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Presseinformation

25.09.2015

CEE Quarterly 04/2015:
CEE präsentiert sich im Herbst 2015 als neuer sicherer Hafen

  • Erste Anzeichen eines Aufschwungs in der Eurozone unterstützen die Volkswirtschaften der Teilregion EU-CEE1. Zugleich sichern starke außenwirtschaftliche Positionen und eine umsichtige Politik die Finanzmärkte.
  • Anders als in anderen Schwellenmärkten haben sich die Währungen und Preise in EU-CEE während der jüngsten Turbulenzen kaum bewegt. Das macht die Region für Emerging Markets-Investoren zu einem "sicheren Hafen".
  • Die anhaltende Marktvolatilität bedeutet für die Länder ganz unterschiedliche Risiken, doch der globale makroökonomische Ausblick für CEE bleibt günstig. Die Region scheint trotz ihrer Heterogenität für potenzielle Herausforderungen besser gerüstet als die meisten anderen großen Schwellenmärkte.

Wie das UniCredit CEE Quarterly 04/2015 ausführt, dürfte die Marktvolatilität im 3. Quartal ihren Höhepunkt erreicht haben, als die Unklarheit, ob die Fed nun die Zinsen erhöhen würde oder nicht, durch zunehmende Ängste vor einer "harten Landung" Chinas zusätzlich verstärkt wurde. So gerieten Investitionen in Schwellenmärkten unter Druck: Die Währungen verloren an Wert, Anleihen- und Aktienpreise erreichten Höchststände und die Wachstumsaussichten ließen nach. Das schwierige externe Umfeld in CEE verstärkte die wachsende Divergenz innerhalb der Region. Während die beiden größten Volkswirtschaften, Russland und die Türkei, gar nicht gut aussahen, überstanden die anderen die jüngsten Marktturbulenzen weitgehend unbeschadet.

Resilienz in EU-CEE
In EU-CEE setzte sich das schwungvolle Wachstum im 2. Quartal fort, und auch für das 3. Quartal ist laut kurzfristigen Indikatoren mit einem Anhalten der Dynamik zu rechnen. Wir erwarten für das gesamte Jahr ein reales BIP-Wachstum von 2 bis 3,5 Prozent, etwas über dem Potenzial. Während das Wachstum zunächst durch Exporte bestimmt wurde, denen der Aufschwung in der EU zugute kam, ist mittlerweile eine Verschiebung in Richtung Inlandsnachfrage festzustellen. Sinkende Arbeitslosigkeit, ein deutlicheres Lohnwachstum und die historisch niedrige Inflation kurbeln den Konsum an. Zugleich fördert die vermehrte Inanspruchnahme von EU-Mitteln die Investitionstätigkeit. Die außenwirtschaftliche Position ist stark und durch ein Exportwachstum geprägt, das zwar nicht mehr die beeindruckenden Werte des 1. Quartals erreicht, aber solide bleibt, wobei die Leistungsbilanzen ausgewogen sind oder sogar Überschüsse erzielt werden. Es fehlt nicht an externer Finanzierung mit positiven Folgen für Währungen und Bonitätseinschätzung.

"Die Länder in EU-CEE mit ihrem geringen Engagement in China, aber auch, weil sie als einzige unter den Emerging Markets vom Preisverfall der Rohstoffe profitieren, werden zunehmend als sicherer Hafen gesehen", sagt Lubomir Mitov, CEE-Chefökonom bei UniCredit.

Den anderen Ländern der Region wie der Türkei gelang es nicht, die positiven Entwicklungen in der EU, die niedrigeren Ölpreise oder die globale Liquiditätsschwemme für sich zu nutzen.

Russland gehört zu den Hauptverlierern der Trendumkehr im Rohstoffzyklus. Da 75 Prozent der Exporteinnahmen und fast die Hälfte aller staatlichen Einnahmen Russlands aus Erdöl und Erdgas stammen, war der neuerliche Ölpreisverfall seit Juli ein erheblicher Schlag für die bereits geschwächte Wirtschaft. Hinzu kommen die Sanktionen, die den Zugang zu verschiedenen Märkten behindern. Die Ukraine, die zuvor in ihre schwerste Finanzkrise und in geopolitische Nöte geraten war, scheint im 2. Quartal 2015 zumindest die Talsohle durchschritten zu haben. Reales BIP, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze stabilisierten sich im Sommer oder zeigen – wenn auch ausgehend von einem sehr tiefen Niveau – sogar erste Ansätze von Wachstum.

Kroatien und Serbien verhalf der Aufschwung im Euroraum aus der Rezession, doch in beiden Ländern dürfte das Wachstum gedämpft, unter 1 Prozent bleiben. Dies hängt teilweise mit dem im Vergleich zu EU-CEE geringeren Anteil der Warenexporte zusammen, ein Umstand, der den positiven Einfluss des Aufschwungs in Europa hemmt. Anders als in EU-CEE liegt die Inlandsnachfrage in Kroatien und Serbien noch darnieder. Sie wird durch erhebliche und zunehmende makroökonomische Ungleichgewichte beeinträchtigt, was das Vertrauen belastet und die politischen Möglichkeiten einschränkt.

Ausblick: Divergierende Entwicklung
Die bisherige Entwicklung lässt in Zukunft für die CEE-Teilregionen zunehmende Divergenzen erwarten. Ein weiterer leichter Aufschwung im Euroraum und in den USA, die Stabilisierung der Rohstoffpreise 2016 mit moderatem Aufwärtspotenzial, eine "weiche Landung" in China sowie nur schrittweise Zinserhöhungen der Fed, so lauten die Annahmen hinter unseren kurzfristigen Prognosen. Wir erwarten, dass die EZB ihr QE-Programm wie geplant fortsetzen wird.

Lubomir Mitov sieht es so: "Unter diesen Voraussetzungen sollte der globale Hintergrund der Entwicklung in CEE zugutekommen. Ganz anders sieht der Ausblick aber für jene Teilregionen aus, die mit unterschiedlichsten makroökonomischen Problemen, der Implementierung der EU-Vorgaben und anstehenden Reformen zu kämpfen haben. Anhand dieser Kriterien ist EU-CEE am besten aufgestellt, um vom beschriebenen günstigen globalen Umfeld zu profitieren."

Im kommenden Jahr wird das kräftige Wachstum in EU-CEE voraussichtlich anhalten und neuerlich über dem Potenzial liegen. Eine leichte Abschwächung ist in Ländern zu erwarten, die sich in ihren Investitionen vor allem auf EU-Mittel stützen, da in der Übergangsphase zwischen zwei EU-Budgets in allen Ländern außer Polen ein Einbruch zu erwarten ist. Der zunehmende Konsum und die höheren Löhne aufgrund der Arbeitskräfteknappheit werden den Rückgang der mit EU-Mitteln finanzierten Investitionen jedoch großteils kompensieren. Mit einem ausgewogenen Wachstum dürften die Außenhandelspositionen stabil bleiben. Angesichts des Vorherrschens ausländischer Direktinvestitionen und starker Fundamentaldaten erscheint uns die externe Finanzierung kaum gefährdet.

Unser Fazit: Trotz ihrer Heterogenität ist die Region CEE heute besser als die meisten anderen großen Schwellenmärkte positioniert, um mögliche Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

UniCredit
UniCredit gehört zu den führenden Geschäftsbanken Europas mit starken Wurzeln in 17 europäischen Ländern. Das Bankennetz von UniCredit, das mehr als 7.100 Filialen und über 127.000 Vollzeit-Mitarbeiter umfasst, ist in rund 50 Märkten vertreten (Stand 30. Juni 2015).

Ein großes internationales Netz betreibt die Gruppe in Zentral- und Osteuropa (CEE) mit fast 2.400 Filialen (3.400 inklusive Türkei).

UniCredit ist in folgenden Ländern tätig: Österreich, Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Deutschland, Italien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Türkei, Ukraine und Ungarn.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.unicreditgroup.eu

1 Bei EU-CEE handelt es sich um die neuen EU-Mitglieder in Zentraleuropa, darunter einige jener Länder, die 2004 und 2007 der Union beitraten, nämlich Bulgarien, die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei. Kroatien wird gesondert behandelt.

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UniCredit Media Relations International
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