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Presseinformation

18.08.2014

Bank Austria Konjunkturindikator:
Wirtschaftswachstum bleibt 2014 in Österreich unter 1 Prozent

  • Bank Austria Konjunkturindikator sinkt im Juli auf 0,5 Punkte: Niedrigster Wert seit einem Jahr
  • Verbraucher- und Industriestimmung verschlechtert: Erholung kommt nicht aus den Startlöchern
  • Unterstützung aus Europa geringer als erwartet. Neue Belastungen dämpfen Aussichten für zweite Jahreshälfte zusätzlich
  • Erholungstempo bleibt gemächlich: Wachstumsprognose 2014 auf 0,8 Prozent gesenkt
  • Russlandkrise kostet Österreichs Wirtschaft ½ Prozentpunkt an Wachstum

Nach der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung im ersten Halbjahr 2014 fehlen auch zu Beginn des dritten Quartals sichtbare Anzeichen einer Auffrischung der Konjunktur in Österreich. "Die Stimmung unter Österreichs Konsumenten war im Juli noch reservierter als im Vormonat und die heimische Industrie ist hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung sogar im Verlauf des Jahres skeptischer geworden", so Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Die aktuellen Vertrauensindikatoren haben den monatlich ermittelten Bank Austria Konjunkturindikator im Juli nach unten gezogen. "Mit einem leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat um 0,3 ist der Bank Austria Konjunkturindikator im Juli auf nur noch 0,5 Punkte gesunken. Damit liegt unser Indikator auf dem tiefsten Wert seit fast einem Jahr und signalisiert damit auch für das dritte Quartal kaum neue Impulse", meint Bruckbauer.

Statt der bisher erwarteten Aufhellung der Konjunktur hat sich das Wirtschaftsklima zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2014 somit sogar eingetrübt. Der Konjunkturerholung in Österreich haben in den vergangenen Monaten immer mehr bremsende Faktoren entgegengewirkt. Die Nahost-Krise und der Ukraine-Konflikt mit den folgenden EU-Sanktionen gegen Russland und Gegensanktionen belasten. "Die Belastungen durch die jüngsten geopolitischen Entwicklungen kommen für die österreichische Wirtschaft zur Unzeit", meint Bruckbauer, "denn die Erholung in Europa kommt unabhängig davon nur langsam voran. Es fehlt damit weiter an Unterstützung für die heimische Wirtschaft."

"Die europäische Wirtschaft hat im zweiten Quartal enttäuscht. Zwar hat sich die Erholung fortgesetzt und einige Länder an der Peripherie positiv aufgezeigt, doch vor allem die wichtigsten Handelspartner der österreichischen Wirtschaft aus der EU blieben hinter den Erwartungen zurück", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die deutsche Wirtschaft vermochte nicht so starke Impulse zu geben, wie erwartet, und vor allem ist die Erholung in Italien, dem zweitwichtigsten Exportpartner Österreichs sogar zum Stillstand gekommen. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen und der schlagend gewordenen Konjunkturrisiken ist in den kommenden Monaten nicht mit einer gravierenden Aufhellung der Konjunktur in Europa zu rechnen. Zwar wird nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria die Festigung der Erholung schrittweise vorankommen. Die Vorgaben aus Europa lassen für die kommenden Monate jedoch keine spürbare Verstärkung der Nachfrage nach österreichischen Exportgütern erwarten, wenn auch die US-Wirtschaft sowie die asiatischen Wachstumsmärkte weiter für Unterstützung sorgen werden.

Die erwartete exportgetriebene Konjunkturbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte ist im aktuell bestehenden Umfeld jedenfalls weniger wahrscheinlich geworden. Damit wird sich auch die Investitionstätigkeit in den kommenden Monaten trotz des niedrigen Zinsumfelds in Österreich nicht entscheidend beleben. Darüber hinaus haben sich die Voraussetzungen für eine schwungvollere Entwicklung des privaten Konsums nicht verbessert. Zum einen ist die Inflation in Österreich mit knapp an der 2-Prozent-Marke angesichts der bescheidenen Konjunkturlage beachtlich hoch und beschneidet reale Einkommenszuwächse. Zum anderen prolongiert sich angesichts der fehlenden Konjunkturimpulse die schwierige Lage am Arbeitsmarkt. "Die Beschäftigungsdynamik lässt tendenziell nach, eine Trendumkehr der steigenden Arbeitslosigkeit ist vorerst nicht in Sicht und wir erwarten einen Anstieg der Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2014 auf 8,6 Prozent", meint Pudschedl. Für die österreichische Wirtschaft ist daher in der zweiten Jahreshälfte keine maßgeblich Belebung der Konjunktur in Sicht. Es wird nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria bei dem verhaltenen Wachstumspfad knapp über der Nulllinie bleiben. Für 2014 sind daher die bisherigen Wachstumseinschätzungen maßgeblich überzogen gewesen. "Angesichts der bestehenden Rahmenbedingungen ist im Gesamtjahr 2014 nur noch ein Wirtschaftswachstum von knapp unter 1 Prozent zu erwarten", fasst Bruckbauer die Aussichten für das Wirtschaftswachstum 2014 zusammen.

Auch das Jahr 2015 wird damit von einem etwas tieferen Niveau aus starten und bleibt damit aus heutiger Sicht mit einem BIP-Anstieg um 1,5 Prozent hinter den bisherigen Erwartungen zurück. "Unter der Annahme, dass es zu keiner weiteren Eskalation in der Russland-Ukraine-Krise kommt, wird diese Österreichs Wirtschaft in Summe rund ½ Prozentpunkt Wachstum gekostet haben bzw. kosten", meint Stefan Bruckbauer. Dabei sind es weniger die direkten Effekte durch den Handel mit Russland, die belasten, sondern die gestiegene Verunsicherung. Grundsätzlich bleibt nach Meinung der Ökonomen der Bank Austria der Erholungstrend der Wirtschaft im Euroraum und in Österreich erhalten, die Unsicherheiten steigen und könnten daher zusätzliche wirtschaftspolitische Maßnahmen notwendig machen.

 Tabellen (PDF; 43 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at