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Presseinformation

11.11.2015

Bank Austria Ergebnis für die ersten neun Monate 2015:
Bank Austria mit 660 Millionen Euro Gewinn nach neun Monaten

  • Solides Ergebnis im operativen Kundengeschäft trotz historisch niedrigem Marktzinsniveau und anhaltend schwacher Konjunktur
    • Kreditvolumen steigt im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent auf 117 Milliarden Euro; im österreichischen Kundengeschäft beläuft sich die Steigerung auf knapp 4 Prozent, während das Kreditvolumen in CEE ausschließlich aufgrund von Wechselkurseffekten nahezu auf Vorjahresniveau bleibt
    • Kundeneinlagen wachsen sowohl in Österreich als auch in CEE im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich um insgesamt 11,3 Prozent auf 111 Milliarden Euro; dabei fällt der Zuwachs in CEE mit 14 Prozent noch stärker als in Österreich aus, wo er sich auf 8,2 Prozent beläuft1
  • Betriebsaufwendungen dank strikten Kostenmanagements weiterhin rückläufig
  • Anstieg des Kreditrisikoaufwands um 42,2 Prozent auf 757 Millionen Euro
    • Verantwortlich für den Anstieg im 3. Quartal ist in erster Linie die gesetzlich verordnete Zwangskonvertierung von CHF-Krediten in Kroatien, die sich als Einmaleffekt mit 205 Millionen Euro zu Buche schlägt
  • Kostenbelastung durch Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge steigt um 48 Millionen Euro auf 233 Millionen Euro – das ist eine Steigerung von 25,7 Prozent zum Vorjahr und entspricht 10,2 Prozent der Gesamtkosten bzw. fast einem Viertel des Ergebnisses vor Steuern
  • Konzernergebnis nach Steuern beläuft sich auf 660 Millionen Euro und liegt damit um 529 Millionen unter dem Vorjahreswert, was drei Faktoren geschuldet ist:
    • Dem niedrigeren Nettozinsertrag sowie dem Wegfall der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division, die maßgeblich für den Rückgang der Betriebserträge um 228 Millionen Euro verantwortlich sind
    • Dem vor allem durch die Zwangskonvertierung in Kroatien um 225 Millionen Euro höheren Kreditrisikoaufwand
    • Sowie dem negativen Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 158 Millionen Euro, in welchem auch der laufende Verlust der Ukrsotsbank enthalten ist
  • Die im Vergleich zum Vorjahresultimo um 77 Basispunkte verbesserte Gesamtkapitalquote2 liegt bei 14,2 Prozent, die um 25 Basispunkte gestiegene Kernkapitalquote Common Equity Tier 12 bei 10,6 Prozent
  • Hervorragende Primärmittelquote dokumentiert starke Liquiditätssituation der Bank
    • Kundenkredite sind zu 120 Prozent durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen refinanziert

Bank Austria Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko: "Das Ergebnis nach neun Monaten ist differenziert zu betrachten und zeigt am Beispiel des österreichischen Kundengeschäfts deutlich, mit welchen Herausforderungen eine Universalbank gegenwärtig konfrontiert ist: So haben wir zwar sowohl auf der Einlagen- als auch auf der Kreditseite deutliche Volumensteigerungen erzielen können, was aber auf der Ertragsseite keinen Niederschlag findet – im Gegenteil, aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus gehen die Erträge sogar zurück. Gleichzeitig sind wir mit immer höheren Aufwendungen durch Bankensteuern und Systemsicherungsbeiträge konfrontiert, die unsere Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsmaßnahmen konterkarieren. Diese Situation ist tatsächlich sehr herausfordernd, da wir solcherart die Kosten des eingesetzten Kapitals nicht verdienen können, von dem wir zudem laufend mehr vorhalten müssen, um die regulatorischen Vorgaben zu erfüllen. Deshalb evaluieren wir gegenwärtig Maßnahmen, wie wir unsere Profitabilität nachhaltig steigern können.

In Zentral- und Osteuropa zeigt sich hingegen unverändert ein deutlich freundlicheres Bild mit soliden Erträgen auf hohem Niveau. Belastet wird das Ergebnis allerdings durch zwei Einzelfaktoren: Einmal die negativen Wechselkurseffekte in Russland, die die unverändert gute operative Leistung im Land verzerren – trotzdem beläuft sich der Ergebnisbeitrag vor Steuern unserer russischen Tochterbank nach neun Monaten auf 206 Millionen Euro. Und zum zweiten die politische Willkürentscheidung in Kroatien, die sich als Einmaleffekt mit 205 Millionen Euro höheren Kreditrisikokosten zu Buche schlägt."

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)3
Der Nettozinsertrag blieb mit 58,8 Prozent unverändert die wichtigste Ertragskomponente, lag aber in den ersten neun Monaten 2015 trotz Volumensteigerungen aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds mit 2.534 Millionen Euro um 4,5 Prozent unter dem Ergebnis der Vorjahresperiode (1-9 2014: 2.653 Millionen Euro).

Dividenden und ähnliche Erträge aus At-equity-Beteiligungen gingen um 2,6 Prozent auf 342 Millionen Euro (1-9 2014: 351 Millionen Euro) zurück, vor allem aufgrund von Verkäufen einiger Beteiligungen. Das Nettoergebnis des Joint Ventures in der Türkei ist in dieser Position mit 220 Millionen Euro enthalten.

Der Provisionsüberschuss entwickelte sich weiterhin positiv und legte gegenüber dem Vorjahr um 42 Millionen Euro bzw. um 4,1 Prozent auf 1.064 Millionen Euro zu (1-9 2014: 1.022 Millionen Euro). Besonders erfreulich ist der Zuwachs im österreichischen Kundengeschäft, wo der Provisionsüberschuss von 8,8 Prozent auf 536 Millionen Euro zulegte.

Das Handelsergebnis sank hingegen im Vorjahresvergleich um 23 Prozent auf 308 Millionen Euro (1-9 2014: 400 Millionen Euro), was in erster Linie auf das vertraglich vereinbarte Auslaufen der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division, die aus dem Verkauf der CAIB resultierte, zurückzuführen ist.

In Summe lagen die Betriebserträge in den ersten neun Monaten mit 4.309 Millionen Euro um 5 Prozent unter der Vorjahresperiode (1-9 2014: 4.537 Millionen Euro), was insbesondere dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld und der damit deutlich geringeren Zinsspanne sowie dem Auslaufen der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division geschuldet ist.

Die Betriebsaufwendungen konnten dank strikten Kostenmanagements und weiterer Effizienzsteigerungen um 1,6 Prozent auf 2.278 Millionen Euro gesenkt werden (1-9 2014: 2.314 Millionen Euro).

Das Betriebsergebnis lag mit 2.031 Millionen Euro um 8,6 Prozent unter dem Vorjahr (1-9 2014:
2.223 Millionen Euro), was durch folgende - bereits erwähnte - zwei Effekte auf der Ertragsseite zu erklären ist: einerseits durch das niedrigere Zinsergebnis aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus sowie andererseits durch das vertraglich vereinbarte Auslaufen der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division, was zu einem schwächeren Handelsergebnis führte.

Der Kreditrisikoaufwand fiel in den ersten neun Monaten 2015 mit 757 Millionen Euro um 42,2 Prozent höher aus als in der Vergleichsperiode (1-9 2014: 532 Millionen Euro). Ausschlaggebend dafür war der deutliche Anstieg im 3. Quartal, der zum Großteil durch die gesetzlich verordnete Zwangskonvertierung von CHF-Krediten in Kroatien, die sich als Einmaleffekt mit 205 Millionen Euro negativ auswirkt, verursacht wurde. Dies ist auch der Hauptgrund für den um 60,1 Prozent auf 753 Millionen Euro erhöhten Kreditrisikoaufwand in CEE (1-9 2014: 470 Millionen Euro). Ohne die Zwangskonversion hätte der Kreditrisikoaufwand in CEE lediglich um 16,6 Prozent zugenommen, und auch das nur aufgrund der Entwicklung in Russland. Gemessen an den wertberichtigten Krediten verbesserte sich die Deckungsquote durch Kreditrisikorückstellungen sowohl in der Gesamtbank als auch in CEE deutlich, wo sie insbesondere im Ukraine- und Russland-Geschäft, aber auch in der Tschechischen Republik und Rumänien erhöht wurde. In Österreich entwickelte sich der Risikoaufwand dagegen aufgrund erhöhter Rückführungen aus wertberichtigten Krediten und geringerer Neuvolumina an Problemkrediten sehr erfreulich und lag mit 4 Millionen Euro um 93,3 Prozent unter dem Vorjahr (1-9 2014: 62 Millionen Euro). Insgesamt stiegen die Risikokosten (Kreditrisikoaufwand gemessen an den durchschnittlichen Kundenforderungen) im Vorjahresvergleich von 62 auf 87 Basispunkte. Die Coverage Ratio wurde um 123 Basispunkte auf nunmehr 55,8 Prozent verbessert.

Das Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand sank in den ersten neun Monaten dieses Jahres um
24,7 Prozent auf 1.274 Millionen Euro, was einerseits auf die niedrigeren Betriebserträge aufgrund des beschriebenen Marktumfelds sowie auf die höheren Risikovorsorgen in Folge des Einmaleffekts der Zwangskonvertierung von CHF-Krediten in Kroatien zurückzuführen ist (1-9 2014: 1.691 Millionen Euro).

Während in den operativen Geschäftsbereichen das strikte Kostenmanagement die Dynamik der Ausgabenentwicklung erfolgreich eindämmte, konterkarierten weiter gestiegene Bankenabgaben und die neuen Systemsicherungsbeiträge, die unter der Position "Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge" unter den nicht-operativen Erträgen/Aufwendungen gesammelt ausgewiesen werden, die Bemühungen.

Die nicht-operativen Erträge/Aufwendungen zwischen Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand und Ergebnis vor Steuern summierten sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf minus 287 Millionen Euro, was einer Steigerung gegenüber der Vorjahresperiode von 9 Prozent entspricht (1-9 2014: 263 Millionen Euro). Wesentlichster Belastungsfaktor unter den nicht-operativen Positionen waren einmal mehr die Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge, die um 25,7 Prozent auf 233 Millionen Euro anstiegen (1-9 2014: 185 Millionen Euro).

In Österreich belief sich die Gesamtbelastung der Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge auf 126 Millionen Euro, wovon 99 Millionen Euro (1-9 2014: 93 Millionen Euro) auf die Bankenabgabe und 26 Millionen Euro auf die Dotierungen des Einlagensicherungs- sowie des Abwicklungsfonds entfielen. In Osteuropa belief sich die Gesamtbelastung auf 107 Millionen Euro. Hiervon entfielen 32 Millionen Euro auf Bankenabgaben (in Ungarn und der Slowakei) und 75 Millionen Euro auf Systemsicherungsbeiträge. So wurden die Bankenabwicklungsfonds in Ungarn und Kroatien mit 8 Millionen Euro sowie der lokale Bankenabwicklungsfonds in Rumänien mit 3 Millionen Euro dotiert. Der Beitrag der CEE-Länder für die Einlagensicherungsfonds belief sich anteilsmäßig auf 64 Millionen Euro für die ersten neun Monate.

Das Ergebnis vor Steuern sank aufgrund der Einmalbelastung in Kroatien durch die Zwangskonvertierung von CHF-Krediten sowie der beschriebenen Belastungen aus schwacher Konjunktur, niedrigem Zinsumfeld und deutlich gestiegener Abgabenbelastungen in den ersten neun Monaten 2015 um 30,9 Prozent auf 987 Millionen Euro (1-9 2014: 1.428 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen fällt mit 158 Millionen Euro negativ aus, da unter dieser Position der operative Verlust der Ukrsotsbank in Höhe von 218 Millionen Euro das Ergebnis belastet, was durch die Erträge aus Immobilienverkäufen nicht ausgeglichen werden konnte.

Nach Abzug der Anteile im Fremdbesitz belief sich das Konzernergebnis nach Steuern auf 660 Millionen Euro, womit es um 44,5 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfiel (1-9 2014: 1.190 Millionen Euro).

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:

  • Die Cost/Income-Ratio liegt bei 52,9 Prozent (1-9 2014: 51 Prozent).
  • Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsüberschusses) liegt bei 26,3 Prozent (1-9 2014: 17,7 Prozent).
  • Die Gesamtkapitalquote4 (bezogen auf alle Risiken) beträgt 14,2 Prozent (Ultimo 2014: 13,4 Prozent).
  • Die Kernkapitalquote Common Equity Tier 13) (bezogen auf alle Risiken) beträgt aktuell 10,6 Prozent (Ultimo 2014: 10,3 Prozent).

Die Divisionen im Detail
Die Bank Austria weist ihr Ergebnis in vier Divisionen aus: Privat- & Firmenkunden, Corporate & Investment Banking (CIB), Private Banking sowie Zentral- und Osteuropa (CEE). Dazu kommt das Corporate Center.

Die Division Privat- & Firmenkunden erreichte in den ersten neun Monaten 2015 ein Ergebnis vor Steuern von 224 Millionen Euro, das um 3,6 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode nachließ (1-9 2014: 233 Millionen Euro). Der leichte Ergebnisrückgang ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Betriebserträge gingen trotz der gestiegenen Volumina sowohl auf der Einlagen- wie auf der Kreditseite aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds um 3,4 Prozent zurück. Auch die Belastungen aus dem Titel "Bankenabgabe" und Systemsicherungsbeiträge erhöhten sich alleine in dieser Division gegenüber dem Vorjahr um 38,9 Prozent auf 50 Millionen Euro (1-9 2014: 36 Millionen Euro). Die stark verbesserte Kreditqualität im Privatkundengeschäft und der positive Beitrag im Firmenkundengeschäft führten dazu, dass der Kreditrisikoaufwand gegenüber dem Vorjahr mit 89,7 Prozent deutlich zurückging. Die Cost/Income-Ratio beläuft sich aktuell auf 74,5 Prozent (1-9 2014: 70,8 Prozent).

Die Division Private Banking konnte in den ersten drei Quartalen 2015 das Ergebnis vor Steuern um 5 Prozent auf 35 Millionen Euro steigern (1-9 2014: 33 Millionen Euro) und damit, gerade vor dem Hintergrund des hartnäckigen Niedrigzinsumfelds, ihre Stärke in der Vermögensverwaltung bestens zur Geltung bringen sowie den Wachstumskurs fortsetzen. Wesentliche Treiber für die um 5,8 Prozent gestiegenen Betriebserträge waren die Assets under Management in der Vermögensverwaltung. Die Cost/Income-Ratio beläuft sich auf 70,1 Prozent (1-9 2014: 70,7 Prozent).

Die Ertragslage der Division Corporate & Investment Banking (CIB) entwickelte sich im Verlauf der letzten Quartale trotz herausforderndem Marktumfeld positiv. In den ersten drei Quartalen 2015 waren die Betriebserträge (334 Millionen Euro) um 4 Millionen Euro oder 1,2 Prozent höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Jedoch belasten zwei Effekte: Einerseits nahmen die Kosten um 6,1 Prozent zu, was maßgeblich von IT-Entwicklungsaufwendungen beeinflusst war. Andererseits fiel das positive Risikoergebnis (1 Million Euro Ertrag) geringer aus als in der Vergleichsperiode des Vorjahres (8 Millionen Euro Ertrag). In Summe belasten diese Effekte und die Kosten für Bankenabgabe und Systemsicherungsbeiträge (24 Millionen Euro) das Ergebnis vor Steuern, das mit 154 Millionen Euro 9,4 Prozent unter dem Ergebnis der Vorjahresperiode liegt. Die Cost/Income-Ratio beläuft sich aktuell auf weiterhin niedrige 46,7 Prozent (1-9 2014: 44,5 Prozent).

In den ersten neun Monaten 2015 hat die CEE Division mit 1.726 Millionen Euro – dank positiver Beiträge aus der gesamten Region und trotz methodologischer Änderungen in Bezug auf Subholdingeffekte in Q2 2015 – wieder ein starkes Betriebsergebnis (1-9 2014: 1.807 Millionen Euro) erzielt. Wechselkursbereinigt lag dieser Wert um 3,6 Prozent über dem Ergebnis der entsprechenden Vorjahresperiode. Nettozinsertrag, Handelsergebnis und Provisionsüberschuss zeigten eine gesunde Entwicklung, während die Betriebsaufwendungen weiter begrenzt waren. Der Kreditrisikoaufwand erhöhte sich hauptsächlich wegen des Einmaleffekts der Zwangskonvertierung von Schweizer-Franken-Krediten in Kroatien deutlich von 470 Millionen Euro auf 753 Millionen Euro. In der Folge sank das Ergebnis vor Steuern auf 851 Millionen Euro (1-9 2014: 1.104 Millionen Euro), wobei darin auch Bankensteuern sowie die Beiträge für Einlagensicherung und Abwicklungsfonds enthalten sind. Die Cost/Income-Ratio beläuft sich derzeit auf bemerkenswerte 38,4 Prozent (1-9 2014: 39,0 Prozent).

Die CEE Division steuert ein Netzwerk von rund 2.400 Filialen (inklusive dem türkischen Joint Venture, das sonst entsprechend dem Beteiligungsansatz betrachtet wird) und zirka 47.800 Mitarbeitern in 13 Ländern. Die Gruppe sieht sich unverändert als langfristiger Investor in der Region und will ihre führende Marktposition in den kommenden Jahren durch nachhaltiges organisches Wachstum ausbauen.

Das herausforderende globale Marktumfeld hat die bereits signifikanten Unterschiede zwischen den Ländern in Zentral- und Osteuropa weiter verstärkt. Einmal mehr stechen dabei die jüngeren EU-Mitglieder in Zentraleuropa (EU-CEE) hervor, deren Volkswirtschaften durch die anspringende Erholung in der Eurozone begünstigt und deren Finanzmärkte durch starke außenwirt¬schaftliche Positionen und eine umsichtige Politik abgesichert werden. War das Wachstum ursprünglich vom Export getragen, der von der Erholung in der Eurozone angekurbelt wurde, so ist es nunmehr zusehends die Inlandsnachfrage. Bei ihren kurzfristigen Prognosen geht die UniCredit davon aus, dass sich das Wachstum in der Eurozone und in den USA noch etwas beschleunigt, sich die Rohstoffpreise 2016 mit einem leichten Aufwärtspotenzial stabilisieren, China „sanft landet“ und die Fed ihre Zinsen graduell anhebt. Die EZB sollte ihr Anleihenkaufprogramm wie geplant fortsetzen. Unter diesen Annahmen erscheint das globale Umfeld für CEE positiv, wobei insbesondere EU-CEE von den günstigen Rahmenbedingungen profitieren sollte.

"In einem globalen Konjunkturumfeld, das sich nur langsam festigt, erweist sich Zentral- und Osteuropa als der Leistungsträger unter den Schwellenmärkten. Obwohl wir uns kontinuierlich an verschiedene Regulatorien und dynamische Wechselkurse anpassen müssen, sind wir überzeugt, dass CEE weiter ein Wachstumsmotor für unsere Bankengruppe sein wird", sagt Carlo Vivaldi, stv. Vorstandsvorsitzender und Head der CEE Division der Bank Austria. "Die Spannungen in der Ukraine und die internationalen Sanktionen gegen Russland werden wahrscheinlich auch in der nächsten Zukunft die größten Herausforderungen für unsere lokalen Banken sein. Trotzdem hat sich das Kundengeschäft aller unserer Tochterbanken in den ersten neun Monaten dieses Jahres gut entwickelt und das operative Ergebnis hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Wir haben heuer bereits rund 1,1 Millionen neue Kunden gewonnen und investieren weiter in die Digitalisierung unseres Bankgeschäftes."

Die Bilanz5
Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 30. September 2015 auf 194,0 Milliarden Euro6 und lag damit um 2,6 Prozent oder 4,9 Milliarden Euro höher als zum Vorjahresultimo (31.12.2014: 189,1 Milliarden Euro).

Auf der Aktivseite stiegen sowohl die Kundenforderungen per Ende September um 2,5 Prozent oder 2,8 Milliarden Euro auf 116,5 Milliarden Euro (31.12.2014: 113,7 Milliarden Euro) als auch die Forderungen an Kreditinstitute um 6,2 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro (31.12.2014: 30,5 Milliarden Euro).

Auf der Passivseite stiegen die Kundeneinlagen deutlich um 8,6 Prozent auf 111,0 Milliarden Euro (31.12.2014: 102,3 Milliarden Euro), was deutliche Zuwächse sowohl in Österreich als auch in CEE wiederspiegelt, während die verbrieften Verbindlichkeiten aufgrund ausgelaufener Schuldverschreibungen um 4 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro zurückgingen (31.12.2014: 30,0 Milliarden Euro). Die Primärmittel, also die Summe aus den beiden Positionen stiegen um 7,6 Milliarden Euro oder 5,7 Prozent auf 139,8 Milliarden Euro. Daraus errechnet sich eine Loans/Direct Funding Ratio von 83,3 Prozent. Das heißt, dass die Kundenforderungen durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen zu 120 Prozent gedeckt sind.

Die gemäß Basel 3 zu berechnende Leverage-Ratio liegt per 30. September dieses Jahres bei exzellenten 5,7 Prozent gemäß Basel 3-Übergangsbestimmungen.

Das regulatorische Eigenkapital7 verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresultimo um 1,1 Milliarden Euro auf nunmehr 18,6 Milliarden Euro.

Die Gesamtkapitalquote8 bezogen auf alle Risiken beläuft sich per 30. September 2015 auf solide 14,2 Prozent, die Kernkapitalquote Common Equity Tier 1 liegt bei exzellenten 10,6 Prozent bezogen auf alle Risiken.

Der Personalstand der Bank Austria Gruppe inklusive der bei Tochtergesellschaften9 der UniCredit Gruppe in Österreich beschäftigten MitarbeiterInnen10 beläuft sich zum 30. September 2015 auf 57.080 MitarbeiterInnen [FTE] (30. September 2014: 57.553 MitarbeiterInnen). Davon waren 9.280 Vollzeitarbeitskräfte (FTE) in Österreich und 47.800 FTE in den CEE-Ländern beschäftigt.

 Tabellen (PDF; 169 KB)

Rückfragen:
UniCredit Bank Austria Pressestelle
Martin Halama, Tel. +43 (0)5 05 05 52371
E-Mail: martin.halama@unicreditgroup.at

1Vorjahresvergleiche für Kundenkredite und Kundeneinlagen hier um Veränderungen im Konsolidierungskreis bereinigt
2Berechnung der Kapitalquoten gemäß Basel 3 Übergangsbestimmungen; das Ergebnis des ersten Halbjahres ist im regulatorischen Kapital und in den Kapitalquoten enthalten.
3Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden die Vergleichszahlen zum 30. September 2014 bereinigt dargestellt: Es wurden die Leasing-Aktivitäten im Vorjahr großteils von der UniCredit Muttergesellschaft auf die Bank Austria übertragen und die Segmentberichterstattung an diese neue Struktur entsprechend angepasst. Die GuV-Positionen betreffend Ukrsotsbank werden weiterhin in der Position „Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen“ ausgewiesen.
4Berechnung der Kapitalquoten gemäß Basel 3 Übergangsbestimmungen; das Ergebnis des ersten Halbjahres ist im regulatorischen Kapital und in den Kapitalquoten enthalten.
5Vergleiche hier gegenüber den publizierten Vorjahreszahlen
6Beteiligung an der Yapi Kredi in der Türkei „at equity“ (d.h. nur mit anteiligem Eigenkapital enthalten).
7Auf Basis von IFRS berechnet
8Berechnung der Kapitalquoten gemäß Basel 3 Übergangsbestimmungen; das Ergebnis des ersten Halbjahres ist im regulatorischen Kapital und in den Kapitalquoten enthalten.
9Im Wesentlichen UniCredit Business Integrated Solutions Austria GmbH (UBIS Austria) und Pioneer Investments Austria.
10Inklusive der MitarbeiterInnen des at equity konsolidierten türkischen Joint-Ventures.