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Presseinformation

15.11.2016

Bank Austria Konjunkturindikator:
Konjunktur in Österreich gewinnt zum Jahresende an Fahrt

  • Österreichs Wirtschaft erhöht Wachstumstempo: Bank Austria Konjunkturindikator steigt mit 1,8 Punkten im Oktober auf höchsten Wert seit drei Jahren
  • Konjunkturstimmung in Österreich hat sich auf breiter Basis verbessert und auch internationales Umfeld legt zu
  • BIP-Steigerung von 1,5 Prozent ist 2016 dank solidem Schlussquartal erreichbar – nach 1 Prozent im Jahr 2015
  • Trotz steigender Inflation wird eine Verlängerung des Wertpapierankaufsprogramms der EZB erwartet – auch Leitzins 2017 voraussichtlich unverändert

Gegen Ende des heurigen Jahres gewinnt die heimische Konjunktur an Schwung. "Nach einem uneinheitlichen, sehr moderaten Aufwärtstrend in den vergangenen Monaten hat der Bank Austria Konjunkturindikator im Oktober spürbar zugelegt. Mit 1,8 Punkten ist der Indikator sogar auf den höchsten Wert seit rund drei Jahren geklettert", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Die klare Aufwärtsbewegung des Bank Austria Konjunkturindikators ist auf eine Aufhellung der Konjunkturstimmung in Österreich auf breiter Basis zurückzuführen. "Erstmals seit fast drei Jahren haben sich alle Teilkomponenten des Bank Austria Konjunkturindikators gegenüber dem Vormonat verbessert. Die Konsumenten sind zuversichtlicher geworden, Industrie, Bau und Dienstleistungssektor spüren mehr Rückenwind. Wir erwarten für das Schlussquartal 2016 deshalb eine Fortsetzung der Konjunkturerholung in Österreich", zeigt sich Bruckbauer zuversichtlich.

Stärkstes Wirtschaftswachstum im Jahresvergleich im Schlussquartal zu erwarten
Die positiven Auswirkungen der Steuerreform auf den privaten Konsum, unterstützt durch die trotz leichter Aufwärtsbewegung weiterhin niedrige Inflation, sowie der anhaltende Aufschwung der Anlageinvestitionen sorgen weiter für Auftrieb. Dagegen kann der Außenhandel auch zum Jahresende nicht zum Wachstum beitragen, da dem leicht verbesserten Exportnachfrageumfeld auch ein zunehmender Importbedarf gegenübersteht. "Die Inlandsnachfrage gibt der Konjunktur in Österreich auch zum Jahresende 2016 den Rückhalt für ein solides Wachstumstempo, das mit 1,7 Prozent im Jahresvergleich sogar das stärkste des laufenden Jahres sein könnte. Wir gehen daher weiterhin von einem Anstieg des BIP im Gesamtjahr 2016 von 1,5 Prozent aus", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Das Wirtschaftswachstum wird 2016 damit klar höher als der Anstieg von 1 Prozent im Vorjahr ausfallen.

Inlandsnachfrage bleibt 2017 bestimmende Kraft
Die österreichische Wirtschaft wird 2017 auf einem soliden Erholungskurs bleiben, doch die Wachstumsrisiken haben sich nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria erhöht. Der Rückenwind durch niedrige Rohstoffpreise, die Euro-Abwertung und eine sehr entgegenkommende Geldpolitik verliert im kommenden Jahr an Kraft. Die Verunsicherung durch die Brexit-Entscheidung der Briten, den Präsidentenwechsel in den USA und auch die Bundestagswahlen in Deutschland könnten sich niederschlagen. Die Investitionstätigkeit in Österreich wird 2017 etwas an Schwung verlieren. Während die Aussichten für Bauinvestitionen zumindest stabil günstig sind, ist dies dem geringeren Auftrieb der Anlageinvestitionen geschuldet. Der private Konsum bleibt unterstützt durch die starke Beschäftigungszunahme eine wichtige Triebkraft des Wirtschaftswachstums, allerdings ist für 2017 eine verhaltenere Dynamik als im laufenden Jahr in Sicht. Die positiven Effekte der Steuerreform wirken zwar noch nach, werden aber nachlassen. Zudem wird die höhere Inflation die Kaufkraft belasten, zumal die bisher ausgehandelten Lohnabschlüsse keinen vollständigen realen Ausgleich bringen dürften.

Die Inlandsnachfrage wird 2017 der einzige Wachstumsträger der österreichischen Wirtschaft bleiben, denn der externe Sektor dürfte weiterhin keinen Beitrag leisten können. Die Aussichten für den Export sind angesichts zunehmender protektionistischer Maßnahmen im Welthandel, steigender Verunsicherungen und unveränderter geopolitischer Belastungen verhalten, wenn auch die Emerging Markets eine positive Nachfrageüberraschung liefern könnten. Dem steht angesichts des anhaltenden Aufwinds der Investitionen und des Konsums jedenfalls ein weiter steigender Importbedarf der österreichischen Wirtschaft gegenüber. "Aufgrund der nachlassenden Stärke der Inlandsnachfrage und der anhaltend ruhigen Exporte erwarten wir für 2017 ein schwächeres Wirtschaftswachstum als im Jahr 2016. Angesichts der sich derzeit verbessernden Konjunkturstimmung und des sich gegenüber den zunehmenden Verunsicherungen erstaunlich robust zeigenden Wachstumskurses ist 2017 gleichwohl mit einem Wachstum über einem Prozent zu rechnen", so Pudschedl

Keine Leitzinsanhebung in Eurozone 2017, Chancen auf Zinsschritt in USA gestiegen
Die Inflation befindet sich nach einer stabilen Niedrigphase in Österreich zur Jahresmitte seit September im Anstieg. Der nachlassende Dämpfungseffekt des starken Ölpreisrückgangs im Vorjahr sowie die Trendwende bei den Rohstoffpreisen haben die Teuerung im Oktober über die Marke von 1 Prozent im Jahresvergleich gehoben und werden auch in den kommenden Monaten für Auftrieb sorgen. "Für das Gesamtjahr 2016 erwarten wir – wie im Vorjahr - eine durchschnittliche Inflationsrate von 0,9 Prozent. Allerdings wird der Aufwärtstrend, der seit September bemerkbar ist, in den kommenden Monaten anhalten. 2017 wird sich daher die Teuerung mit 1,8 Prozent im Gesamtjahr voraussichtlich verdoppeln", meint Bruckbauer.
Da die Kerninflationsrate in Österreich, wie insgesamt in der Eurozone, weitgehend stabil bleibt, wird die EZB die steigende Gesamtinflation im Jahr 2017 voraussichtlich entspannt beobachten. "Für Dezember erwarten wir unbehelligt von der steigenden Inflation, dass die EZB eine weitere geldpolitische Lockerung ankündigt. Das bestehende Wertpapierankaufprogramm wird voraussichtlich über das Frühjahr 2017 hinaus verlängert werden. Zudem gehen wir davon aus, dass die europäischen Leitzinsen 2017 nicht verändert werden", meint Bruckbauer. In den USA hat die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung der Fed im Dezember entgegen der bisherigen Einschätzung erhöht. Der erwartete Zinserhöhungspfad könnte, abhängig von der Entwicklung am Aktienmarkt, sogar etwas steiler verlaufen als bisher angenommen.

Tabellen (PDF; 208 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at