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Presseinformation

26.02.2016

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Februar:
Österreichs Industrie trotzt Marktturbulenzen und Konjunktursorgen

  • Industrie setzt Wachstumskurs fort: Bank Austria EinkaufsManagerIndex steigt im Februar auf 51,9 Punkte
  • Stärkste Produktionsausweitung seit zwei Jahren dank Auftragszuwächsen aus In- und Ausland, dennoch stieg Beschäftigung im Februar kaum noch an
  • Rückgang der Rohstoffpreise verbessert Ertragslage der heimischen Industriebetriebe
  • Österreichs Industrie übertrifft derzeit Wachstumstempo in Europa

Trotz der jüngsten Marktturbulenzen und der zunehmenden Konjunktursorgen zeigt sich die österreichische Industrie aktuell in einer guten Verfassung. „Seit rund einem Jahr befindet sich die heimische Industrie im Aufwärtstrend. Der Anstieg des Bank Austria EinkaufsManagerIndex auf 51,9 Punkte im Februar zeigt, dass nach einer Delle vor dem Jahreswechsel die Dynamik seit Jahresbeginn wieder zugelegt hat“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. In einem angespannten Stimmungsumfeld kann die österreichische Industrie weiterhin gute realwirtschaftliche Daten liefern. „Die gestiegene Nachfrage nach österreichischen Industrieerzeugnissen veranlasste die heimischen Betriebe zu einer starken Ausweitung der Produktion im Februar. Auch die gestiegenen Auftragspolster und die höheren Verkaufspreise drücken die aktuell gute Industriekonjunktur aus. Dem stehen allerdings eine verlangsamte Beschäftigungszunahme und ein sehr vorsichtiges Lagermanagement gegenüber, das auf zurückhaltende Geschäftserwartungen der Betriebe schließen lässt“, fasst Bruckbauer die wichtigsten Teilergebnisse der monatlichen Umfrage unter österreichischen Einkaufsmanagern zusammen.

Der Anstieg des Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Februar ist ganz wesentlich auf eine Erhöhung der Produktionsleistung infolge einer besseren Auftragslage zurückzuführen. „Nach zwei schwächeren Monaten konnten die österreichischen Industriebetriebe im Februar wieder mehr Neu- und Folgeaufträge verbuchen. Die Nachfrage nahm vorwiegend im Inland, aber auch wieder aus dem Ausland zu. In den Betrieben wurde in der Folge die Produktion so kräftig wie zuletzt vor rund zwei Jahren erhöht“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Der Produktionsindex erreichte mit 55,1 Punkten den höchsten Wert seit Jänner 2014. Dennoch reichen die Produktionskapazitäten nicht aus, sodass die Auftragspolster im Februar zunahmen.

Im Februar waren die österreichischen Industriebetriebe – gestützt durch mehr Aufträge – in der Lage die Verkaufspreise geringfügig zu erhöhen. „Erstmals seit Mitte 2014 ließ die verbesserte Nachfrageentwicklung eine Anhebung der Verkaufspreise zu. Gleichzeitig sorgte der anhaltend starke Rückgang der Preise für Rohstoffe und Vormaterialien für günstigere Einkaufskonditionen. Die Preistrends im Ein- und Verkauf verbessern den sechsten Monat in Folge die Kosten- und Ertragslage der Mehrzahl der österreichischen Betriebe“, analysiert Pudschedl.

Im Gegensatz zu den guten Umfragedaten zur aktuellen Lage der österreichischen Industrie schätzen die heimischen Betriebe die zukünftigen Geschäftsaussichten weiterhin sehr vorsichtig ein. Dies kommt unter anderem im Personal- und Lagermanagement zum Ausdruck. Zwar hat sich die Kapazitätsauslastung in der österreichischen Industrie angesichts des Aufwärtstrends in der Produktion erhöht, dennoch stieg die Beschäftigung im Februar kaum noch an. Das Tempo des Jobaufbaus war im Februar das niedrigste der seit sechs Monaten laufenden positiven Beschäftigungsentwicklung. In der Lagerhaltung setzte sich der seit eineinhalb Jahren andauernde Trend zur Kostenoptimierung durch eine Verringerung der Bestände fort. Sowohl die Vormaterial- als auch die Verkaufslager wurden jedoch im Februar etwas langsamer reduziert als in den Vormonaten.

Der aktuelle Bank Austria EinkaufsManagerIndex weist im Februar auf eine weitere leichte Verbesserung der Industriekonjunktur hin. Die Auftragslage aus dem In- und Ausland hat sich verbessert, die Produktion wurde stark ausgeweitet, die Beschäftigung ist zumindest leicht gestiegen und die heimischen Betriebe haben von den aktuellen Preistrends profitiert. Mit 51,9 Punkten übertrifft der österreichische Bank Austria EinkaufsManagerIndex erstmals seit Monaten seine europäischen Pendants, die sich in der Mehrzahl im Februar im Gegensatz zur Entwicklung in Österreich etwas verschlechtert haben. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist auf 51,0 Punkte gesunken und wurde vor allem vom deutschen Indikator nach unten gezogen.

Industrie hält Verunsicherungen bislang stand
Trotz der Verschlechterung vieler europäischer Einkaufsmanagerindizes im Februar befindet sich die europäische Industrie aber weiterhin auf Wachstumskurs. Doch angesichts einer angespannten Stimmung, die sich etwa auch im jüngsten starken Rückgang des deutschen IFO-Geschäftsklimaindex abbildet, stellt sich die Frage, ob von den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und den geopolitischen Ereignissen negative Effekte auf die Realwirtschaft ausgehen werden. „Die österreichische, wie auch die europäische Industrie insgesamt befindet sich aktuell in einer guten Verfassung. Die realwirtschaftlichen Daten zeigen bislang kaum eine Reaktion auf die Verschlechterung der Stimmungslage infolge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten. Aber je länger die Verunsicherung anhält und auch die geopolitischen Probleme bestehen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass negative Effekte in der Realwirtschaft ankommen“, fasst Bruckbauer zusammen.

 Tabellen (PDF; 62 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.