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Presseinformation

15.09.2015

Bank Austria Konjunkturindikator:
Erholung in Österreich hält an – für mehr Schwung fehlen vorerst aber noch weitere Impulse

  • Bank Austria Konjunkturindikator im August stabil bei 0,2 Punkten: Industriestimmung belastet, Konsumenten sind etwas zuversichtlicher
  • Bis Jahreswechsel 2015/16 kaum zusätzliche Impulse von Exporten zu erwarten, da schwächere Nachfrage aus Wachstumsmärkten belastet
  • Jedoch wird Konsum Wachstum 2015 tragen – insgesamt etwas lebhaftere Konjunktur in zweiter Jahreshälfte 2015 erwartet
  • Bank Austria rechnet weiterhin mit BIP-Anstieg im Gesamtjahr 2015 von 0,9 Prozent
  • Erholung setzt sich 2016 mit mehr Tempo vor allem aufgrund stärkerer Inlandsnachfrage fort
  • Unverändert angespannte Lage am Arbeitsmarkt

Die Erholung der österreichischen Wirtschaft hält an, jedoch sind auch zu Herbstbeginn keine Impulse für eine spürbare Konjunkturauffrischung auszumachen. "Der Bank Austria Konjunkturindikator erreichte im August 0,2 Punkte und hat sich damit gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Der Dämpfer im Indikator durch die leichte Beeinträchtigung der Stimmung in der Industrie im Vergleich zum Juli konnte durch die zuversichtlicheren Konsumenten ausgeglichen werden", so Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Für das dritte Quartal ergibt sich bisher ebenfalls ein durchschnittlicher Indikatorwert von 0,2 Punkten, nach 0,1 Punkten im zweiten Quartal. "Der aktuelle Bank Austria Konjunkturindikator signalisiert, dass die österreichische Wirtschaft geringfügig höher wächst. Der BIP-Anstieg um 0,5 Prozent im Jahresvergleich im Frühjahr sollte im laufenden Quartal übertroffen werden", so Bruckbauer.

Die österreichischen Verbraucher sind im europäischen Vergleich weiterhin überdurchschnittlich pessimistisch. Jedoch hat sich die Stimmung der heimischen Konsumenten im August trotz der unverändert angespannten Lage am Arbeitsmarkt leicht verbessert. Bei der Berechnung des Bank Austria Konjunkturindikators konnte diese Verbesserung der Konsumentenstimmung die pessimistischere Einschätzung der Geschäftsaussichten der Industrie kompensieren. Nach der gemächlichen Verbesserung in den vergangenen Monaten haben die Konjunktursorgen um einige Emerging Markets die Stimmung in der europäischen Industrie etwas belastet. In Österreich haben sich die negativen Vorgaben sogar etwas stärker in einer Verringerung des Industrievertrauens niedergeschlagen.

"Die Stimmungslage, vor allem aber die Erholung der europäischen Wirtschaft insgesamt zeigt sich trotz der Vielzahl an Konjunkturrisiken der vergangenen Monate, erstaunlich belastbar. Im Fahrwasser des soliden und offenbar strapazierfähigen Aufschwungs in der Eurozone bleibt auch die Erholung der österreichischen Wirtschaft in Fahrt, kann jedoch weiterhin kaum Tempo aufnehmen", so Bruckbauer. Die für die zweite Jahreshälfte erwartete stärkere Auffrischung des Wachstums wird unter den derzeit herrschenden schwierigeren globalen Rahmenbedingungen zwar nicht gänzlich ausfallen, aber zumindest etwas gemäßigter ablaufen. Die Konjunkturschwäche der Emerging Markets, allen voran China, sowie die andauernden Krisen in der Ukraine und die EU-Sanktionen gegen Russland dämpfen die Aussichten für den Welthandel. Österreich als Zulieferer kapitalintensiver Investitionsgüter ist überdurchschnittlich stark betroffen. Die Nachfrage nach österreichischen Exporterzeugnissen wird daher in den kommenden Monaten gestärkt von der anhaltenden Erholung in Europa zwar etwas zulegen können, aber aufgrund der Schwäche der Emerging Markets weniger Wachstumsunterstützung für die heimische Wirtschaft bieten als bisher angenommen. Damit wird auch die Investitionstätigkeit trotz der anhaltend niedrigen Zinsen bis zum Jahreswechsel kaum Schwung aufnehmen können.

Hingegen dürfte der Konsum seine Rolle als solider Träger des Wirtschaftswachstums in den kommenden Monaten noch weiter ausbauen. Die niedrige Inflation, die aufgrund gesunkener Rohstoffpreise, insbesondere für Rohöl, im Jahresdurchschnitt 2015 maximal 1,2 Prozent betragen wird, stärkt die Kaufkraft der österreichischen Verbraucher. "Wir erwarten, dass die im Vergleich zu unseren ursprünglichen Annahmen etwas trägere Exportdynamik bis zum Jahreswechsel durch eine schwungvollere Konsumnachfrage ausgeglichen wird. Bei anhaltend zäher Investitionstätigkeit sollte sich so die Erholung mit leichter Aufwärtstendenz weiter fortsetzen. Für das Gesamtjahr 2015 bleiben wir unverändert bei einer Wachstumsprognose von 0,9 Prozent für die österreichische Wirtschaft", so Bruckbauer.

Etwas bessere Wachstumsaussichten für 2016
Der Konsum wird dank der Lohnsteuerreform im Jahr 2016 ein noch wichtigerer Träger des Wachstums der heimischen Wirtschaft. Insgesamt ist durch die Steuerreform von einem positiven Konjunktureffekt von 0,4 Prozentpunkten auszugehen. In einem noch stabileren europäischen Erholungsumfeld sollte der Stärkung des Konsums eine Ausweitung der Investitionen folgen, die aber aufgrund des relativ niedrigen Auslastungsgrads der heimischen Wirtschaft bescheiden ausfallen wird. "Für 2016 erwarten wir ein Wirtschaftswachstum in Österreich von 1,5 Prozent, da wir davon ausgehen, dass es mehr Unterstützung aus dem Ausland und eine schwungvollere Inlandsnachfrage aufgrund von mehr Investitionen und mehr Konsum geben wird", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Erholung der Wirtschaft kommt am Arbeitsmarkt noch nicht an
Die Erholung der österreichischen Wirtschaft wird sich bis auf weiteres nicht in einer Verbesserung der Lage am österreichischen Arbeitsmarkt niederschlagen. Für 2015 erwarten die Ökonomen der Bank Austria weiterhin einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 9,2 Prozent. Auch für 2016 ist mittlerweile von keiner Verbesserung mehr auszugehen. "Angesichts der etwas besseren Wachstumsaussichten ist für 2016 von einem höheren Beschäftigungsplus als im laufenden Jahr auszugehen. Aufgrund des weiterhin stark steigenden Arbeitskräftepotenzials wird das jedoch nicht ausreichen, die Arbeitslosigkeit zu senken. Im Gegenteil, wir gehen mittlerweile von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote im Jahr 2016 auf 9,5 Prozent aus", so Pudschedl.

 Tabellen (PDF; 134 KB)

Rückfragen:
Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at