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Presseinformation

15.04.2015

Bank Austria Konjunkturindikator:
Schwache Frühlingssignale der österreichischen Wirtschaft

  • Bank Austria Konjunkturindikator steigt im März etwas an: Moderates Wachstum der heimischen Wirtschaft im ersten Quartal dank Konsum und schwachen Importen
  • Stimmungsaufhellung der Verbraucher und der Industrie in Europa greift auf Österreich über
  • Günstiges externes Umfeld unterstützt Konjunkturaufhellung im Jahresverlauf: BIP-Anstieg 2015 unverändert mit 0,9 Prozent und 2016 mit 1,5 Prozent erwartet
  • Ölpreisrückgang senkt Inflation im ersten Quartal auf 0,8 Prozent im Jahresvergleich, doch Trendwende steht bevor

Ende des ersten Quartals 2015 waren erstmals seit rund einem halben Jahr zarte Signale einer Konjunkturaufhellung in Österreich erkennbar. "Der Bank Austria Konjunkturindikator ist im März auf 0,3 Punkte gestiegen. Erstmals seit November vorigen Jahres hat der Indikator damit wieder einen positiven Wert angenommen, der einen zumindest leichten Aufwind der heimischen Wirtschaft signalisiert", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Nach einem Minus im Schlussquartal 2014 hat der Indikator mit dem Anstieg im März auch im Durchschnitt der ersten drei Monate des Jahres 2015 geringfügig ins Plus gedreht.

Für das abgeschlossene erste Quartal 2015 gehen die Ökonomen der Bank Austria von einem schwachen Wachstum der österreichischen Wirtschaft aus. "Zu Beginn des laufenden Jahres ist die Wirtschaftsleistung um maximal 0,2 Prozent zum Vorquartal gestiegen und hat damit den moderaten Rückgang gegen Ende 2014 allenfalls kompensieren können. Dabei waren die Nettoexporte und der private Konsum die stützenden Kräfte", schätzt Bruckbauer. Zwar fehlte den Exporten trotz der Abschwächung des Euros in den ersten Monaten 2015 weiterhin der Schwung, doch auch die Importnachfrage blieb bisher bedingt durch die anhaltende Investitionszurückhaltung schwach, so dass der Außenhandel insgesamt trotzdem einen positiven Wachstumsbeitrag leisten konnte. Zudem signalisieren die vorliegenden Einzelhandelsdaten ein moderates Plus des privaten Konsums, unterstützt durch die niedrige Inflation im ersten Quartal.

Die seit einigen Monaten spürbare Verbesserung des Konjunkturklimas in Europa sollte demnächst auch auf Österreich überschwappen. Die Stimmung in der europäischen Industrie geht vor allem dank des Aufwärtstrends in Deutschland, aber auch der klaren Verbesserung in Italien, dem zweitwichtigsten Handelspartner der österreichischen Wirtschaft nach oben. Der mit dem österreichischen Außenhandel gewichtete Industrieindex liegt daher klar über dem langjährigen Durchschnittswert. Die Stimmung in der österreichischen Industrie zeigte sich davon allerdings bisher noch wenig beeindruckt und ist im Vergleich mit den meisten europäischen Ländern spürbar reservierter. Trotz der leichten Verbesserung im März wird die Lage von Erzeugerseite zurückhaltender als im Jahr 2014 eingeschätzt. "Nicht nur die Stimmung in der europäischen Industrie vor allem auch jene der österreichischen Verbraucher hat sich gegenüber dem Vormonat aufgehellt. Die jüngste Klimaverbesserung, die sich in dem leichten Anstieg des Bank Austria Konjunkturindikators im März niedergeschlagen hat, sollte in den kommenden Monaten auch in der Industrie den Weg für eine allmähliche Belebung in Österreich ebnen", so Bruckbauer.

Die günstigen externen Rahmenbedingungen, gekennzeichnet von der Festigung der Erholung in Europa sowie dem schwächeren Euro und den niedrigen Ölpreisen, werden im weiteren Verlauf des Jahres 2015 eine moderate Belebung der österreichischen Wirtschaft unterstützen. Der Außenhandel wird trotz der sich in einigen Wachstumsmärkten etwas eintrübenden Konjunktur sowie der anhaltenden Russland/Ukraine-Krise zwar an Schwung gewinnen, aber aufgrund der stärkeren Importe nicht mehr so stark zum Wachstum beitragen können. Die Auffrischung der Auslandsnachfrage sollte jedoch der Investitionstätigkeit in der zweiten Jahreshälfte auf die Sprünge helfen, zumal die Finanzierungsbedingungen durch die lockere Geldpolitik der EZB anhaltend günstig bleiben sollten. Der private Konsum hält unterstützt durch die niedrige Inflation seinen moderaten Wachstumskurs, so dass die Inlandsnachfrage in den kommenden Monaten ein immer wichtigerer Träger der österreichischen Wirtschaftdynamik werden wird. "Nach den ersten Anzeichen eines Frühlingserwachens besteht die Aussicht auf eine moderate Belebung der österreichischen Wirtschaft bis zum Jahresende. Wir halten unverändert an unserer Wachstumsprognose für 2015 von 0,9 Prozent fest", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Für 2016 geht die Bank Austria bei Fortsetzung eines ruhigen Wachstumskurs in einem anhaltend günstigen externen Umfeld von einem fast ausschließlich von der Inlandsnachfrage getragenem BIP-Anstieg von 1,5 Prozent aus.

Leichte Zunahme der Teuerung ab Sommer
Der starke Preisverfall von Rohöl hat die Teuerung im ersten Quartal 2015 auf durchschnittlich 0,8 Prozent im Jahresvergleich verringert, nach noch 1,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2014. "Im Jahresdurchschnitt 2015 erwarten wir eine Inflationsrate von 0,9 Prozent, die sich 2016 auf 1,6 Prozent erhöhen wird. Denn mittlerweile ist der Rückgang der Rohstoffpreise zumindest gemessen in Euro ausgelaufen, der schwächere Euro treibt bereits die Importpreise von einigen Konsumgütern nach oben und die Unternehmen konnten zuletzt ihre Preissetzungsmacht wieder stärken", analysiert Pudschedl die Gründe für die bevorstehende Trendwende der Teuerung in Österreich. Der Preisdruck bleibt vorerst sehr gedämpft, sodass die Inflation bis zum Sommer nahe dem aktuellen Niveau liegen sollte. In der zweiten Jahreshälfte wird sich der Ölpreiseffekt langsam umkehren und es ist auch nachfragebedingt wieder mit einem leichten Anziehen der Inflation zu rechnen.

"Während sich der Wachstumsausblick langsam aufhellt, beginnen sich die Deflationssorgen zu verflüchtigen. Die Inflationsaussichten in Österreich, wie vor auch im gesamten Europa, normalisieren sich", fasst Bruckbauer vorsichtig optimistisch die aktuellen Wirtschaftstrends zusammen.

 Tabellen (PDF;56 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at