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Presseinformation

27.04.2015

Niedriger Ölpreis mischt die Karten der globalen Konjunktur neu – Erfolgreiche Anleger müssen Zusammenhänge verstehen

  • Holprige Erholung der Weltwirtschaft und Kampf um Marktanteile hält Ölpreis niedrig
  • Industrieländer als Gewinner während ölproduzierende Staaten mit Bremseffekten rechnen müssen
  • Trotz eines rasanten Anstiegs alternativer Energiequellen, werden auch in 20 Jahren fossile Brennstoffe die wichtigsten Energie Träger sein
  • Wachstum der Energienachfrage kommt fast ausschließlich aus Nicht-OECD-Staaten
  • Die globalen Energiehandelsströme werden sich verändern
  • Attraktiv bewertete Energieaktien bieten dem informierten Anleger Chancen

Im Rahmen der Private Banking Strategiegespräche lud die Bank Austria neben interessierten Anlegerinnen und Anlegern hochkarätige internationale Expertinnen und Experten ein, um die Ursachen und Auswirkungen des Ölpreisverfalls sowie die zukünftige Entwicklung dieses "Schmiermittels der Weltwirtschaft" zu erörtern. "Zum aktuellen Ölpreis könnte man sagen: ‚des einen Freud, des anderen Leid", meint Robert Zadrazil, Vorstand Private Banking der Bank Austria zu Beginn, "denn was für den privaten Konsum einen gewaltigen Schub darstellt, ist für die Weltwirtschaft insgesamt betrachtet in gewisser Weise ein großer Schock".

Die Gründe für den Ölpreisverfall
Eine holprige Erholung der Weltwirtschaft, bei der selbst ölhungrige Konjunkturmotoren, wie zum Beispiel China, mit sinkenden Wachstumszahlen zu kämpfen haben, hat die weltweite Nachfrage nach Öl in den Keller getrieben. Gleichzeitig hat ein Kampf um Anteile am Weltmarkt aber verhindert, dass die Produktionsmengen sich der gesunkenen Nachfrage angleichen. So hat etwa die OPEC ihre Fördermengen nicht gedrosselt, um gegenüber den USA und ihrem teurer zu produzierenden Fracking-Öl Marktanteile gut zu machen. Das Resultat sind eine weltweit weiterhin steigende Ölproduktion und bis zum Überlaufen gefüllte Lagerkapazitäten.

Cui bono – Wer gehört zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern dieser Entwicklung?
Global gesehen profitieren vor allem Industriestaaten wie die USA und die Länder Westeuropas von den niedrigen Energiepreisen, aber auch führende Schwellenländer wie China erhalten durch billigeres Öl grundsätzlich Wachstumsimpulse. "Dagegen müssen ölproduzierende Staaten im Mittleren Osten sowie Russland und Norwegen mit deutlichen Bremseffekten rechnen", erklärt Robert Zadrazil.
Dass diese Rechnung nicht ganz so simpel aufzulösen ist, zeigt ein markantes Beispiel: So profitiert Deutschland als großer Erdölverbraucher und -importeur zwar von den sinkenden Notierungen, muss aber gleichzeitig mitansehen, wie wichtige Absatzmärkte für Exporte der Industrie wie Russland oder Saudi-Arabien, die gleichzeitig auch führende Ölproduzenten sind, weniger abnehmen.
So wenig man zwischen Nationen von klaren Gewinnern oder Verlierern sprechen kann, so unmöglich ist das auch innerhalb der Gesellschaften. "Denn wer hier wirklich 'Gewinner' und wer 'Verlierer' des niedrigen Preises ist, das verschwimmt angesichts der vielseitigen Auswirkungen, die der niedrige Ölpreis auf die Wirtschaft insgesamt hat", stellt Zadrazil fest. Für Österreich wirkt der dauerhaft niedrige Ölpreis trotzdem wie eine Konjunkturspritze. "Österreich mit seiner exportorientierten Industrie ist daher ein Profiteur tiefer Energiepreise", erklärt Zadrazil.

Ölpreis quo vadis?
Damit Öl- und Energiepreise in Zukunft wieder steigen, braucht es eine anspringende Weltwirtschaft, denn "die Ölnachfrage wächst normalerweise mit einem Drittel der Wachstumsrate der Weltwirtschaft", weiß Robin Batchelor, Managing Director, Portfolio Manager und Energieexperte bei BlackRock. Für einen Aufwärtstrend der globalen Konjunktur sieht er auch bereits eindeutige Anzeichen: "Der Rückgang im Ölpreis hat die Nachfrage in den USA und Europa bereits stimuliert und die bisherige Überproduktion am US-Markt sollte sich heuer stabilisieren und 2016 zurückgehen." Und auch Gerlinde Hofer, BP Austria Head of Country, glaubt nicht an ein Ende des Ölzeitalters: "Auch wenn Alternativenergien einen rasanten Aufstieg und zunehmende Bedeutung erlangen, ist ihr Anteil am gesamten Energiemix noch gering. Selbst in 20 Jahren werden fossile Brennstoffe die wichtigsten Energie Träger sein, auch wenn sich innerhalb dieser Kategorie die Schwerpunkte verschieben werden. Gas ist heute schon der am schnellsten wachsende fossile Energieträger. Besonders in den nächsten zwei Jahrzenten wird das Wachstum der Nicht-OECD Länder die Nachfrage nach Öl anheizen." Daneben wird eine Verlagerung der Weltwirtschaftsleistung von den heutigen Industriestaaten hin zu den Schwellenländern auch eine Veränderung der Energiehandelsströme von Westen nach Osten nach sich ziehen.

Priv.-Doz.Mag. Dr. Thomas Roithner näherte sich dem Thema Öl bzw. Ressourcen aus einer gänzlich anderen Perspektive. Die Sicherung von Ressourcen führt häufig zu Konflikten. So zählt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung für das Jahr 2014 weltweit 96 Ressourcenkonflikte. Neun davon werden als Kriege klassifiziert. Eine der konfliktträchtigsten Ressourcen ist Erdöl. Abseits des Rohstoffhandels aktiviert die westliche Staatengemeinschaft ihr Militär zur Sicherung von Ressourcen. "Ein gefährliches geopolitisches und geoökonomisches Spiel mit hohem Einsatz und potenten Gegnern", meint Thomas Roithner. Die globalen Gewichte der einzelnen Volkswirtschaften verschieben sich, der lange dominierende Westen verliert an Gewicht. Die Phase des Machtübergangs zeigt sich nicht zuletzt im globalen Wettstreit um Ressourcen. Aus Sicht der Friedensforschung warnt Roithner davor, dass eine überwiegend strategisch-militärische Betrachtung zu einer Verengung beim Problembewusstsein, bei den möglichen Lösungsansätzen und den verwendeten Instrumenten führt. Das Thema Ressourcenverteilung darf nicht von Aspekten der Ökologie, der Menschenrechte und der Verteilungsgerechtigkeit losgelöst werden, denn "Friede steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Gerechtigkeit."

Was bedeutet das alles nun aus Anlegersicht?
Einerseits birgt die derzeitige Situation großes Potential für informierte Anlegerinnen und Anleger, weiß Batchelor: "In der Vergangenheit folgten auf Ölpreiseinbrüche, wie zum Beispiel 1985 und 1999, Phasen mit Outperformance." Doch Robert Zadrazil rät trotzdem zu Vorsicht: "Die heutige Weltwirtschaft mit all ihren Ressourcen- und Handelsströmen ist extrem vernetzt und hochkomplex. Um die Auswirkungen einzelner Parameter auf die Märkte zu verstehen, braucht es umfassende Hintergrundinformationen und Experten-Know-how um aus diesen Informationen die richtigen Schlüsse ziehen zu können." Privaten Anlegerinnen und Anlegern, so Zadrazil, fehlt es aber meistens an Zeit und Informationszugang um diese Analysen vornehmen zu können und buy-and-hold funktioniert nicht mehr. "Daher bieten wir unseren Kundinnen und Kunden, egal ob im Vermögensmanagement oder bei eigener Anlageletztentscheidung eine umfassende Beratung, aktuelle Marktinformationen und Analysen unserer Expertinnen und Experten an. Denn nur informierte Anleger mit einem breit diversifizierten und aktiv gemanagten Portfolio werden anhaltenden Anlageerfolg haben."

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Volker Moser, Tel. +43 (0) 50505 - 52854
E-Mail: volker.moser@unicreditgroup.at

Disclaimer:
Die vorliegenden Informationen stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Insbesondere sind sie kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von bestimmten Wertpapieren. Sie dienen nur der Erstinformation und können eine auf die individuellen Verhältnisse und Kenntnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers bezogene Beratung nicht ersetzen. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden.

Diese Marketingmitteilung wurde von der UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, 1010 Wien erstellt.