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Presseinformation

15.06.2015

Bank Austria Konjunkturindikator:
Moderate Erholung der heimischen Wirtschaft festigt sich

  • Bank Austria Konjunkturindikator mit leichtem Plus im Mai: Österreichs Wirtschaft gewinnt ein wenig an Tempo
  • Erholung in Europa zieht Österreich mit, doch Wirtschaftswachstum bleibt mit 0,3 Prozent im zweiten Quartal hinter europäischem Durchschnitt
  • Erwartetes Wirtschaftswachstum 2015 mit 0,9 Prozent in Österreich klar niedriger als im Euroraum und in Deutschland 
  • Höhere heimische Inflation mitverantwortlich für Wachstumsrückstand Österreichs
  • Fast 5 Prozentpunkte Inflationsaufschlag im Vergleich zu Deutschland seit 2008: Nachzieheffekt des niederen Preisniveaus nach überdurchschnittlichen Wachstumsjahren Österreichs

Die Konjunktur in Österreich verläuft weiterhin nur schleppend. "Der Bank Austria Konjunkturindikator notierte im Mai bei 0,3 Punkten, eine nur marginale Verbesserung gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig signalisiert der Indikator, dass sich die moderate Erholung der heimischen Wirtschaft festigt. Denn seit mittlerweile drei Monaten in Folge liegt der Indikator im positiven Bereich", so Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Nach einem Durchschnittswert von 0,1 Punkten im ersten Quartal 2015 versprechen die bisherigen Zahlen für das zweite Quartal ein höheres Ergebnis. "Die leichte Verbesserung des Bank Austria Konjunkturindikators seit dem Winter lässt für das zweite Quartal ein Wachstum in Österreich von bis zu 0,3 Prozent zum Vorquartal erwarten. Die heimische Wirtschaft wird somit das Plus von 0,1 Prozent zu Jahresbeginn übertreffen", ist Bruckbauer optimistisch. Allerdings wird die Dynamik in Österreich vorerst weiter schwächer als in der Eurozone sein. Für das zweite Quartal rechnen die Ökonomen der Bank Austria mit einem BIP-Anstieg in der Eurozone um 0,4 Prozent. Damit wird in Österreich die Wirtschaftsdynamik das sechste Quartal in Folge niedriger als im europäischen Durchschnitt sein.

Die Erholung der österreichischen Wirtschaft verläuft bislang zwar träge, die Erholung in Europa gibt aber auch der heimischen Wirtschaft einen langsamen Auftrieb. So verbesserte sich die Stimmung in der österreichischen Industrie im Mai dank der anhaltend positiven Stimmung in der europäischen Industrie. Zudem nehmen die Exportaufträge mittlerweile leicht zu. Über den Export erhält die heimische Wirtschaft in den kommenden Monaten frische Impulse, da sich die Erholung in Europa festigt. Der schwächere Euro wird positiv durchschlagen, auch wenn die Konjunktur in einigen Schwellenländern etwas zu erlahmen scheint. Der Exportbelebung sollte in der zweiten Jahreshälfte ein positiver Trend bei den Investitionen folgen. Allerdings ist die Kapazitätsauslastung der heimischen Wirtschaft mit derzeit knapp 84 Prozent noch klar unter dem langjährigen Durchschnitt, klarer als etwa in der Eurozone insgesamt, daher sind die Aussichten für eine kräftige Investitionsbelebung vorerst nicht gegeben. "Wir erwarten, dass der Konsum die leichte Konjunkturbelebung der kommenden Monate tragen wird. Einerseits ist die Stimmung der Verbraucher in Österreich unverändert pessimistisch wenn es um die Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage geht. Andererseits wird jedoch die eigene wirtschaftliche Situation von den heimischen Haushalten überdurchschnittlich gut beurteilt. Das gibt Raum für eine Fortsetzung des moderaten Wachstums des Konsums", Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Die Bank Austria erwartet für das Jahr 2015 ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. "Mehr Rückenwind durch den Konsum ist für 2016 in Sicht. Die Steuerreform löst einen zusätzlichen Wachstumseffekt von fast 0,4 Prozentpunkten aus, vor allem da nach unserer Einschätzung keine vollständige Gegenfinanzierung zu erwarten ist. Damit ist 2016 ein höherer BIP-Anstieg als im laufenden Jahr von 1,5 Prozent möglich", so Pudschedl. Zudem werden in einem Umfeld mit anhaltend niedrigen Zinsen auch die Investitionen mehr Schwung aufnehmen können.

Relative Wachstumsbremse Inflation
In den ersten fünf Monaten betrug die durchschnittliche Inflation 0,9 Prozent im Jahresvergleich und war damit um 0,8 Prozentpunkte tiefer als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Angesichts der Trendumkehr der Rohstoffpreise und nachfragebedingt wird sich in der zweiten Jahreshälfte die Teuerung langsam in Richtung 2 Prozent im Jahresvergleich bewegen. "Im Jahresdurchschnitt 2015 erwarten wir in Österreich eine Inflationsrate von 1,2 Prozent. Damit wird die Teuerung zwar niedrig, aber noch immer beträchtlich höher sein als in den meisten Ländern der Eurozone. Der Konsum wird durch die niedrige Inflation zwar unterstützt, aber viel weniger als etwa in Deutschland, wo die Teuerung 2015 nur 0,1 Prozent betragen sollte. Die im Vergleich zu Deutschland deutlich höhere Inflation in Österreich ist somit für den derzeitigen Wachstumsrückstand der heimischen Wirtschaft mitverantwortlich", analysiert Bruckbauer. Nicht nur 2015 wird die Inflation in Österreich höher als in Deutschland ausfallen. "Schon seit längerem besteht ein Inflationsaufschlag gegenüber Deutschland, der sich in den sieben Jahren seit der Finanzkrise auf fast 5 Prozentpunkte summiert hat. Gründe dafür sind deutlich stärker steigende Dienstleistungspreise, insbesondere im Zusammenhang mit Wohnen sowie Nachrichtenübermittlung. Wir sehen darin zu einem Gutteil einen Nachzieheffekt des niedrigeren österreichischen Preisniveaus an das höhere deutsche Preisniveau – als Folge relativer Wohlstandszugewinne früherer Jahre in Österreich", so Bruckbauer.

 Tabellen (PDF; 140 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at