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Presseinformation

17.11.2014

Bank Austria Konjunkturindikator:
Konjunktur steht still: Belebung 2015 benötigt frische Impulse

  • Bank Austria Konjunkturindikator im Oktober mit leichter Verbesserung - Minimaler Anstieg auf neutralen Wert signalisiert jedoch anhaltende Stagnation
  • Flaue Konjunkturaussichten auch für Jahresbeginn 2015 nach sehr schwachem zweiten Halbjahr 2014
  • Trotzdem: Aussichten für Konjunkturauffrischung im Jahresverlauf 2015 sind intakt, allerdings sollte dafür die pessimistische Wirtschaftsstimmung durch neue Impulse gedreht werden
  • 2015: Höheres Wirtschaftswachstum und gleichzeitig höhere Arbeitslosigkeit als 2014
  • Inflation höher als im Euroraum – Gründe dafür – wie Steueranhebungen oder auch steigende Arbeitskosten – sind hausgemacht

Die österreichische Wirtschaft hat seit Mitte des Jahres deutlich an Schwung verloren. "Der Bank Austria Konjunkturindikator hat sich im Oktober zwar leicht verbessert und den negativen Wertebereich verlassen. Mit einer schwarzen Null weist der Indikator im Oktober jedoch weiterhin nur auf eine anhaltende Stagnation der heimischen Wirtschaft hin"“, fasst Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer zusammen.

Nach dem Nullwachstum der heimischen Wirtschaft im dritten Quartal dürfte sich der konjunkturelle Stillstand auch im vierten Quartal fortsetzen. "Zwar zeigen alle Stimmungskomponenten des Bank Austria Konjunkturindikators im Oktober eine marginale Verbesserung gegenüber dem Vormonat, jedoch bremst die pessimistische Grundstimmung die heimische Wirtschaft. Das Risiko nimmt somit zu, dass sich der Konjunkturstillstand in Österreich nun einzuzementieren beginnt", so Bruckbauer. Die Russland/Ukraine-Krise setzt der österreichischen Industrie weiter zu, zumal dadurch auch die Wachstumsaussichten für einige wichtige Handelspartnerländer Mittel- und Osteuropas schwinden. Nicht nur in einigen CEE-Ländern sieht die Industrie die Geschäftsaussichten sogar zurückhaltender als vor einem Monat, auch im Nachbarland Deutschland ist im Oktober die Skepsis gestiegen. Der mit dem österreichischen Außenhandel gewichtete europäische Vertrauensindex hat sich trotz spürbarer Stimmungsverbesserung in den meisten westeuropäischen Märkten daher nur wenig nach oben bewegt. Etwas stärker verbessert hat sich allerdings die Stimmung der österreichischen Konsumenten, die aber weiterhin schlechter als die Stimmungslage in Europa ist. "Weder unter Österreichs Konsumenten noch im Produktionssektor lässt die aktuelle Stimmung derzeit auf eine bevorstehende Verbesserung der Konjunktur in Österreich schließen. Zumindest bis zum Jahresende bewegt sich die österreichische Wirtschaft am Rande einer Rezession. Dank der moderaten Erholung in der ersten Jahreshälfte wird das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2014 jedoch etwa 0,5 Prozent betragen", prognostiziert Bruckbauer.

Ausschlaggebend für die aktuelle konjunkturelle Schwäche sind vor allem zwei Entwicklungen: Einerseits die anhaltende Investitionszurückhaltung – insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen kommen ungeachtet des niedrigen Zinsniveaus nicht in Schwung. Andererseits bremste der Außenhandel. Die zähe Erholung in Europa sowie die Russland/Ukraine-Krise und die angespannte Lage im Nahen Osten, die seit Monaten die Stimmung in der heimischen Wirtschaft belastet, manifestiert sich mittlerweile in einer sinkenden Exportnachfrage. In diesem Umfeld wird die Konjunkturflaute in Österreich vorerst auch über den Jahreswechsel hinaus anhalten. Ausgehend von einer zumindest leichten Auffrischung der Exporte bleiben die Aussichten für eine Belebung der österreichischen Wirtschaft im Verlauf des Jahres 2015 aber intakt. Die international gut aufgestellte österreichische Exportwirtschaft wird die robuste Nachfrage aus vielen Schwellenländern und die Impulse von der US-Wirtschaft zu einer schwungvolleren Entwicklung nutzen können, zumal die Abschwächung des Euros die preisliche Wettbewerbsfähigkeit in vielen Märkten erhöht. Unterstützt durch die fortgesetzte expansive Geldpolitik der EZB sollte sich im Jahr 2015 der Investitionsstau endgültig auflösen und damit auch die Inlandsnachfrage zur Konjunkturbelebung beitragen können. "Neben der Unterstützung aus dem Ausland und der expansiven Geldpolitik sollte es für eine Auffrischung der Konjunktur im Jahr 2015 aber auch frische Impulse geben, um die vorherrschende pessimistische Stimmung in der Wirtschaft zu drehen", meint Bruckbauer. Dazu sind Investitionsprogramme geeignet, wie sie auf europäischer Ebene bereits verstärkt diskutiert werden. Auch eine Einkommenssteuerreform in Teilschritten ab der zweiten Jahreshälfte könnte zu einem Stimmungswandel beitragen und dem Konsum zu einem leichten Aufwind verhelfen. Damit sollte nach einem noch verhaltenen Start ins Jahr im Verlauf von 2015 die Konjunktur langsam an Fahrt gewinnen. "Für 2015 rechnen wir mit einem höheren Wirtschaftswachstum als im laufenden Jahr, dabei werden die in den nächsten Wochen einlangenden Wirtschaftsdaten sowie Fortschritte bei wirtschaftspolitischen Initiativen darüber entscheiden, um wie viel stärker die österreichische Wirtschaft 2015 wachsen kann", so Bruckbauer.

Arbeitslosenquote steigt auch 2015
Im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld verschärft sich die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt vorerst weiter, auch wenn das Tempo der Verschlechterung bereits abgenommen hat. Für 2014 gehen die Ökonomen der Bank Austria von knapp über 320.000 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt aus. Das entspricht einem Plus von über 30.000 gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt 2014 auf 8,4 Prozent steigen, nach 7,6 Prozent im Vorjahr. "Da das Wirtschaftswachstum schwach ausfallen und das Arbeitskräftepotenzial weiter steigen wird, ist 2015 mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt nicht zu rechnen. Zwar besteht gegen Jahresende die Aussicht auf eine Trendwende, doch im Jahresdurchschnitt 2015 wird die Arbeitslosenquote über dem Wert des aktuellen Jahres liegen", erwartet Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Inflation bleibt niedrig und gleichzeitig hoch im europäischen Vergleich
Österreich weist weiterhin eine der höchsten Inflationsraten des Euroraums auf. Die Gründe dafür sind hausgemacht, wie etwa Steueranhebungen oder auch steigende Arbeitskosten, die sich auf die Preise von Dienstleistungen auswirken. Von Jänner bis Oktober betrug die durchschnittliche Teuerung in Österreich 1,7 Prozent im Jahresvergleich. Bis zum Jahresende wird die Inflation weiter auf diesem Niveau liegen, da der Rückgang der Rohölpreise den Effekt durch den schwächeren Euro kompensiert. "Nach 1,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2014 erwarten wir für das kommende Jahr einen leichten Anstieg der Inflationsrate auf durchschnittlich 1,9 Prozent. Der Inflationsaufschlag gegenüber den meisten Ländern des Euroraums wird auch 2015 bestehen", prognostiziert Pudschedl. Während im ersten Halbjahr die Inflation etwa auf Höhe des Jahres 2014 liegen wird, ist nachfragebedingt ab Mitte 2015 mit Werten über der 2-Prozent-Marke zu rechnen.

 Tabellen (PDF; 42 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at