um 0,2 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Der Aufschlag in Österreich ist vor allem auf stärkere Preissteigerungen von Dienstleistungen wie Bewirtung sowie Freizeit und Kulturangebote zurückzuführen. Zudem schlugen sich etwas stärkere Mieterhöhungen ungünstig nieder.

Der Aufwärtstrend der Inflation wird sich zumindest bis zum Frühjahr fortsetzen und sich erst dann auf einem Niveau von knapp unter 2 Prozent im Jahresvergleich stabilisieren. „Für 2017 rechnen wir mit einer Verdoppelung der Inflation auf 1,8 Prozent. Mit der Preisdynamik der Rohstoffe und der derzeitigen Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar ist der stärkere Preisauftrieb im Jahr 2017 überwiegend auf externe Faktoren zurückzuführen. Der nachfragebedingte Preisdruck bleibt dagegen stabil, die Kerninflation wird weiter bei rund 1,5 Prozent liegen“, so Pudschedl.

Unter der Annahme eines weiter leicht anziehenden Ölpreises auf etwa 60 US-Dollar pro Barrel Ende des Jahres wird der durchschnittliche Ölpreis 2017 gerechnet in Euro um rund 30 Prozent über dem Jahresdurchschnittswert von 2016 liegen. Damit sorgt der Ölpreis 2017 allein für einen Inflationsauftrieb von rund ½ Prozentpunkt. Dagegen hatte die Ölpreisdynamik 2016 die Teuerung in Österreich um 0,3 Prozentpunkte gedämpft. Jeder österreichische Autofahrer-Haushalt muss durch den höheren Ölpreis im Jahresdurchschnitt 2017 mit rund 120 Euro an zusätzlichen Treibstoffkosten rechnen. Für die rund 15 Prozent der Haushalte, die Ölheizungen verwenden, ergibt sich eine finanzielle Mehrbelastung durch den höheren Heizölpreis von jeweils sogar mehr als 140 Euro pro Jahr. Die Ausgaben der österreichischen Haushalte für Heizöl und Treibstoffe werden trotz der Mehrbelastung gegenüber dem Vorjahr jedoch noch immer geringer sein als im Jahresdurchschnitt 2015.

Tabellen und Grafiken

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at