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Presseinformation

02.10.2014

Die Bank Austria Stiftungs- und Start-up-Initiative: Ein Wachstumspakt für Österreich

  • Österreich ist bei privatem Risikokapital, Patentanmeldungen und Unternehmensneugründungen im internationalen Vergleich Nachzügler
  • Mit nur 0,5 Prozent des heimischen Stiftungsvermögens könnten 350 Millionen Euro an zusätzlichem privaten Risikokapital lukriert werden
  • Damit wäre ein positiver Wachstumsimpuls im Ausmaß einer um 3,3 Milliarden Euro höheren Wirtschaftsleistung und bis zu 46.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen zu erzielen
  • Stiftungen und Vermögende sind grundsätzlich bereit Kapital zur Verfügung zu stellen, aber rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen müssen modernisiert werden
  • Um die Grundlagenforschung anzukurbeln und private Geldgeber zu gewinnen, sind die Beteiligung an den Forschungsergebnissen sowie die Vereinfachung und Vereinheitlichung des Förderwesens notwendig
  • Bank Austria als Vermittlungsplattform mit Expertenbetreuung zwischen kapitalsuchenden Start-ups und privaten Kapitalgebern

"Nur durch hohe Innovationskraft sowie Forschungs- und Entwicklungstätigkeit können Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld dauerhaft gesichert und ein Abwandern gut ausgebildeter junger Menschen verhindert werden. Zudem braucht eine sozial ausgewogene Gesellschaft eine ausreichende Unterstützung von karitativen Projekten", betont Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria und ergänzt: "In Österreich sehen wir die Förderung dieser wichtigen Bereiche aber nach wie vor als exklusive Aufgabe des Staates. Hier muss ein Umdenkprozess stattfinden, denn um international mithalten zu können, braucht es auch Investitionen von privaten Kapitalgebern."

Denn nur durch Bereitstellung privaten Risikokapitals wird es gelingen, die Gründer- und Forschungsszene zu beleben und unser Land in der Wettbewerbsfähigkeit wieder international an die Spitze zu bringen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Wie moderne Rahmenbedingungen aussehen könnten, um für private Kapitalgeber Anreize zu schaffen in Grundlagenforschung, Unternehmensgründungen oder karitative Projekte zu investieren, wurde gestern im Rahmen einer hochkarätig besetzten Enquete im alten Rathaus in Wien erörtert. Anwesend waren unter anderem Staatssekretär Harald Mahrer, Prof. Markus Müller, Vizerektor der MedUni Wien, Prof. Eduard Lechner von der Universität Wien, Norbert Zimmermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Berndorf AG, Wanda Moser-Heindl, Vorstand der Unruhe Privatstiftung, Michael Krebs, Geschäftsführer des IMBA sowie natürlich die Gastgeber Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria und Robert Zadrazil, Vorstand Bank Austria Private Banking.

Zu wenig privates Risikokapital, Patente und Unternehmensgründungen – Österreich verliert international an Boden
Österreich liegt mit einem Anteil der Bruttoinlandsausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung von 2,9 Prozent des BIP noch immer unter dem Lissabon-Ziel von 3 Prozent. Aufgrund des immer globaler werdenden Wettbewerbs bei Innovationen besteht die Gefahr, dass nach großen Teilen der Güterproduktion auch hochwertige Forschung aus Kontinentaleuropa abwandert. So verlassen laut aktuellen Zahlen der Universität Wien pro Jahr netto bis zu 10.000 bestens ausgebildete junge Menschen Österreich in Richtung führender Forschungsnationen. Dieser Trend zeigt sich auch bei den Patentanmeldungen, bei denen Österreich mit 243 Patenten pro eine Million Einwohner im Vergleich zu anderen Ländern weit hinterherhinkt, während zum Beispiel die vergleichbare Schweiz 832 Patente pro eine Million Einwohner anmeldet.

Nahezu die gesamten für 2014 prognostizierten Forschungsausgaben in Höhe von 9,3 Milliarden Euro werden in Österreich vom öffentlichen Sektor, von heimischen Unternehmen und durch Mittel aus dem Ausland finanziert. Der private gemeinnützige Sektor weist hingegen mit einem Anteil von
0,5 Prozent an den gesamten F&E-Ausgaben mit Abstand das kleinste Finanzierungsvolumen auf. Dieser Beitrag ist vor allem im direkten Vergleich zu anderen europäischen Staaten sehr gering.

Privates Kapital wäre vorhanden und könnte viel bewegen
Allein die rund 3.250 Privatstiftungen in Österreich verfügen aktuell nach Schätzungen über Unternehmensbeteiligungen, Immobilien und Kapitalvermögen im Gesamtvolumen von rund 70 bis 100 Milliarden Euro. Wenn diese auch nur 0,5 Prozent ihres Vermögens in Forschung, Innovation und Start-up-Unternehmen investierten, stünden 350 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Dies hätte einen enormen Entwicklungsschub für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich zur Folge, zumal diese Summe deutlich höher wäre, als das derzeit insgesamt verfügbare österreichische private Risikokapital. Ein derartiger Forschungsschub würde sich auch gesamtwirtschaftlich enorm positiv auswirken. „Die von WIFO und IWI geschätzten Multiplikatoreffekte von 350 Millionen Euro zusätzlichem F&E-Kapital würden die Gesamtwirtschaftsleistung Österreichs um bis zu 3,3 Milliarden Euro und die Beschäftigung um bis zu 46.000 Vollzeitarbeitsplätze erhöhen“, erklärt Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer.

Privatstiftungen und Vermögende sind grundsätzlich investitionsbereit
Dem gängigen Vorurteil, dass vermögende Menschen nur an der Vergrößerung des eigenen Wohlstands interessiert sind und nichts von ihrem Vermögen abgeben wollen, kann Robert Zadrazil, Private Banking Vorstand der Bank Austria nicht zustimmen: „Aus zahlreichen Kundengesprächen weiß ich, dass viele Vermögende grundsätzlich gerne bereit wären, einen Teil ihres Vermögens in Forschung, Innovation, Start-ups oder in gemeinnützige Projekte zu investieren“, und er führt weiter aus: „Gemeinsam mit Expertinnen und Experten konnten wir feststellen, dass wesentliche Voraussetzungen für ein privates Engagement in der Regel Einflussmöglichkeiten der Kapitalgeber auf das Projekt, ein zeitgemäßer rechtlicher Rahmen und adäquate steuerliche Anreize sind. Diese Voraussetzungen sind aber derzeit nicht gegeben.“

Beispielsweise sollte privates Risikokapital, das sie für Forschungsprojekte, Start-ups oder karitative Projekte zur Verfügung gestellt wird, steuerlich besser geltend gemacht werden können. Auch ist es schwer nachvollziehbar, warum gemeinnützige Aktivitäten nicht zur Gänze von Steuern befreit sind. Innovative steuerliche Ansätze, etwa einen Teil der Steuerleistung alternativ auch der Forschungsförderung, für Risikokapital bzw. gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen zu können, erscheinen zumindest diskussionswürdig. Zum anderen muss das in die Jahre gekommene juristische Korsett für Privatstiftungen gelockert und reformiert werden. Hier stellt die häufig anzutreffende Formulierung zum unbedingten Kapitalerhalt in den Stiftungserklärungen ein großes Hindernis dar. Für gemeinnütziges Engagement sollten Stifter und Begünstigte einen stärkeren und nachhaltigeren Einfluss in der Stiftung haben.

Grundlagenforschung: Gefangen im Förderdschungel
Große administrative Hindernisse bei der Einreichung von Förderanträgen führen dazu, dass viele Projekte gar nicht eingereicht werden. Zudem verhindern die Mehrgleisigkeiten des unüberschaubaren Förderdschungels eine effiziente Evaluierung. Die Vereinheitlichung des Förderwesens und eine Verschlankung des Administrationsaufwandes könnten hier Abhilfe schaffen. Und um private Kapitalgeber zu finden, die den Staat in seiner Förderungsaufgabe unterstützen, braucht es auch verbesserte Möglichkeiten der Beteiligung an den Forschungsergebnissen. Denn eine Investition, bei der man von vorherein davon ausgehen muss, dass man das investierte Kapital nicht mehr zurückbekommt, ist für private Investoren wenig attraktiv.

Bank Austria als Drehscheibe für Start-ups und private Investoren
Die Bank Austria ist bei der Betreuung von Privatstiftungen in Österreich mit 1.145 Stiftungen klarer Marktführer und verfügt zudem als führende Firmenkundenbank über ein sehr gutes Kontaktnetzwerk in der österreichischen Wirtschaft. Diese beiden Stärken sollen in Zukunft stärker miteinander verschränkt werden und in einem regelmäßigen Erfahrungs- und Meinungsaustausch zwischen potentiellen Kapitalgebern und -nehmern institutionalisiert werden.

Privates Risikokapital macht heute in Österreich 28 Millionen Euro, oder drei Euro pro Einwohner aus. In Frankreich sind es beispielsweise 12 Euro pro Einwohner und Jahr. Das hängt neben den fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen und steuerlichen Anreizen auch damit zusammen, dass vermögende Einzelpersonen und Stiftungen in der Regel nicht ausreichend mit der Start-up-Szene vertraut sind und Start-ups wiederum wenig Zugang zu privaten Kapitalgebern haben.

„In den Vereinigten Staaten oder Großbritannien ist es üblich, dass Banken als Vermittler von gemeinnützigen Investitionen in Wissenschaft und Forschung oder in Sozialprojekte agieren“, meint Michael Krebs, Kaufmännischer Geschäftsführer des Institute of Moleculare Biotechnogoly(IMBA). Robert Zadrazil sieht das ähnlich: „Wir kennen auf der einen Seite Menschen und Institutionen mit verfügbarem Privatkapital und sprechen auf der anderen Seite mit Forschern und Unternehmen, die innovative Ideen haben und auf der Suche nach Kapital sind.“

Aus dieser exklusiven Vermittlerrolle heraus, evaluiert die Bank Austria derzeit mehrere Möglichkeiten, wie man die Interessen von privaten Investoren und kapitalsuchenden Start-ups ideal verbinden kann. So wird derzeit einerseits die Idee einer bankeigenen Plattform für den Austausch zwischen Start-ups und Kapitalgebern, wie auch eine Kooperation mit bestehenden Plattformen geprüft. Darüber hinaus will die Bank Austria, als größte Firmenkundenbank Österreichs, Unternehmen den Zugang zu Start-up-Investments, die eine Innovation oder Erweiterung des eigenen Geschäftsmodells darstellen, ermöglichen, sowie am Anfang stehenden Start-ups zeitgerecht betriebswirtschaftliche Unterstützung und Betreuung bieten.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Volker Moser, Tel.: +43 (0) 5 05 05-52854;
E-Mail: volker.moser@unicreditgroup.at