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Presseinformation

12.10.2016

Bank Austria Branchenüberblick:
Österreichs Branchenklima klart im Herbst auf

  • Beschäftigungsentwicklung signalisiert in allen zentralen Sektoren eine stabile Konjunkturentwicklung
  • Industrie erwartet 2016 eine moderate Wachstumsbeschleunigung auf rund 2 Prozent
    Bauunternehmen beurteilen die aktuelle Auftragslage optimistischer
  • Handel bleibt vorsichtig, das Branchenklima ist in diesem Bereich abgekühlt
    Dienstleistungsnachfrage gewinnt an Tempo

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragungen vom September 2016 zeichnen im Vergleich zu den Vormonaten ein stabileres Konjunkturbild, in dem allerdings stärkere Wachstumsimpulse fehlen: "Das Vertrauen der Industrie in die Geschäftsentwicklung hat sich im September bei der Mehrzahl der Unternehmen wieder verbessert. Da aber einzelne große Branchen, beispielsweise die Lebensmittelerzeugung und vor allem der Maschinenbau, noch eine geringe Kapazitätsauslastung berichten, wird Österreichs Industrie 2016 mit rund 2 Prozent real nur wenig rascher wachsen als im Vorjahr. Im Vergleich zu anderen Sektoren ist das Branchenklima am Bau im September deutlich positiver gestimmt. Auch die Dienstleistungsunternehmen wurden optimistischer, während die Einzelhändler in den letzten Monaten zunehmend an Geschäftsvertrauen verloren haben", fasst Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria, den aktuellen Branchenüberblick zusammen. Und Bank Austria Ökonom Günter Wolf betont: "Ein konjunktureller Lichtblick war 2016 bisher in allen Sektoren die Beschäftigungsentwicklung. Trotz des instabilen Branchenklimas ist in der Industrie die Zahl der Arbeitsplätze von Jänner bis August 2016 geringfügig gestiegen. Die Beschäftigungsentwicklung ist einerseits ein Hinweis, dass die Industrie bisher keinen nachhaltigen Konjunkturabschwung befürchtete, andererseits ein Indikator für die strukturell gefestigte Situation der heimischen Industrie beziehungsweise für ihre hohe Konkurrenzfähigkeit." Neue Jobs wurden bis August 2016 auch im Hochbau, im Sektor Handel und in den wichtigsten Dienstleistungsbranchen geschaffen, in Österreich insgesamt um 1,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Industrie erwartet 2016 eine moderate Wachstumsbeschleunigung
Im September 2016 hat sich das Branchenklima der österreichischen Industrie verbessert. Die Produktionsleistung des Sektors ist in den Monaten Mai bis Juli im Vergleich zur Vorperiode zwar noch gesunken, konnte aber in den Folgemonaten zunehmend an Schwung gewinnen, wie das wachsende Vertrauen der Industrieunternehmen in die Geschäftsentwicklung bis September zeigte. Der Vertrauensindex erreichte in der Lebensmittelerzeugung, im Sektor Chemie und Kunststoffwaren, im Metallsektor und in der Elektroindustrie ein für die Branchen überdurchschnittlich hohes Niveau. Günter Wolf: "Vor allem die baunahen Bereiche, einzelne Sparten der Metallwarenerzeugung und der Elektroindustrie profitieren 2016 von der Erholung im Hochbau. Darüber hinaus signalisiert eine deutlich bessere Beurteilung der Auftragslage im September, dass die Exportnachfrage nach Produkten der heimischen Lebensmittel-, Chemie- und Elektroindustrie wieder an Schwung gewinnt."

Das Vertrauen der Maschinenbauer in die Geschäftsentwicklung hat sich im September im Vergleich zum Vormonat nur wenig verändert, wobei der überdurchschnittlich exportorientierten Branche nicht nur nennenswerte Nachfrageimpulse besonders von außereuropäischen Märkten fehlen, sondern auch die stärkere Investitionsgüternachfrage inländischer Unternehmen. In der Kfz-Industrie ist der Index des Geschäftsvertrauens der Unternehmen im September sogar weit ins Minus gerutscht, was eine Abkühlung des Produktionswachstums ankündigt. Dieser Abschwung geht allerdings von einem hohen Niveau in den ersten sieben Monaten aus. Das Jahresergebnis wird voraussichtlich deutlich zulegen, da die Branche schon bis Juli ein Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent verbuchen konnte, angetrieben von der lebhaften Nachfrage nach Kfz-Teilen in Europa. Österreichs Industrieproduktion wird in Summe 2016 mit rund 2 Prozent etwas rascher als im Vorjahr wachsen.

Bauunternehmen beurteilen ihre aktuelle Auftragslage optimistischer
Das Klima in der Baubranche hat sich im September verbessert und kündigt die weitere Erholung der Baukonjunktur an, wobei der Index des Geschäftsvertrauens sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau gestiegen ist. Hintergrund der positiven Entwicklung sind die freundlicheren gesamtwirtschaftlichen Aussichten und der hohe Investitionsbedarf in einigen Segmenten. Wesentliche Wachstumsimpulse kommen vom Wohnungsneubau, ausgelöst vom Nachfrageüberhang und der hohen Zahl registrierter Baugenehmigungen. In geringerem Ausmaß wird der Wirtschaftsbau, der bereits im ersten Halbjahr 2016 stark zulegte, seinen Beitrag zum Bauwachstum bringen. Der Hochbauumsatz ist nominell bis Juli um insgesamt 3,7 Prozent gestiegen. Auch der Tiefbau sollte noch 2016 von zusätzlichen Investitionen im Straßen- und Bahnbau profitieren und zumindest gegen Jahresende wieder an das Ergebnis der ersten sieben Monate anschließen können – mit einem nominellen Umsatzplus von 2,3 Prozent. Die Sparte Tiefbau hat im zweiten Quartal deutlich an Schwung verloren und zuletzt im Juli hohe Auftragseinbußen erlitten. Insgesamt kann die Bauwirtschaft im Jahresdurchschnitt 2016 mit einem nominellen Umsatzplus von wenigstens 3 Prozent rechnen.

Handel bleibt vorsichtig, das Branchenklima ist weiter abgekühlt
Zu Herbstbeginn ist die Stimmung im Sektor Handel nur im Fahrzeughandel ungetrübt, wobei das stark gestiegene Geschäftsvertrauen die sehr gute Spartenentwicklung 2016 unterstreicht. Von Jänner bis Juli stieg der Umsatz real um 6,3 Prozent. Vor allem die höheren Haushaltseinkommen und die anhaltend guten Finanzierungsbedingungen fördern die Autonachfrage. Dazu Günter Wolf: "Der Einzelhandelsumsatz ohne den Autohandel ist von Jänner bis Juli real nur um 0,4 Prozent gestiegen und das Branchenklima kühlt seit Monaten ab. Voraussichtlich werden aber die vorteilhaften Rahmenbedingungen, vor allem der durch die Steuerreform begünstigte Anstieg der Haushaltseinkommen und das starke Bevölkerungswachstum, bereits in den nächsten Monaten wieder für stärkere Nachfrageimpulse im Einzelhandel sorgen. Ein reales Umsatzplus von über 1 Prozent im Gesamtjahr sollte noch möglich sein."

Die Großhandelskonjunktur leidet unter der kraftlosen Industrie- und Exportentwicklung. Bis Juli ist der Spartenumsatz real um geringe 0,6 Prozent gestiegen. Stärkere Zuwächse gab es im Großhandel nur mit Maschinen, IT-Produkten, Pharmazeutika und Baustoffen. Das hohe Beschäftigungsplus von 2,1 Prozent bis August lässt aber auf eine generell positive Stimmung in der Branche schließen und noch 2016 eine Verbesserung der Spartenkonjunktur erwarten.

Dienstleistungsnachfrage gewinnt an Tempo
Das Branchenklima im Dienstleistungsbereich hat sich im September positiv entwickelt und kündigt für den Herbst 2016, nach dem nominellen Umsatzplus von 2 Prozent im ersten Halbjahr, weitere Zuwächse an. In wichtigen wirtschaftsnahen Sparten – in den technischen Büros, bei Beratern, Informationstechnologiediensten und Arbeitskräftevermittlern – haben sich die Nachfrageerwartungen parallel zur Stabilisierung der Industrie- und Baukonjunktur deutlich verbessert. Überdurchschnittliche Zuwächse sind zwar unwahrscheinlich, wie die noch unsicheren Erwartungen der Unternehmen im Verkehrsbereich, vor allem im Landverkehr, und der Unternehmen im Bereich Werbung zeigten.

Gleichzeitig versprechen die gestiegenen Vertrauenswerte anderer großer Sparten, vor allem im Beherbergungs- und Gaststättenwesen, in Summe ein solides, relativ wachstumsstarkes Dienstleistungsjahr 2016. Der starke Anstieg des Geschäftsvertrauens im August und September, besonders im Beherbergungswesen, unterstreicht die bemerkenswerten Ergebnisse und das vorläufig hohe Einnahmenplus in der Tourismus-Sommersaison. Der Bereich wird seine Position als wachstumsstärkster Dienstleistungsbereich im ersten Halbjahr, als hier ein Umsatzplus von 5,6 Prozent erzielt wurde, voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte behalten.

 Grafiken (PDF, 96 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Günter Wolf, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41954
E-Mail: guenter.wolf@unicreditgroup.at