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Presseinformation

29.09.2014

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im September:
Industriekonjunktur zeigt zu Herbstbeginn erkennbare Schwäche

  • Erstmals seit Sommer 2013 zeigt Bank Austria EinkaufsManagerIndex kein Wachstum mehr an:
    Überraschend deutliche Verschlechterung auf 47, 9 Punkte im September
  • Österreichische Industriekonjunktur fällt gegenüber europäischem Gesamttrend zurück
  • Rücknahme der Produktionsleistung nach stärksten Auftragsrückgängen seit zwei Jahren
  • Mangelnde Nachfrage dämpft Preisentwicklung – Belastung für Ertragslage der heimischen Betriebe
  • Nach Stagnation in drittem Quartal auch verhaltener Industrieausblick bis Jahresende

Nach vereinzelten Schwächesignalen in den vergangenen Monaten hat sich mit Beginn des Herbstes die österreichische Industriekonjunktur klar abgekühlt. "Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im September auf 47,9 Punkte zurückgegangen. Mit dem Unterschreiten der 50er-Grenze weist der Indikator auf ein Schrumpfen der Industrie im Vergleich zum Vormonat hin. Damit ist die österreichische Industrie erstmals seit dem Sommer vorigen Jahres klar vom Wachstumskurs abgekommen", erklärt Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Die Wachstumseinbuße der österreichischen Industrie erstaunt angesichts der in den vergangenen Monaten immer stärker belastenden geopolitischen Risiken zwar nicht, allerdings überrascht das Ausmaß der aktuellen Verschlechterung des Bank Austria EinkaufsManagerIndex. "Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex hat im September den stärksten Rückgang seit rund dreieinhalb Jahren verzeichnet. Damit sticht die Entwicklung der österreichischen Industrie im europäischen Vergleich negativ heraus. Zwar ist der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone auch gesunken, allerdings nur um moderate 0,2 auf 50,5 Punkte. Damit liegt der Indikator im Wertebereich, der auf ein zumindest leichtes Wachstum in Europa hinweist", so Bruckbauer.

Die Abkühlung der österreichischen Industriekonjunktur zu Beginn des Herbstes zeigt sich vor allem in einer schwachen Auftragslage. In den vergangenen Monaten hatte die Nachfrage aus dem Ausland noch für Unterstützung sorgen können. "Im September entwickelte sich sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage rückläufig, was insgesamt zu den stärksten Auftragsverlusten seit knapp zwei Jahren führte. Der Mangel an Neuaufträgen veranlasste die heimischen Industriebetriebe die Produktionsleistung erstmals seit mehr als einem Jahr zurückzufahren", fasst Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl zusammen. Die fehlende Auslastung der Kapazitäten führte auch zu einer Beschleunigung des Rückgangs der Auftragsbestände.

Nach einem moderaten Aufwärtstrend ab Jahresbeginn hat die Beschäftigung in der Industrie während des Sommers nur noch stagniert. Aufgrund der schwachen Auftragsentwicklung und der folgenden Verringerung der Produktion haben die heimischen Industriebetriebe im September ihre Personalkapazitäten reduziert. Mit durchschnittlich 583.000 ist die Beschäftigung in der Verarbeitenden Industrie Österreichs im laufenden Jahr bisher weitgehend gleich hoch wie im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen liegt allerdings um durchschnittlich rund neun Prozent über dem Vorjahr. "Trotz der aktuellen Verschlechterung ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt der heimischen Industrie dennoch deutlich günstiger als in der Gesamtwirtschaft. Mit rund fünf Prozent wird die Arbeitslosenquote in der österreichischen Industrie 2014 deutlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft ausfallen, für die wir im Jahresdurchschnitt 2014 einen Wert von 8,5 Prozent erwarten", meint Pudschedl.

Die mangelnde Nachfrage mit der die österreichischen Industriebetriebe im September konfrontiert waren, spiegelt sich auch in den aktuellen Preistrends wider. Die Einkaufspreise stiegen zwar im September weiter an, da sich einige Rohstoffe und Einstandsmaterialien verteuerten, doch der Preisauftrieb verlangsamte sich klar gegenüber dem Vormonat und war auch insgesamt gering. "Aufgrund des scharfen Wettbewerbs konnten die heimischen Unternehmen gestiegene Kosten nicht auf die Verkaufspreise überwälzen. Im Gegenteil, das Überangebot am Markt führte im September zum stärksten Rückgang der Verkaufspreise seit über viereinhalb Jahren", so Pudschedl. Im aktuellen Marktumfeld belasten die Preisentwicklungen im Durchschnitt die Ertragslage der heimischen Industriebetriebe.

Alle Teilergebnisse der monatlichen Umfrage unter Österreichs Einkaufsmanagern haben sich im September im Vergleich zum Vormonat zumindest geringfügig verschlechtert. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex, der das Ergebnis zur Konjunkturlage in der Industrie in einem Wert widerspiegelt, signalisiert insgesamt einen moderaten Geschäftsrückgang zu Beginn des Herbstes. Für das dritte Quartal ergibt sich damit ein Durchschnittswert des Indikators nahe der 50er-Grenze, gleichbedeutend mit einer Stagnation in der Industrie. "Für die kommenden Monate bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur zurückhaltend, zumal derzeit der Konjunkturerholung in Österreich ein starker Gegenwind entgegen weht. Neben der Russland/Ukraine-Krise belastet auch die schwächere Nachfrage aus den Schwellenländern. Trotz der leichten Unterstützung durch den schwächeren Euro dürfte Österreichs Industriekonjunktur daher bis Jahresende kaum an Dynamik gewinnen", analysiert Bruckbauer.

 Tabellen (PDF; 38 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.