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Presseinformation

27.11.2014

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im November:
Flaute der österreichischen Industrie hält an, jedoch kein weiterer Einbruch

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex steigt um 0,5 Punkte auf 47,4, aber Österreichs Industrie schrumpft auch im November
  • Tempo des Rückgangs der Produktionsleistung stabilisiert sich trotz starkem Einbruch der Exportaufträge
  • Nachfrage bleibt anhaltend schwach: Preise rückläufig, Lagerabbau wird fortgesetzt, Auftragspolster nehmen ab, Jobabbau hält unvermindert an
  • Österreichs Industrie erst ab ersten Quartal 2015 zurück auf Wachstumskurs erwartet: Schwächerer Euro, geringerer Ölpreis und robuste US-Wirtschaft unterstützen

Erstmals seit einem halben Jahr hat sich der Abwärtstrend in der heimischen Industrie nicht mehr beschleunigt. „Im November ist der Bank Austria EinkaufsManagerIndex um 0,5 auf 47,4 Punkte gestiegen. Mit einem Wert unter der 50er Grenze zeigt der Indikator jedoch weitere Einbußen der österreichischen Industriebetriebe gegenüber dem Vormonat an, aber das Tempo hat sich im November etwas verringert“, analysiert Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Das schwache Nachfrageumfeld belastet die heimische Industrie und bestimmt wesentlich die betrieblichen Entscheidungen. „Im November ist die Produktionsleistung der Industrie in Österreich etwas langsamer gesunken als im Vormonat, zumal auch die Neuaufträge etwas weniger zurückgegangen sind. Allerdings nehmen die Auftragspolster weiter rasant ab, die Einkaufsmenge wird reduziert, die Einkaufspreise sinken stark und auch die Personalkapazitäten werden unvermindert rasch an die geringe Nachfrage angepasst“, fasst Bruckbauer einige Details der monatlichen Umfrage unter Österreichs Einkaufsmanagern zusammen.

Die Produktionsleistung der heimischen Industrie sank im November nicht mehr so stark wie im Vormonat. Jedoch erreicht der Produktionsindex mit genau 48 Punkten nur den zweitniedrigsten Wert seit rund zwei Jahren und zeigt mittlerweile den dritten Monat in Folge einen Rückgang an. „Gebremst wurde der Abwärtstrend in der Produktion durch eine Verlangsamung der Einbußen im Neugeschäft. Während sich die Aufträge aus dem Inland im November auf niedrigem Niveau konsolidierten, sind die Auftragseingänge aus dem Ausland stark eingebrochen“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die schwächelnde Konjunktur in wichtigen Exportmärkten und der zunehmend aggressive Wettbewerb sorgten für das stärkste Auftragsminus aus dem Ausland seit mehr als eineinhalb Jahren. Offenbar wurden die österreichischen Betriebe vom Ausmaß des Auftragsrückgangs überrascht, da sie Produktion an die niedrigere Nachfrage nicht stark genug angepasst haben, um eine weitere deutliche Abnahme der Auftragspolster zu verhindern.

Angesichts der anhaltenden Nachfrageflaute haben die heimischen Industriebetriebe ihre Personalkapazitäten an die geringeren Produktionserfordernisse angepasst. Im November verringerte sich die Beschäftigung gegenüber dem Vormonat sogar in unvermindert hohem Tempo. „Mit durchschnittlich 583.000 Arbeitskräften sind in der Industrie im bisherigen Jahresverlauf geringfügig weniger Menschen beschäftigt als im Vorjahr. Nach vier Jahren in Folge mit einem Beschäftigungszuwachs und einem Plus von insgesamt 20.000 Jobs seit 2010 wird 2014 die Industrie erstmals wieder einen Rückgang verzeichnen, während in der Gesamtwirtschaft die Zahl der Jobs um 0,6 Prozent im Vergleichszeitraum angestiegen ist“, analysiert Pudschedl.

Fehlende positive Konjunkturimpulse veranlassten die österreichischen Industriebetriebe zu noch mehr Zurückhaltung im Einkauf. „Die Verbilligung von Rohöl und anderen Vormaterialien am Weltmarkt wurde von den österreichischen Betrieben im bestehenden Nachfrageumfeld überwiegend nicht genutzt. Trotz sinkender Einkaufspreise wurde die Einkaufsmenge im November so stark verringert, wie zuletzt vor mehr als zwei Jahren, zumal aus Kostengründen auch Lagerabbauprogramme verstärkt umgesetzt wurden“, meint Pudschedl. Die Lagerbestände an Vormaterialien nahmen deutlich ab, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie im Vormonat.

Die Fertigwarenlagerbestände blieben im November dagegen weitgehend unverändert. Es wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen, ob dies ausschließlich der schwachen Nachfrage geschuldet ist, oder ob die Industriebetriebe in Erwartung einer bevorstehenden Nachfragebelebung bereits eine Anpassung der Verkaufslager vornehmen. Jedoch sprechen knapp vor Ende des Jahres 2014 einige Detailergebnisse der monatlichen Umfrage unter Österreichs Einkaufsmanagern dafür, dass die heimische Industrie die Konjunkturdelle weitgehend durchschritten hat und bald wieder Aufwind spüren wird. Alle Komponenten zeigen eine Verlangsamung des Abwärtstrends und der Bank Austria EinkaufsManagerIndex übersteigt insgesamt den Jahrestiefstwert des Vormonats. Ein positives Signal für die heimische Industrie ist der aktuelle Anstieg des deutschen IFO-Geschäftsklimaindex. Die Unternehmen scheinen die Belastungen der Russland/Ukraine-Krise verdaut zu haben, gleichzeitig verbessern sich die Vorzeichen für das exportorientierte Geschäft. „Der schwächere Euro, der deutlich niedrigere Ölpreis und die robuste US-Wirtschaft sind drei starke Argumente für eine Belebung der österreichischen Industriekonjunktur ab dem ersten Quartal 2015. Wir sind optimistisch, dass diese Impulse den überzogenen Pessimismus der vergangenen Wochen vertreiben und die heimische Industrie nach dem schwachen zweiten Halbjahr 2014 wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren kann“, erwartet Bruckbauer abschließend.

Tabellen (PDF, 40 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.