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Presseinformation

08.05.2015

Bank Austria Volkswirtschaft Bundesländer-Analyse 2014:
Verbesserte Konjunkturlage in den meisten Bundesländern

  • Spitzenreiter beim Wachstum 2014 ist Vorarlberg, gefolgt vom Burgenland und Tirol – Steiermark und Salzburg bilden die Schlusslichter
  • Verbesserte Konjunkturlage in den meisten Bundesländern bei gleichzeitiger Zunahme der Wachstumsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern
  • Unterstützung durch Industrie ließ im Verlauf des Jahres 2014 zwar nach, trotzdem gab es spürbare Impulse für die westlichen Bundesländer – und Kärnten ist dank der Industrie sogar zurück auf Wachstumskurs
  • Bauwirtschaft verlor an Schwung, leistete aber dennoch in fünf Bundesländern einen positiven Wachstumsbeitrag
  • Dienstleistungen im Westen und ganz im Osten leicht im Aufwind
  • 2015 bessere Wachstumsaussichten für fast alle Bundesländer: "Industrie"-Bundesländer wie Vorarlberg und Oberösterreich leicht im Vorteil; aber auch "Dienstleistungshochburgen" haben in der zweiten Jahreshälfte Verbesserungspotenzial
  • Auch 2015 geht Rekordbeschäftigung mit Rekordarbeitslosigkeit einher

2014 ließ eine Vielzahl unterschiedlicher externer Einflüsse für die österreichische Wirtschaft in Summe nur ein Miniwachstum von 0,3 Prozent im Jahresvergleich zu. Von den positiven Effekten, wie etwa dem kräftigen Aufschwung in den USA oder der moderaten Erholung in Europa, profitierten die einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich. Andererseits waren die Belastungen durch den nachlassenden Rückenwind aus den Schwellenländern und die geopolitischen Spannungen durch den Ukraine-Konflikt mit Russland nicht für alle Bundesländer schwerwiegend. „Im Vorjahr drifteten Österreichs Bundesländer in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von vielen, zum Teil gegensätzlichen externen Einflüssen gekennzeichnet war, konjunkturell auseinander. Zwar hat sich die Konjunkturlage in den meisten Bundesländern verbessert, aber auch die Wachstumsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern haben zugenommen“, fasst Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer die wichtigsten Ergebnisse der Bank Austria Bundesländer-Analyse zusammen.

Vorarlberg ist 2014 Spitzenreiter beim Wachstum
„Vorarlberg erzielte mit fast 2,5 Prozent das stärkste Wachstum aller Bundesländer und überholte 2014 das Burgenland und Tirol, die als ‚Zweitplatzierte‘ ex aequo mit Respektabstand folgen. In Vorarlberg waren die traditionell starke Industrie und die Belebung einzelner Dienstleistungen die wichtigsten Treiber der breiten Expansion der Vorarlberger Wirtschaft “, analysiert Bruckbauer. Die „Zweitplatzierten“ Burgenland und Tirol erreichten 2014 ein kräftiges Plus von je 1,2 Prozent. Das Burgenland, 2013 noch Sieger des damaligen Konjunkturrankings, fiel im Vorjahr zurück, da es vom Einmaleffekt einer großen Firmenverlegung nicht mehr profitieren konnte. Tirol hingegen profitierte im Jahresverlauf von einer Auffrischung der Exportnachfrage nach Industrieerzeugnissen. Auch in Oberösterreich und in Kärnten legte die Wirtschaft überdurchschnittlich stark zu. Die östlichen Bundesländer konnten von den bestehenden Rahmenbedingungen offenbar wenig bis nicht profitieren. Niederösterreich und Wien erreichten nur ein minimales Plus. Auch die steirische Wirtschaft schwächelte, belastet von einer insbesondere in der zweiten Jahreshälfte sehr zurückhaltenden Exportnachfrage, die einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Steiermark 2014 eine schwächere Wirtschaftsdynamik hatte als im Jahr davor. Salzburg ist das Schlusslicht im Bundesländerranking. Nach Berechnungen der Ökonomen der Bank Austria stagnierte die Salzburger Wirtschaft im Jahr 2014. Insgesamt hatten somit zwei Bundesländer eine schwächere Wirtschaftsdynamik als im Jahr davor.

Industrie liefert nur vereinzelt Wachstumsimpulse
„2014 konnte die exportabhängige Industrie Österreichs insgesamt keinen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten, da sie nach einem moderaten Beginn insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2014 zunehmend unter Druck geraten ist. Dagegen sorgte in einzelnen Bundesländern, vor allem in Vorarlberg und in Tirol, eine unter den bestehenden Rahmenbedingungen günstige regionale Ausrichtung der Exporte in Kombination mit der passenden Branchenstruktur für zum Teil sehr kräftige Impulse“, analysiert Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl die wichtigsten Branchentrends. Die Entwicklung der einzelnen Branchen war 2014 sehr durchwachsen. Der Fahrzeugbau war mit einem Plus von fast 4 Prozent eine der Wachstumsstützen der österreichischen Industrie. Auch die Herstellung von elektronischen und optischen Erzeugnissen, elektrischen Ausrüstungen, die chemische und pharmazeutische Industrie und auch die Nahrungsmittelerzeugung steigerten 2014 ihre Produktion, während etwa die metallverarbeitende Industrie, der Maschinenbau sowie insbesondere die Energiewirtschaft Einbußen hinnehmen mussten. Neben Vorarlberg mit einem Plus um rund 8 Prozent und Tirol mit rund 3 Prozent profitierten auch Oberösterreich, das Burgenland und Kärnten von einem Wachstum des Produktionssektors.

Bauwirtschaft leistete in fünf Bundesländern positiven Wachstumsbeitrag
Die Baukonjunktur in Österreich, vor allem der Hochbau, verlor im Verlauf des Jahres 2014 erheblich an Schwung. Jedoch wurde mit Unterstützung des Tiefbaus im Österreichschnitt ein geringer Wertschöpfungsanstieg um 0,5 Prozent real erzielt. In fünf Bundesländern konnte der Bau einen positiven Wachstumsbeitrag leisten. Vor allem in der Steiermark, aber auch in Vorarlberg und in Salzburg sorgte der Sektor sogar für überdurchschnittlich starken Schwung. In Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und in Kärnten dagegen dämpfte die Entwicklung am Bau die Wirtschaftsentwicklung.

Dienstleistungssektor mit schwachem Plus – in Wien am spürbarsten
Der österreichische Dienstleistungssektor schloss das Jahr 2014 aufgrund der guten Entwicklung im Gesundheits- und Sozialbereich, bei öffentlichen Dienstleistungen und im Immobiliensektor mit einem leichten Anstieg der Wertschöpfung ab. „Im Dienstleistungszentrum Wien und auch in der Steiermark stützte der Dienstleistungssektor die gesamtwirtschaftliche Entwicklung spürbar. In den restlichen Bundesländern blieb der Wachstumsbeitrag jedoch marginal“, meint Pudschedl. Gründe dafür: Der Handel war in einem sehr angespannten Arbeitsmarktumfeld stark unter Druck. Zudem war die Einnahmenentwicklung im Tourismus angesichts eines Übernachtungsrückgangs in den westlichen Bundesländern angespannt und auch bei den unternehmensnahen Dienstleistungen gab es aufgrund der trägen Industriekonjunktur wenige Impulse.

2015 bessere Wachstumsaussichten in fast allen Bundesländern erwartet
„Angesichts eines verbesserten wirtschaftlichen Umfelds ist im Jahr 2015 für fast alle Bundesländer eine günstigere Konjunkturentwicklung als im Vorjahr in Sicht“, meint Pudschedl. Günstige externe Rahmenbedingungen, wie etwa die Festigung der Erholung in Europa, der schwächere Euro und niedrige Ölpreise, werden nach einem zurückhaltenden Jahresbeginn eine moderate Belebung der österreichischen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf unterstützen. Der Außenhandel wird an Schwung gewinnen, trotz der sich in einigen Wachstumsmärkten etwas eintrübenden Konjunktur und trotz der anhaltenden Russland/Ukraine-Krise. Jedoch wird der Außenhandel aufgrund der stärkeren Importe nicht mehr so stark zum Wachstum beitragen können. Die Auffrischung der Auslandsnachfrage sollte jedoch der Investitionstätigkeit in der zweiten Jahreshälfte auf die Sprünge helfen, zumal die Finanzierungsbedingungen durch die lockere Geldpolitik der EZB anhaltend günstig bleiben sollten. Auch hält der private Konsum, unterstützt durch die niedrige Inflation, seinen moderaten Wachstumskurs. Damit wird die Inlandsnachfrage in den kommenden Monaten ein immer wichtigerer Träger der österreichischen Wirtschaftsdynamik werden. Die österreichische Wirtschaft wird in diesem Umfeld mit 0,9 Prozent ein klar höheres Wachstum als 2014 erreichen können.

Das moderate Wachstum in Österreich wird 2015 auf breiter Basis stehen. Die Wachstumschancen für die einzelnen Bundesländer sind ausgeglichener. Daher sind auch etwas geringere Wachstumsunterschiede zwischen den Bundesländern als im Vorjahr zu erwarten. „Leichte Vorteile bestehen 2015 nach unserer Einschätzung für stärker exportorientierte, breit aufgestellte Industrie-Bundesländer. Damit werden regional eher die westlichen Bundesländer im Vorteil sein. Für Vorarlberg, Oberösterreich und auch die Steiermark erwarten wir ein Wirtschaftswachstum um mehr als ein Prozent“, so Pudschedl. In den östlichen Bundesländern werden die Wachstumsraten voraussichtlich unter dem Bundesschnitt bleiben. Jedoch sollten „Dienstleistungshochburgen“ wie Salzburg und mit etwas Abstand Wien von einer stärkeren Dynamik des Sektors im späteren Jahresverlauf profitieren.

Lage am Arbeitsmarkt in allen Bundesländern verschärft
Das Jahr 2014 war für die österreichischen Bundesländer einerseits das Jahr der Rekordarbeitslosigkeit, andererseits aber auch der Rekordbeschäftigung. Dabei schlug sich die unterschiedliche Konjunkturentwicklung in der Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte nieder. In Wien und Salzburg stieg die Arbeitslosigkeit zweistellig. Auch Oberösterreich verzeichnete 2014 einen starken relativen Anstieg der Arbeitslosenzahlen, hielt aber mit 5,7 Prozent im Jahresdurchschnitt die niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs, jedoch nunmehr gemeinsam mit Salzburg. Wien wies mit 11,6 Prozent den höchsten Wert Österreichs auf. Andererseits stiegen 2014 trotz der flauen Konjunktur die Beschäftigungsverhältnisse in fast allen Bundesländern stärker an. Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse stieg im Durchschnitt um immerhin 0,6 Prozent, in Vorarlberg als Spitzenreiter sogar um 1,6 Prozent. „2014 war wieder ein Jahr der Rekordbeschäftigung, denn in acht von neun Bundesländern wurde dank Zuwächsen im Dienstleistungsbereich ein neues Allzeithoch erreicht“, so Bruckbauer und ergänzt: „Leider war 2014 aber auch das Jahr der Rekordarbeitslosigkeit.“ Für das Jahr 2015 ist in allen Bundesländern von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auszugehen – in Gesamtösterreich von durchschnittlich 8,4 auf über 9 Prozent. In den Bundesländern wird die Bandbreite zwischen 6 Prozent (Salzburg) und über 13 Prozent (Wien) liegen.

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Eine detaillierte Analyse der Wirtschaftsentwicklung in den österreichischen Bundesländern mit einem Ausblick auf das Jahr 2015 sind in der Publikation der Bank Austria „Bundesländer Überblick“ enthalten. Die Broschüre ist auf der Homepage der Bank Austria in Kürze gratis zum Download verfügbar.