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Presseinformation

16.02.2015

Bank Austria Konjunkturindikator:
Erste leise Signale für Verbesserung der Konjunktur in Österreich

  • Bank Austria Konjunkturindikator kommt zu Jahresbeginn mit leichter Aufwärtsbewegung aus dem Minusbereich
  • Verbraucher- und Industriestimmung verbessern sich, unterstützt durch Rückenwind aus Europa
  • Ölpreisverfall drückt Inflation im Jahresdurchschnitt 2015 unter 1 Prozent und bringt mehr Schwung für privaten Konsum
  • Mehr globale Nachfrage und schwächerer Euro festigen Exportdynamik und erhöhen Investitionsbereitschaft
  • Wachstumsprognose für 2015 auf 0,9 Prozent angehoben. Österreich trotzdem weiter hinter Deutschland zurück

Zu Beginn des Jahres 2015 hat sich das Konjunkturklima in Österreich etwas aufgehellt. Darauf weist der leichte Anstieg des Bank Austria Konjunkturindikators im Jänner hin. Allerdings war die Aufwärtsbewegung gerade einmal stark genug, um den negativen Wertebereich zu verlassen. "Der aktuelle Bank Austria Konjunkturindikator liegt bei genau 0 Punkten. An der trägen Konjunkturentwicklung der vergangenen Monate hat sich somit zu Beginn des Jahres 2015 kaum etwas verändert", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Die wirtschaftlichen Aussichten für das erste Quartal 2015 sind trotz der leichten Stimmungsverbesserung weiterhin überschaubar. Eine nachhaltige Festigung der Konjunktur ist in den aktuellen Daten noch nicht erkennbar.

"Wir erwarten eine moderate Belebung der Konjunktur ab dem Frühjahr. Der Rückenwind aus dem Ausland wird die österreichische Wirtschaft stützen", ist Bruckbauer überzeugt. Die Stimmung in der europäischen Industrie zeigt im Jänner bereits leicht nach oben. Der mit den österreichischen Handelsanteilen gewichtete Vertrauensindikator liegt aktuell bereits klar über dem langjährigen Durchschnittswert. In Österreich ist die Stimmung in der Industrie zwar spürbar schlechter als im langjährigen Mittel, aber die Verbesserung in Europa beeinflusst offenbar die Geschäftseinschätzung der österreichischen Produzenten bereits positiv. Auch die Stimmung unter den Verbrauchern hat sich zu Jahresbeginn geringfügig verbessert, trotz der weiterhin schwierigen Lage am Arbeitsmarkt.

Eine anhaltende Aufhellung der Stimmung der Konsumenten sollte der klare Rückgang der Inflation erwirken. Bis zur Jahresmitte wird die Inflation in Österreich auf etwa 0,5 Prozent sinken. Aufgrund des mit durchschnittlich knapp über 50 US-Dollar pro Barrel deutlich niedrigeren Ölpreises als im Vorjahr erwarten die Ökonomen der Bank Austria nur noch eine Inflationsrate von 0,9 Prozent im Jahresdurchschnitt 2015. "Die niedrige Inflationsrate sorgt für ein reales Einkommensplus und zudem schafft der Verfall des Ölpreises zusätzliche Kaufkraft, die dem privaten Konsum mehr Schwung verleihen wird. Ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich wird sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr etwa 300 Euro an Treibstoffkosten ersparen und ein Haushalt, der mit Heizöl heizt, weitere 400 Euro", errechnet Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Eine solide globale Nachfrage und die sich langsam festigende Erholung in Europa, die sich in den jüngsten Stimmungsindikatoren und realen Wirtschaftsdaten abzeichnet, sollte die österreichische Exportwirtschaft in den kommenden Monaten vermehrt nutzen können. "Dies wird umso leichter, als sich neben dem niedrigeren Ölpreis auch der schwächere Euro in den kommenden Monaten als Konjunkturstütze erweisen wird", so Pudschedl. Die schlagartig höhere preisliche Wettbewerbsfähigkeit in vielen Absatzmärkten wird im Jahresverlauf 2015 die Exportdynamik stärken und damit auch die Investitionstätigkeit ankurbeln.

Nach einem mageren BIP-Anstieg im ersten Quartal 2015 sollte im weiteren Jahresverlauf die Erholung der heimischen Wirtschaft etwas Fahrt aufnehmen können. "Aufgrund der kürzlich erfolgten Revision der Vorquartale sowie der voraussichtlich noch stärker als bisher angenommenen Unterstützung durch den niedrigen Ölpreis und den schwächeren Euro haben wir unsere Wachstumsprognose für 2015 von 0,7 auf 0,9 Prozent erhöht. Für 2016 erwarten wir weiterhin einen Anstieg des BIP um 1,5 Prozent", so Bruckbauer. Politische Faktoren, wie die Ukraine-Krise und die offene Schuldenlösung für Griechenland, sind erhebliche Prognoserisiken nach unten, die überraschend gute Konjunktur in Deutschland nach oben.

"Allein durch den gegenüber 2014 um rund 20 Prozent schwächeren Euro erwarten wir einen zusätzlichen Wachstumseffekt von etwa 0,5 Prozentpunkten für die österreichische Wirtschaft. Dazu kommt ein positiver Wachstumseffekt von rund 0,4 Prozentpunkten aufgrund des niedrigeren Ölpreises. Insgesamt werden die gegenüber dem Vorjahr verbesserten externen Rahmenbedingungen für rund zwei Drittel des erwarteten Wirtschaftswachstums zum Jahresende 2015 von rund 1,5 Prozent im Jahresvergleich sorgen", meint Bruckbauer.

Quantitative Easing der EZB wird länger für schwächeren Euro sorgen
Von der weiteren Lockerung der Geldpolitik im Rahmen des Quantitative Easing, des neuen Wertpapierankaufprogramms der EZB ab März 2015, erwarten die Ökonomen der Bank Austria zwar keine weiteren wesentlichen positiven Konjunktureffekte. Die Abschwächung des Euros jedoch, die ein wichtiger Wachstumsimpuls im Jahr 2015 sein wird, ist auch eine direkte Folge der Politik der EZB. Das niedrige Zinsniveau scheint hiermit in Europa für längere Zeit als Konjunkturunterstützung gesichert, während in den USA bereits in wenigen Monaten ein Zinsanhebungszyklus starten dürfte, was tendenziell den schwachen Eurokurs und dessen exportstützende Wirkung längere Zeit erhalten sollte. "Während die EZB durch die indirekte Beeinflussung des Wechselkurses implizit ein weiteres Programm zur Unterstützung der Konjunktur gestartet hat, wären zur Festigung der Erholung in Europa und zur nachhaltigen Belebung der österreichischen Wirtschaft zusätzliche stärkende fiskalische Impulse notwendig, die dazu beitragen würden, die skeptische Stimmung sowohl der Produzenten als auch der Konsumenten zu drehen", meint Bruckbauer abschließend.

 Tabellen (PDF; 32 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at