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Presseinformation

30.07.2014

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Juli:
Industriekonjunktur leicht verbessert

• Industriewachstum zieht im Sommer etwas an: Bank Austria EinkaufsManagerIndex steigt im Juli auf 50,9 Punkte
• Stärkste Produktionsausweitung seit dem Winter
• Auftragslage stabilisiert sich dank Nachfrageplus aus dem Ausland
• Beschäftigungsabbau beschleunigt sich sogar noch
• Trotz geopolitischer Risiken wird Rückenwind aus dem Ausland die Industriekonjunktur im zweiten Halbjahr stärken

Die Konjunkturlage in der österreichischen Industrie zeigt zu Beginn des zweiten Halbjahres eine leicht erhöhte Aufwärtstendenz. „Ausgehend vom bisherigen Jahrestiefststand im Vormonat hat der Bank Austria Einkaufsmanagerindex im Juli um 0,5 Punkte zugelegt und steht nun bei 50,9. Die nach wie vor verhaltene Erholung in der österreichischen Industrie hält nun mittlerweile immerhin seit einem Jahr an“, meint Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Mit dem Anstieg im Juli hat der Indikator, der das Ergebnis der monatlichen Umfrage zur Konjunkturlage in der österreichischen Industrie in einem Wert widerspiegelt, den Rückgang im Vormonat wieder wettgemacht. „Die spürbare Erhöhung der Produktionsleistung sowie die Stabilisierung der Auftragslage haben den Indikator im Juli nach oben gezogen. Dem gegenüber steht ein moderater, aber sich verstärkender Jobabbau in den österreichischen Industriebetrieben“, fasst Bruckbauer die Detailergebnisse zusammen.

Nach den Einbußen im Vormonat ermutigte im Juli eine leicht anziehende Exportnachfrage nach Produkten „Made in Austria“ die heimischen Betriebe zu einer kräftigen Ausweitung der Produktionsleistung. Der Produktionsindex erreichte mit 53,7 Punkten den höchsten Wert seit Februar. Da sich jedoch die Binnennachfrage abermals rückläufig entwickelte, war die Auftragslage im Vergleich zum Vormonat insgesamt praktisch unverändert. „Die Auftragslage in der heimischen Industrie ist weiterhin verhalten, wenn auch positive Nachfragesignale aus dem Ausland, unter anderem aus Großbritannien, den USA und Asien im Juli spürbar waren“, meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die Auftragseingänge waren im Juli jedoch zu gering, um die bestehenden Produktionskapazitäten voll auszulasten, so dass die Auftragspolster stark abnahmen.

Die heimischen Industriebetriebe haben aufgrund des verhaltenen Nachfrageumfelds auch die vorhandenen Personalkapazitäten angepasst. „Nach der Stagnation im Vormonat gingen im Juli angesichts fehlender Neu- und Folgeaufträge in der österreichischen Industrie vermehrt Jobs verloren. Auch aufgrund von Kostensenkungsüberlegungen wurden in insgesamt rund einem Achtel der heimischen Industriebetriebe Beschäftigte abgebaut“, so Pudschedl. Während es vordringlich bei Konsum- und Vorleistungsherstellern zu Entlassungen kam, wurden im Investitionsgüterbereich hingegen Neueinstellungen vorgenommen.

Angesichts der starken Produktionsausweitung im Juli haben die heimischen Betriebe die Einkaufsmenge das vierte Mal in Folge erhöht. Dennoch gingen die Lagerbestände an Vormaterialien so stark wie noch nie im laufenden Jahr zurück, denn ein hohes Kostenbewusstsein und die zurückhaltenden Produktionserwartungen veranlassen die heimischen Betriebe zu einer sehr vorsichtigen Lagerhaltung. „Während die Einkaufspreise im Juli auch aufgrund von Lieferproblemen bei einigen Rohstoffen und Vormaterialien das zweite Mal in Folge mit zunehmender Tendenz stiegen, sorgte der scharfe Wettbewerb für einen leichten Rückgang der Verkaufspreise. Folglich verschlechterte sich durch die aktuellen Preistrends für die heimischen Betriebe im Durchschnitt die Kostensituation“, meint Pudschedl.

Nach dem guten Jahresbeginn hat sich die Industriekonjunktur in Österreich bis zum Beginn des Sommers stetig verlangsamt. Mit dem Anstieg gegenüber dem Jahrestiefpunkt vom Vormonat schürt der aktuelle Bank Austria Einkaufsmanagerindex die Hoffnung auf eine Trendwende. Für vorsichtigen Optimismus sorgt zu Beginn des dritten Quartals auch der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Verarbeitende Industrie der Eurozone, der sich gegenüber dem Vormonat geringfügig auf 51,9 Punkte erhöht hat. Maßgeblich dafür war vor allem der Einkaufsmanagerindex für Deutschland, der auf 52,9 Punkte im Juli gestiegen ist. Zudem lassen der anhaltend starke Einkaufsmanagerindex für die Verarbeitende Industrie in den USA (56,3 Punkte) als auch der Anstieg in China von 50,7 auf 52 Punkte mehr Nachfrageunterstützung für die heimische Industrie aus dem Ausland erwarten. „Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, die USA und China, stellen für die österreichische Industrie in den kommenden Monaten eine solide Unterstützung in Aussicht“, meint Bruckbauer. Die Ökonomen der Bank Austria sind optimistisch, dass mit einer leichten Belebung der Industriekonjunktur in Österreich in der zweiten Jahreshälfte ein Industriewachstum im Gesamtjahr 2014 von bis zu 4 Prozent erreicht werden kann. „Allerdings haben die Wachstumsrisiken angesichts der Ukrainekrise und der Verschärfung der Sanktionen gegenüber Russland in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen“, so Bruckbauer.

 Tabellen

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.