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Presseinformation

15.09.2016

Bank Austria Konjunkturindikator:
Österreichs Wirtschaft verliert etwas an Tempo, Inflation bleibt 2016 unter einem Prozent

  • Wirtschaft verliert nach dem Sommer wieder an Schwung: Bank Austria Konjunkturindikator sinkt im August auf 0,8 Punkte
  • Trotz leichter Abschwächung recht solides Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft
  • Brexit-Sorgen schlagen durch: Stimmung in europäischer Industrie und von österreichischen Konsumenten schlechter als im Vormonat
  • Dank solidem dritten Quartal ist trotz erwarteter schwacher Dynamik für den Jahreswechsel 2016 dennoch unverändert ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent möglich
  • BIP-Anstieg 2017 mit 1,1 Prozent geringer als im laufenden Jahr erwartet
  • Steuerreform und niedrige Ölpreise führen zu stärkstem Konsumwachstum seit zehn Jahren

Die Konjunktur in Österreich verliert an Schwung. "Nach der leichten Belebung über den Sommer beginnt die österreichische Wirtschaft nun Anzeichen einer leichten Wachstumsverlangsamung zu zeigen. Der Bank Austria Konjunkturindikator ist nach drei Zuwächsen in Folge im August geringfügig gesunken. Mit aktuell 0,8 Punkten weist der Indikator auf ein Anhalten der Erholung hin, aber mit etwas weniger Tempo als in den vergangenen Monaten", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Hinter dem überschaubaren Absinken des Bank Austria Konjunkturindikators im August dürften sich unter anderem erste Spuren der Verunsicherung durch die Brexit-Entscheidung im Vereinigten Königreich verbergen. "Insbesondere die Verschlechterung der Stimmung unter den europäischen Handelspartnern der heimischen Industrie hat den Bank Austria Konjunkturindikator nach unten gezogen, was auf erste negative realwirtschaftliche Auswirkungen des bevorstehenden Austritts der Briten aus der Europäischen Union hindeutet", meint Bruckbauer.

Die jüngsten Außenhandels- und Industriedaten haben in vielen Ländern der Europäischen Union enttäuscht. Die spürbare Verschlechterung der Industriestimmung in den wichtigsten Handelspartnerländern Österreichs, vor allem auch in Deutschland, widerspiegelt die schwächeren realen Wirtschaftszahlen. "Insbesondere in Ländern mit einer hohen britischen Außenhandelstangente nehmen die Sorgen der Industrie zu, während sich die Stimmung in der heimischen Industrie gestützt auf die solide heimische Nachfrage vorerst sogar noch etwas verbessert hat. Die Zuversicht der Konsumenten in Österreich ist dagegen im August wieder etwas zurückgegangen", so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Unterm Strich haben damit vor allem die Stimmungsindikatoren insgesamt die Richtung des Bank Austria Konjunkturindikators im August leicht nach unten bestimmt.

Trotz der moderaten Abschwächung weist der Bank Austria Konjunkturindikator im August weiterhin auf ein recht solides Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft hin. "Nach dem verhaltenen Frühjahr hat sich im Sommer die Konjunktur belebt. Im dritten Quartal hat das Wirtschaftswachstum nach unserer Einschätzung die schwache Dynamik des Vorquartals daher übertroffen. Mit dem starken Start ins Jahr und den guten Sommermonaten in der Hinterhand rechnen wir weiterhin mit einem Anstieg des BIP im Gesamtjahr 2016 von 1,5 Prozent", meint Pudschedl. Die sich nun im Bank Austria Konjunkturindikator ankündigende Verlangsamung der Konjunktur steht zumindest zum Teil in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Austritt der Briten aus der Europäischen Union. Ab dem Schlussquartal 2016 werden sich die negativen Effekte des Brexit stärker bemerkbar machen. "Abhängig von der zeitlichen Umsetzung des Brexit und der Ausgestaltung der Verhandlungslösung wird das Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 spürbar belastet werden. Dabei sollte nach einem sehr verhaltenen ersten Quartal in den folgenden Monaten die Wachstumsdynamik in Österreich wieder etwas anziehen, so dass der Brexit voraussichtlich nur überschaubare Folgen für die österreichische Wirtschaft haben wird. Der BIP-Anstieg für das Gesamtjahr 2017 wird mit 1,1 Prozent jedoch geringer als im laufenden Jahr ausfallen", meint Pudschedl. Neben dem Außenhandel wird vor allem die Investitionstätigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Unter diesen Rahmenbedingungen wird sich der Aufwärtstrend des Konsums in Österreich, der durch die Steuerreform 2015 gestärkt worden war, zurückhaltender fortsetzen und die negativen Einflüsse nicht kompensieren können.

Inflation unter einem Prozent und Steuerreform führen zum stärksten Konsumwachstum seit zehn Jahren
Die Inflation betrug in den ersten neun Monaten in Österreich durchschnittlich nur 0,8 Prozent im Jahresvergleich. Der erwartete spürbare Anstieg der Teuerung ab der Jahresmitte ist bisher nicht eingetroffen, da neu aufkeimende Konjunktursorgen unter anderem durch die Brexit-Entscheidung kaum Bewegung in die Rohölpreise bringen konnten. Angesichts eines relativ stabilen Ölpreises von knapp 50 USD pro Barrel bis zum Jahresende wird nur ein Basiseffekt bedingt durch den starken Ölpreisrückgang im Vorjahr die Inflation im Herbst nach oben ziehen. Bis zum Jahresende wird die Teuerung in Österreich knapp die 1-Prozent-Marke übersteigen, bleibt aber voraussichtlich im Jahresdurchschnitt wie 2015 unter einem Prozent. "Der niedrige Ölpreis und die Steuerreform stützten den Konsum in Österreich und wir erwarten trotz der leichten Skepsis der Konsumenten das stärkste Konsumwachstum seit zehn Jahren", meint Bruckbauer. Trotzdem bleibt das Konsumwachstum auch 2016 deutlich hinter den Zuwächsen von vor der Krise zurück, vor allem wenn man die stark steigende Bevölkerung mitberücksichtigt. Auch wenn die Inflation in Österreich im Jahresdurchschnitt 2016 unter einem Prozent bleiben wird, wird sie erneut – das achte Jahr in Folge – über dem Vergleichswert für die Eurozone von voraussichtlich 0,2 Prozent liegen. Im direkten Vergleich sind im laufenden Jahr vor allem die stärkeren Preisanstiege für Wohnen und im Tourismus für die Differenz maßgeblich, die sich seit 2009 auf insgesamt bereits 4,5 Prozentpunkte summiert hat.

 Tabellen [PDF; 156 KB]

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at