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Presseinformation

15.03.2016

Bank Austria Konjunkturindikator:
Globale Marktturbulenzen und Wachstumssorgen schlagen auf die Konjunkturstimmung in Österreich

  • Bank Austria Konjunkturindikator sinkt im Februar in den negativen Bereich
  • Verbesserte Konsumentenstimmung kann den stärksten Einbruch der Industrieerwartungen seit der Krise 2008 nicht kompensieren
  • Stimmungseinbruch spiegelt sich ausschließlich in verschlechterter Stimmung der Industrie wider, während die aktuelle Produktions- und Auftragslage trotz leichter Einbußen weiterhin gut ist
  • Globale Risiken verunsichern: Aussichten für Exportwirtschaft belastet
  • Dennoch keine Prognoseänderung der Bank Austria: BIP-Anstieg von 1,5 Prozent 2016 erwartet – Konsum dank Steuerreform als wichtigste Wachstumsstütze
  • Aggressives Paket der EZB kann teilweise unterstützen

Die Risiken für die Erholung der österreichischen Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen erhöht. Globale Unsicherheiten belasten die Konjunkturstimmung in Österreich, die rund um den Jahreswechsel noch leicht nach oben gezeigt hatte. „Die Sorgen um die internationale Konjunktur trüben mittlerweile die Stimmung in der heimischen Wirtschaft. Die anhaltenden Verunsicherungen und geopolitischen Probleme machen es zunehmend wahrscheinlich, dass negative Effekte auch in der Realwirtschaft ankommen. Der Bank Austria Konjunkturindikator hat im Februar mit einem Rückgang auf minus 0,1 Punkte bereits reagiert und deutet damit darauf hin, dass sich die sehr moderate Konjunkturerholung in Österreich in den kommenden Monaten verlangsamen könnte“, so Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Die stabilere Lage am Arbeitsmarkt und die Steuerreform dürften dazu beigetragen haben, dass sich die Konsumentenstimmung im Februar leicht verbessert hat. Dies konnte jedoch den stärksten Einbruch des Industrievertrauens seit Herbst 2008, dem Beginn der Finanzkrise, nicht kompensieren. „Das Absinken des Bank Austria Konjunkturindikators im Februar in den Minusbereich ist ausschließlich der Verschlechterung der Stimmung in der österreichischen Industrie geschuldet“, analysiert Bruckbauer. Das internationale Umfeld belastet. So hat sich der mit dem österreichischen Handelsanteil gewichtete Wert des europäischen Industrievertrauens etwas eingetrübt, jedoch ist dieser weiterhin überdurchschnittlich gut und verspricht weitgehend anhaltende Wachstumsunterstützung für die heimische Industrie. Vielmehr hat jedoch die Einschätzung der heimischen Produzenten den Bank Austria Konjunkturindikator nach unten gedrückt. Die Industriestimmung in Österreich hat sich im Februar stärker als in allen anderen EU-Ländern verschlechtert. Ein Blick auf die Details lässt jedoch hoffen, dass die Verschlechterung der Industriestimmung in Österreich nicht unbedingt auf die Konjunktur durchschlagen muss. Der dramatische Stimmungseinbruch spiegelt sich ausschließlich in den Erwartungen wider, während die aktuelle Produktions- und Auftragslage trotz leichter Einbußen weiterhin als gut beschrieben wird.

Die zögerliche Aufwärtstendenz der Konjunktur hält vorerst an, auch wenn die Stimmung in Österreich durch globale Wachstumssorgen belastet ist,. „Die österreichische Wirtschaft ist nach unserer Einschätzung in den ersten Monaten des laufenden Jahres geringfügig besser in Schwung als im Schlussquartal 2015. Die Fortsetzung des guten Jahresbeginns ist jedoch zunehmend fraglich“, meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Das Risiko hat sich erhöht, dass die Verunsicherungen und die fragile Entwicklung in den Schwellenländer auf die Wirtschaftsentwicklung in den Industrieländern durchschlagen, da die Nachfrage aus dem Ausland hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben könnte. Die Ökonomen der Bank Austria gehen jedoch davon aus, dass etwaige realwirtschaftliche Folgen der Verunsicherungen für die österreichische Wirtschaft durch die zusätzlichen Impulse für den Konsum aufgrund der Steuerreform ausgeglichen werden können. Das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2016 wird daher unverändert mit 1,5 Prozent prognostiziert und ist damit etwas stärker als im Vorjahr.

Beruhigung am Arbeitsmarkt nur temporär
Die leichte Aufwärtstendenz der Konjunktur in Österreich hat in den ersten Monaten des laufenden Jahres zu einer Beruhigung der Lage am Arbeitsmarkt beigetragen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrt seit dem Herbst bei knapp über 9 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass die derzeitige Stabilisierung am Arbeitsmarkt nur temporär ist. Neben der leichten Wachstumsverbesserung ist nämlich hauptsächlich das milde Wetter für die unterbrochene Verschlechterung der Arbeitsmarktdaten verantwortlich. Da der Zuwachs des Arbeitskräfteangebots im laufenden Jahr anhalten wird, rechnen wir unverändert mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf bis zu 9,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2016“, so Pudschedl.

EZB schürt Hoffnungen
Die Europäische Zentralbank hat angesichts der niedrigen Inflationsaussichten und der schwachen Kreditnachfrage weitere unkonventionelle geldpolitische Lockerungsmaßnahmen angekündigt. „Nach meiner Einschätzung hat die EZB jüngst ein überraschend aggressives Gesamtpaket geschnürt und dabei den Fokus auf das ausgerichtet, was wirklich zählt: Günstige Finanzierungen für die reale Wirtschaft verfügbar zu machen“, meint Bruckbauer. Die Erweiterung auf den Ankauf von Unternehmensanleihen und vor allem die zusätzlichen Liquiditätsmaßnahmen für Banken sind vielversprechende Instrumente, die den Unternehmen, vor allem auch Klein- und Mittelbetrieben, in einem belasteten regulatorischen Umfeld für die Banken zu günstigen Finanzierungsbedingungen verhelfen können. Die abermalige Senkung des Einlagenzinssatzes könnte sich jedoch als kontraproduktiv erweisen. Keine wesentlichen Impulse durch die geldpolitische Lockerung sind nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria hingegen über den Wechselkurskanal zu erwarten. Für die kommenden Monate ist zwar eine volatile Entwicklung des Euros abzusehen, aber tendenziell wird sich die Korrektur der derzeitigen Unterbewertung des Euros gegenüber dem US-Dollar durchsetzen. Für Ende des laufenden Jahres ist von einem stärkeren Euro als Ende 2015 auszugehen.

 Tabellen (PDF; 195 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at