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Presseinformation

29.11.2016

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im November:
Deutlicher Rückenwind für Österreichs Industrie

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex steigt im November mit 55,4 Punkten auf höchsten Wert seit mehr als fünf Jahren
  • Exportnachfrage zieht an, Tempo der Produktionsausweitung erhöht
  • Stärkster Beschäftigungsanstieg seit 2011
  • Wachstumsprognose 2016 für Industrieproduktion von 2 auf 2,5 Prozent erhöht, doch Unsicherheiten belasten Ausblick für 2017

Die Industriekonjunktur gewinnt in Österreich knapp vor dem Jahreswechsel deutlich an Fahrt. "Das relativ bescheidene Erholungstempo in der Industrie in den vergangenen zwei Jahren hat sich zum Jahreswechsel 2016 klar beschleunigt. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im November um 1,5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 55,4 gestiegen. Damit erreicht der Indikator den höchsten Wert seit über fünf Jahren", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Angesichts der Unsicherheiten rund um das Thema Brexit hat sich die Industrieerholung bereits in den vergangenen Monaten erstaunlich robust gezeigt und präsentiert sich nun nach dem überraschenden Wahlausgang in den USA sogar noch dynamischer. "Die heimischen Industriebetriebe haben im November starken Rückenwind aus dem Ausland erhalten. Die deutlich verbesserte Auftragslage führte zu Produktionsausweitungen, die mehr Personal erforderten", so Bruckbauer. Auch in den aktuellen Preis- und Lagertrends machte sich der Aufwärtstrend in der Industrie bemerkbar.

Vor allem die kräftige Ausweitung der Produktion spiegelt die Konjunkturverbesserung in der heimischen Industrie im November wider. "Der beschleunigte Anstieg der Produktionsleistung der österreichischen Industriebetriebe knapp vor Jahresende ist eine unmittelbare Folge der spürbar gestiegenen Nachfrage. Die Aufhellung der Konjunkturstimmung in den vergangenen Monaten stellte die Weichen für mehr Neuaufträge aus dem Inland. Daneben gab es im November vor allem auch einen Anstieg der Aufträge aus dem Ausland ", so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die Auftragsbücher füllten sich mit Auslandsaufträgen so rasch, wie zuletzt vor rund zwei Jahren. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Neu- und Folgeaufträge konnten die Produktionskapazitäten nicht rasch genug angepasst werden, so dass die Auftragspolster spürbar anstiegen.

Angesichts der verbesserten Nachfragelage haben die heimischen Industriebetriebe ihre Personalkapazitäten den höheren Produktionserfordernissen angepasst. Seit Mitte des laufenden Jahres entstehen in der Industrie jeden Monat neue Jobs. Im November nahm die Beschäftigung im Monatsvergleich sogar so rasch zu, wie zuletzt vor mehr als fünf Jahren. "Dank des kräftigen Beschäftigungsanstiegs in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere knapp vor dem Jahresende werden in der Industrie im Jahr 2016 mit durchschnittlich 593.000 Arbeitskräften etwas mehr Menschen beschäftigt sein als im Vorjahr. Nach zwei Jahren in Folge mit einem Beschäftigungsrückgang sind in der Industrie zwar erstmals wieder neue Jobs entstanden, der Anstieg bleibt jedoch klar hinter dem kräftigen Plus von 1,4 Prozent in der Gesamtwirtschaft zurück", analysiert Pudschedl. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Industrie als Arbeitgeber nimmt damit weiter zugunsten des Dienstleistungssektors ab.

In den aktuellen Preistrends schlägt sich der Aufwind in der Industrie spürbar nieder. "Aufgrund der zunehmenden Nachfrage haben sich viele Vormaterialien und Rohstoffe, wie z.B. auch Öl, verteuert. Die Kostenbelastung, die schon in den vergangenen Monaten für die heimischen Industriebetriebe aufgrund steigender Einkaufspreise spürbar war, hat sich im November somit noch erhöht", meint Pudschedl. Allerdings konnten die Produzenten trotz des starken Wettbewerbs erstmals seit dem Frühjahr eine geringere Anhebung der Verkaufspreise durchsetzen.

Die Stärke des konjunkturellen Rückenwinds im November hat die österreichischen Industriebetriebe offenbar etwas überrascht. Die Einkaufsmenge wurde zwar stark erhöht, aufgrund der hohen Produktionserfordernisse gingen die Bestände an Vormaterialien dennoch deutlich zurück. Auch die Bestände in den Verkaufslagern reduzierten sich mit höherem Tempo als bisher, dennoch nahmen die durchschnittlichen Lieferzeiten stark zu.

Der Anfang 2015 eingesetzte moderate Aufwärtstrend in der österreichischen Industrie hat sich mit Jahresende 2016 merklich beschleunigt. Das aktuelle Umfrageergebnis unter Österreichs Einkaufsmanagern enthält ausschließlich positive Konjunktursignale und auch das Verhältnis zwischen Neuaufträgen und Lagerbestand, weist darauf hin, dass die Stärke der Nachfrage unter Berücksichtigung der vorhandenen Lagerkapazitäten voraussichtlich zu weiteren Produktionsanstiegen im Vergleich zum jeweiligen Vormonat führen wird. Optimistisch stimmt vor allem auch das kräftige Lebenszeichen der Exportnachfrage. Die Industriekonjunktur profitiert nun nicht mehr allein von der Investitionsnachfrage im Inland, sondern zum ersten Mal in diesem Jahr auch spürbar von Exportaufträgen, so dass das gute Erholungstempo des Sektors auch über den Jahreswechsel 2016/17 anhalten dürfte.

"Aufgrund der Beschleunigung des Wachstumstempos in der Industrie gegen Jahresende rechnen wir für das Gesamtjahr 2016 nunmehr mit einem klar höheren Produktionsanstieg als im Vorjahr. Wir haben unsere Wachstumsprognose für die Industrie von 2 auf 2,5 Prozent real erhöht", so Bruckbauer. Trotz der bestehenden Unsicherheiten durch die Brexit-Entscheidung der Briten oder das überraschende Wahlergebnis in den USA schätzen die Ökonomen der Bank Austria die Wachstumsaussichten für die österreichische Industrie auch für den Jahresbeginn 2017 optimistisch ein.

Tabellen (PDF; 221 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at