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Presseinformation

30.03.2015

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im März:
Österreichs Industriekonjunktur setzt Talfahrt weiter fort

  • Abwärtstrend der heimischen Industrie verstärkt sich zu Frühlingsbeginn: Bank Austria EinkaufsManagerIndex sinkt im März auf 47,7 Punkte 
  • Fehlende Nachfrage sorgt für starken Produktionsrückgang
  • Beschäftigungsabbau in Österreichs Industrie nimmt zu
  • Abschwächung des Euro bremst Rückgang der Einkaufspreise: Kostenentlastung nimmt ab
  • Erholung des Sektors dürfte sich zumindest in die zweite Jahreshälfte 2015 verschieben

Die österreichische Industrie kann sich auch zu Beginn des Frühlings der anhaltenden Verbesserung des Konjunkturklimas in Europa nicht anschließen. "Die Talfahrt der Industrie in Österreich hat sich im März entgegen dem positiven gesamteuropäischen Trend beschleunigt. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex büßte im März einen ganzen Punkt ein und erreicht nur noch einen Wert von 47,7",analysiert Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der Indikator, der auf einer monatlichen Umfrage unter Einkaufsmanagern österreichischer Produktionsbetriebe basiert, hat in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren selten tiefer notiert als derzeit. "Im März setzten sich nicht nur der Produktions- und Auftragsrückgang fort, auch der Stellenabbau beschleunigte sich im Vergleich zum Vormonat nochmals. Hingegen schwächte sich der Rückgang der Einkaufs- und Verkaufspreise ab", fasst Bruckbauer einige Detailergebnisse der aktuellen Umfrage zusammen.

Vor allem der starke Rückgang der Produktion spiegelt die Verschlechterung der Lage der heimischen Industrie im März wider. "Die Verringerung der Produktionsleistung der österreichischen Industriebetriebe zu Frühlingsbeginn ist eine unmittelbare Folge der weiter nachlassenden Nachfrage. Aufgrund des als schlecht empfundenen gesamtwirtschaftlichen Umfelds kam es vor allem zu Einbußen bei Neuaufträgen aus Österreich, doch auch aus dem Ausland gingen weniger Aufträge als im Vormonat ein", so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Trotz eines scharfen Wettbewerbs auf den Auslandsmärkten zeigte sich im Export zumindest eine Verlangsamung der rückläufigen Auftragsentwicklung. Aufgrund der ausbleibenden Neu- und Folgeaufträge nahmen auch die Auftragspolster im März weiter ab.

Aufgrund der schwachen Nachfrage und der rückläufigen Produktion haben die österreichischen Produktionsbetriebe im März die Personalkapazitäten weiter verringert. "Der seit mehr als einem halben Jahr laufende Jobabbau in der heimischen Industrie hat mit Frühlingsbeginn sogar noch an Tempo zugelegt. Angesichts der aktuellen Auftragsentwicklung ist eine Trendwende bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im Sektor derzeit nicht in Sicht", so Pudschedl. Die Lage am Arbeitsmarkt wird angesichts des noch geringen Auslastungsgrads in der heimischen Industrie voraussichtlich noch längere Zeit angespannt bleiben.

"Die Kostenentlastung, die in den vergangenen Monaten für die heimischen Industriebetriebe aufgrund stark sinkender Einkaufspreise spürbar war, hat sich im März reduziert. Die Abschwächung des Euros führte zum Teil zu höheren Importpreisen für Rohstoffe und Vorleistungsprodukte", meint Pudschedl. Auch der durch den starken Wettbewerb verursachte Rückgang der Verkaufspreise bremste sich ein. In dem schwierigen Umfeld setzten die österreichischen Industriebetriebe weiterhin auf ein sehr vorsichtiges Lagermanagement. So wurde die Einkaufsmenge so stark gedrosselt, wie vor knapp zweieinhalb Jahren.

"Während der EinkaufsManagerIndex für die Eurozone im März seine Aufwärtstendenz beibehalten hat und mit 51,9 Punkten noch stärkeres Wachstum als in den Vormonaten signalisiert, setzt die österreichische Industrie im März die Talfahrt der vergangenen Monate noch verstärkt fort", fasst Bruckbauer zusammen. Das aktuelle Umfrageergebnis unter Österreichs Einkaufsmanagern bietet derzeit keine Signale für eine unmittelbar bevorstehende Trendumkehr, denn auch das Verhältnis zwischen Neuaufträgen und Lagerbestand, ein generell zuverlässlicher Indikator für die Entwicklung der kommenden Monate, zeigt keinen Aufwind an. Die Industriekonjunktur leidet unter fehlenden Exportaufträgen und der schwachen Investitionsnachfrage im Inland, so dass sich die Erholung des Sektors zumindest in die zweite Jahreshälfte 2015 verschieben dürfte.

 Tabellen (PDF; 80 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.