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Presseinformation

13.11.2015

Bank Austria Überblick Industriebranchen:
2015 bleibt Industriewachstum verhalten – stärkeres Wachstum über 3 Prozent erst 2016 erwartet

  • Produktionswachstum der Industrie wird 2015 bei 2 Prozent Plus liegen
  • Langfristiger Wachstumspfad über 3 Prozent wird erst 2016 wieder erreicht
  • 2016 werden die Fahrzeug- und Elektroindustrie den Maschinenbau und die Stahlindustrie, die wachstumsstärkste Industriebranchen 2015, als Impulsgeber ablösen
  • Bauwirtschaft kommt nur allmählich in Schwung und wird 2015 mit einem Umsatzminus beenden
  • Handelsumsätze steigen mit wesentlicher Unterstützung vom Fahrzeughandel und vom Lebensmitteleinzelhandel
  • Dienstleistungsbranchen im Plus – überdurchschnittlich starke Zuwächse im Beherbergungs- und Gaststättenwesen

Österreichs Wirtschaft erholt sich langsam, angetrieben vom stärkeren Rückenwind aus Europa. "Seit Herbstbeginn konnte die positive Entwicklung einzelner Industriebranchen vor allem im Außenhandel die insgesamt sehr schwache Investitionsnachfrage im Inland kompensieren. Wachstumsimpulse kommen in erster Linie vom Maschinenbau und der Stahlindustrie, aber auch von der Lebensmittelerzeugung. Darüber hinaus signalisieren die Unternehmererwartungen der Fahrzeugerzeugung und der Elektroindustrie, dass die Branchenkonjunktur noch in den nächsten Monaten an Tempo zulegen wird", fasst Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria den aktuellen Branchenüberblick zusammen.

Industriewachstum weiterhin gedämpft
Österreichs Industrie wird 2015 im langfristigen Vergleich das fünfte schwache Wirtschaftsjahr in Folge verbuchen. Im Jahresverlauf hat die Industriekonjunktur jedoch leicht an Schwung gewonnen und wird sich entsprechend der Verbesserung der Produktionserwartungen im September und Oktober in moderatem Tempo weiter erholen. Bank Austria Ökonom Günter Wolf: "Das Produktionswachstum der Industrie von rund 2 Prozent im Jahresdurchschnitt 2015 dürfte abgesichert sein. Den langfristigen Wachstumspfad von mehr als 3 Prozent erreicht der Sektor voraussichtlich aber erst 2016 wieder".

Im laufenden Jahr kamen Wachstumsimpulse in erster Linie vom Maschinenbau. Die Branche verbuchte bis August ein Produktionsplus von 8 Prozent. Weitere wachstumsstarke Schwergewichte des Sektors sind die Stahlindustrie, mit einem Produktionswachstum von 6 Prozent in den ersten acht Monaten 2015 und die Lebensmittelerzeugung mit plus 2,3 Prozent. Alle drei Branchen profitieren bisher von der stabilen, zum Teil lebhaften Exportnachfrage, die Stahlerzeuger zudem von gestiegenen Inlandsumsätzen.

Der Optimismus der Unternehmen der Fahrzeug- und Elektroindustrie in der Beurteilung der Auftragslage und der kurzfristigen Produktionserwartungen im September und Oktober signalisiert eine Trendwende in der Branchenkonjunktur. Dazu Wolf: "Österreichs Kfz-Industrie, die 2015 bis Juli vor allem unter rückläufigen Exporten von Schienenfahrzeugen und Pkw gelitten hat, sollte noch im laufenden Jahr von der Erholung der europäischen Autonachfrage profitieren. Den Herstellern elektrotechnischer Produkte und Anlagen, die bis zum August ein leichtes Produktionsminus verbuchten, macht 2015 vor allem die Verschiebung von Investitionen der heimischen E-Wirtschaft zu schaffen. Allerdings verbesserte sich die Exportauftragslage der Branche in den letzten Monaten deutlich. Voraussichtlich werden beide Branchen den Maschinenbau und die Stahlindustrie als Impulsgeber der heimischen Industrie 2016 ablösen."

Darüber hinaus waren die Unternehmen der Chemieindustrie und der Kunststoffwarenerzeugung, die bis August noch leicht rückläufige Produktionsergebnisse berichteten, in den vergangenen Monaten deutlich positiver gestimmt. Auch in dem Industriesegment kündigt sich noch 2015 eine Konjunkturerholung an. Die Metallwarenerzeuger haben bereits im Juli und August Produktionszuwächse verbucht und rechnen in der Mehrzahl mit weiteren Zuwächsen in den nächsten Monaten. Stärker an Schwung wird die Metallwarenkonjunktur aber erst 2016 gewinnen, mit der Erholung der in- und ausländischen Investitionsgüternachfrage und vor allem der Hochbaukonjunktur in Österreich.

Bauwirtschaft kommt nur allmählich in Schwung
Bank Austria Ökonom Wolf zur Baukonjunktur: "Auch wenn die Umsatzrückgänge der Bauwirtschaft schon zur Jahresmitte 2015 schwächer und die Unternehmen etwas optimistischer geworden sind, wird der Sektor das Jahr 2015 mit einem Umsatzminus beenden. Bis August ist der Umsatz im Tiefbau um 0,8 Prozent, im Hochbau sogar um 2,2 Prozent gesunken, mit Rückschlägen sowohl im Wohnbau als auch im Wirtschaftsbau." Während vom Unternehmenssektor erst 2016 Impulse zu erwarten sind, kündigen die steigenden Wohnbaubewilligungen längst zusätzliche Baunachfrage im Hochbau an – es fehlen aber noch die Aufträge. Gleichzeitig hat sich die Auftragslage im Tiefbau verschlechtert, wie die Unternehmensbefragung im Oktober vermuten lassen, wofür in erster Linie knappe öffentliche Budgets verantwortlich sein dürften.

Steigende Handelsumsätze
Im Gegensatz zum Großhandel, der aufgrund der schwachen Industrie- und Außenhandelsergebnisse in den ersten acht Monaten 2015 noch Umsatzeinbußen verbuchte, haben der Fahrzeug- und der Einzelhandel im laufenden Jahr bereits an Schwung gewonnen. Für die steigenden Umsätze im Fahrzeughandel in den letzten Monaten sorgten vor allem der Motorrad- und Lkw-Handel. Da auch die Neuzulassungen für Pkw seit vier Monaten wieder steigen, kann eine weitere Verbesserung der Absatzsituation im Autohandel und im Jahresdurchschnitt ein reales Umsatzplus in der Sparte – erstmals seit 2011 – erwartet werden.

Der Einzelhandelsumsatz legte bis August 2015 um 0,9 Prozent real zu. Voraussichtlich wird die Sparte das Ergebnis im Jahresdurchschnitt auf der Grundlage etwas stärkerer Zuwächse der verfügbaren Haushaltseinkommen und höherer Beschäftigtenzahlen noch übertreffen. Von den anteilsmäßig großen Sparten berichteten bisher der Lebensmittelhandel, die Apotheken und der Handel mit Kosmetik- und Drogerieartikel überdurchschnittlich gute Umsatzergebnisse.

Dienstleistungsbranchen bleiben im Plus
Die Dienstleistungsbranchen haben zwar im zweiten Quartal 2015 in Summe etwas vom Wachstumsschub in den Monaten davor verloren, konnten aber im ersten Halbjahr noch ein Umsatzplus von 1,5 Prozent nominell erreichen. In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Sektor wieder an Schwung gewonnen haben, wie die seit Monaten zunehmend positiven Beurteilungen der Nachfrageentwicklung zeigen. Unter dem Sektorergebnis sind 2015 bisher die wirtschaftsnahen Dienstleistungsbranchen geblieben, vor allem der Bereich Verkehr und die Arbeitskräftevermittlung. Sie können sich der anhaltenden Industrie- und Exportschwäche nicht entziehen. Hingegen lässt der starke Anstieg optimistischer Geschäftserwartungen bei IT-Dienstleistern, die im ersten Halbjahr 2015 kaum gewachsen sind, noch ein solides, relativ wachstumsstarkes Jahr erwarten.

Als eine wesentliche Wachstumsstütze des Dienstleistungssektors erweist sich 2015 einmal mehr das Beherbergungs- und Gaststättenwesen, mit einem Umsatzplus von 3,7 Prozent im ersten Halbjahr. Die jüngsten erfreulichen Tourismusergebnisse und der deutliche Zuwachs optimistischer Unternehmer-einschätzungen im Oktober signalisieren eine anhaltend wachstumsstarke zweite Jahreshälfte.

Rückfragen:
Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Günter Wolf, Tel. +43 (0) 50505 - 41954;
E-Mail: guenter.wolf@unicreditgroup.at