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Presseinformation

28.08.2014

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im August

Industriekonjunktur dank Auslandsaufträgen leicht positiv

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex im August unverändert bei 50,9 Punkten
  • Österreichs Industrie wächst dank Auslandsnachfrage mit geringem Tempo
  • Schwache Inlandsaufträge führen aber zu Rückgang der Gesamtnachfrage
  • Kräftiger Anstieg der Einkaufspreise belastet Ertragslage der heimischen Industriebetriebe
  • Durchwachsene Industrieaussichten: Produktionswachstum 2014 nur noch mit durchschnittlich 2 Prozent erwartet – damit aber stärker als 2013

Der heimischen Industrie fehlt es diesen Sommer weiterhin an Schwung. „Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex hat sich im August gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Mit 50,9 Punkten übersteigt er jedoch weiterhin die Grenze von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Trotz der zahlreichen geopolitischen Belastungen bleibt die Industrie dank Auslandsaufträgen auf – wenn auch bescheidenem – Wachstumskurs“, analysiert Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Nach dem spürbaren Aufwind zu Beginn des Jahres sind der Industrie seit dem Frühjahr die Wachstumsimpulse jedoch beinahe verloren gegangen. Das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter österreichischen Einkaufsmanagern vom August zeichnet für die heimische Industrie ein eher schwaches Konjunkturbild mit nur wenigen Aufhellungen. „Während die Produktionsleistung im August wieder ausgeweitet wurde und sogar die Beschäftigung geringfügig zugenommen hat, weisen die Lager- und Preistrends, eine sinkende Einkaufsmenge, sowie insbesondere der starke Rückgang im Neugeschäft auf aktuelle Wachstumsschwächen der österreichischen Industrie hin“, so Bruckbauer.

Die österreichischen Industriebetriebe haben im August die Produktionsleistung trotzdem erhöht. Der Produktionsindex lag mit 53,5 Punkten auf Augenhöhe mit Juli und auch fast mit den Werten rund um den Jahreswechsel. „Angesichts weniger neuer Aufträge überrascht die klare Ausweitung der Produktion im August. Jedoch ging das Neugeschäft das dritte Mal in Folge und diesmal so stark wie letztmals vor fast einenhalb zurück. Die anziehende Exportnachfrage hat die Betriebe dennoch optimistisch gestimmt und im August zu einer weiteren Produktionsausweitung veranlasst“, fasst Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl zusammen. Während die Auslandsnachfrage die Industriekonjunktur moderat unterstützt, wird die Entwicklung am Inlandsmarkt träger. Heim- und Exportmarkt driften derzeit konjunkturell auseinander, was die Entwicklung des Neugeschäfts zeigt.

„Sowohl die Entwicklung der Lagerbestände als auch die aktuellen Preistrends spiegeln zwar die derzeitige Wachstumsschwäche in der Industrie wider, senden aber auch ermutigende Signale“, so Pudschedl. Aufgrund der rückläufigen Gesamtnachfrage haben die heimischen Betriebe im August im Einkauf zwar vorsichtiger als in den vergangenen Monaten agiert und die moderate Verringerung der Einkaufsmenge führte zu etwas niedrigeren Lagerbeständen an Vormaterialen. Auch stiegen die Bestände an Fertigwaren abermals leicht an, denn trotz derzeit fehlender Nachfrage wurde das Produktionsniveau nicht nur gehalten, sondern sogar weiter erhöht. Offensichtlich rechnen die Unternehmen mit einer Geschäftsbelebung in den kommenden Monaten ungeachtet bestehender geopolitischer Herausforderungen, wie vor allem der Russland-Ukraine-Krise. Zu diesem Lichtblick passt auch der Anstieg der Einkaufspreise für eine Reihe von Rohstoffen und Vormaterialien. Angesichts des scharfen Wettbewerbs und der schwächelnden Nachfrage konnten die gestiegenen Kosten jedoch nicht auf die Verkaufspreise überwälzt werden. Im August haben die Preistrends die Ertragslage der heimischen Industrie im Durchschnitt daher verschlechtert.

Erfreulicherweise zeigt die aktuelle Umfrage unter den österreichischen Einkaufsmanagern, dass im August, nach zwei Monaten mit rückläufiger Entwicklung, die Beschäftigung in der Industrie wieder etwas zugenommen hat. Mit durchschnittlich 584.000 ist die Beschäftigung in der Verarbeitenden Industrie Österreichs im laufenden Jahr weitgehend gleich hoch wie im Vorjahr. „Der ruhige Wachstumsverlauf lässt für die kommenden Monate keinen klar positiven Beschäftigungstrend erwarten. Die Industrie wird 2014 somit nicht wie ursprünglich von uns erwartet, der Motor einer Trendwende am Gesamtarbeitsmarkt sein. Die Industrie wird jedoch zumindest den vor allem durch das steigende Arbeitsangebot verursachten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich etwas mildern“, ist Pudschedl überzeugt. Für den Jahresdurchschnitt erwarten die Ökonomen der Bank Austria eine Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent.

Der heimischen Industrie fehlen weiterhin die Impulse für einen kräftigen Expansionskurs. Doch der Bank Austria EinkaufsManagerIndex vom August zeigt mit konstanten Werten knapp über der 50-Punkte-Marke, dass die österreichischen Sachgütererzeuger einen moderaten Wachstumspfad trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat halten können. Die Details der monatlichen Umfrage spiegeln zwar ein sehr durchwachsenes Konjunkturbild wider, gleichzeitig sind aber auch einige ermutigende Ergebnisse darin enthalten, die die Aussicht auf eine leichte Belebung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten stützen. Die Bestellungen aus dem Ausland haben wieder zugelegt und zwar so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. Trotz der bestehenden geopolitischen Risiken sind exportorientierte Industriebetriebe in den kommenden Monaten gegenüber Unternehmen in Vorteil, die überwiegend von der Binnennachfrage abhängig sind, und werden ihre Stärke ausspielen können. „Aufgrund der im bisherigen Jahresverlauf schwächelnden Industriekonjunktur erwarten wir für 2014 nur noch einen Anstieg der Industrieproduktion von rund 2 Prozent. Damit wird der Sektor zumindest etwas stärker als im Vorjahr expandieren“, so Bruckbauer.

 Tabellen

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.