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Presseinformation

12.05.2014

Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft:
Maschinenbau in Österreich auf deutlichem Wachstumskurs

  • 2014 wird der Maschinenbau das Vorjahresminus von 0,8 Prozent in der Produktion mehr als ausgleichen können
  • Die Branche schafft laufend neue Arbeitsplätze; 2013 ist die Beschäftigung trotz Konjunkturschwäche um 3,1 Prozent gestiegen
  • Die Verluste an preislicher Wettbewerbsfähigkeit aufgrund hoher Lohnkostensteigerungen kann die Branche bisher erfolgreich ausgleichen
  • Mit wachsenden Außenhandelsüberschüssen beweist der Maschinenbau seine Konkurrenzfähigkeit; 2013 lag die Bilanz mit 5,2 Milliarden Euro im Plus
  • 79 Prozent "innovationsaktive" Unternehmen sichern zukünftige Erfolge

Im Geschäftsjahr 2013 verzeichnete Österreichs Maschinenbau-Branche aufgrund der Konjunkturschwäche ein Produktionsminus von 0,8 Prozent, konnte jedoch mit rund 21 Milliarden Euro trotzdem ein geringes Umsatzplus von 0,6 Prozent erzielen. Für das Jahr 2014 kommt der aktuelle Maschinenbau-Branchenbericht der Bank Austria Ökonomen zu einer wesentlich optimistischeren Einschätzung: 2014 kann die Branche nicht nur das Vorjahresergebnis ausgleichen, sondern wird voraussichtlich auch ihren langfristigen Wachstumspfad von durchschnittlich 5 Prozent im Jahr überschreiten.

Dazu Bank Austria Ökonom Günter Wolf: "2014 wird der Maschinenbau von den deutlich steigenden Investitionsausgaben der Unternehmen in Österreich und in den wichtigsten Exportmärkten profitieren. Vor allem Deutschland, der Absatzmarkt von mehr als einem Drittel der Branchenexporte, wird bei dieser Entwicklung eine gewichtige Rolle spielen." Die Erholung der Branchenkonjunktur zeigt sich seit Jahresbeginn in der verbesserten Auftragslage sowie in den im Vergleich zum Vorjahr wesentlich optimistischeren Produktionserwartungen der Unternehmen.

Neue Arbeitsplätze
Der Maschinenbau ist als einer von wenigen industriellen Arbeitgebern seit Jahren in der Lage, neue Arbeitsplätze zu schaffen. In den vergangenen zehn Jahren wurden 11.000 neue Stellen geschaffen, das bedeutet einen Anstieg der Beschäftigten um insgesamt 17 Prozent. Im Vergleich dazu sind in den übrigen Industriebranchen im selben Zeitraum weniger als 1.000 Arbeitsplätze entstanden. Noch 2013 haben die Maschinenbauer ihre Beschäftigungskapazitäten entgegen dem Industrietrend um 3,1 Prozent auf die Rekordzahl von 77.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgestockt, während im Industrieschnitt die Zahl der Arbeitsplätze stagnierte.

Obwohl die Unternehmen seit Jahresbeginn 2014 in der Personalplanung vorsichtiger geworden sind und aktuelle Daten sowie die Unternehmereinschätzungen eine deutliche Abkühlung der Beschäftigungsdynamik ankündigen, ist die Branche bisher ein Beschäftigungsmotor der österreichischen Industrie geblieben: Im ersten Quartal 2014 ist die Zahl der neuen Jobs in der Branche um 1,2 Prozent gestiegen, in der Industrie gesamt aber um 0,2 Prozent gefallen.

Maschinenbau im internationalen Vergleich überdurchschnittlich wettbewerbsfähig
Mit der Zahl neuer Arbeitsplätze sind die Personalkosten gestiegen, die der Maschinenbau in den letzten Jahren nicht mehr mit Produktivitätsgewinnen ausgleichen konnte. Die Lohnstückkosten der Branche sind von 2011 bis 2013 um rund 15 Prozent gestiegen, im Industriedurchschnitt um 8 Prozent. Bank Austria Ökonom Günter Wolf: "Gemessen an den wirtschaftlichen Erfolgen zeigt sich Österreichs Maschinenbau gegenüber den hohen, strukturell- und standortbedingten Kostenbelastungen im Vergleich zur österreichischen Industrie ebenso wie im internationalen Branchenvergleich bisher relativ immun. Die Performance der Branche unterstreicht die Konkurrenzstärke des Maschinenbaus." Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Produktionsleistung um 5,1 Prozent pro Jahr gestiegen – und damit sowohl wesentlich stärker als der Industriedurchschnitt mit 2,4 Prozent als auch die EU27-Branchenproduktion mit 3 Prozent.

Die Analyse auf Branchenebene verdeckt allerdings, dass die Konkurrenzfähigkeit kleinerer, kapitalschwacher und weniger innovativer Unternehmen vermutlich erheblich unter den Bedingungen leidet. Einen Hinweis geben die relativ hohen Abweichungen in den Ertragskennzahlen der Branche: Entsprechend der OeNB-Jahresabschlusskennzahlen erreichte die Umsatzrentabilität des Maschinenbaus 4,7 Prozent im Median, wobei das ertragsstärkste Viertel 10,2 Prozent verbuchte, das ertragsschwächste Viertel nur 1,2 Prozent (jüngste Daten 2012).

Exportnachfrage bringt entscheidende Wachstumsimpulse
Der Maschinenbau erzielt rund 80 Prozent des Umsatzes im Export, davon rund 23 Prozent in Deutschland und weitere 10 Prozent in den neuen EU-Mitgliedsländern. Die stärksten Nachfrageimpulse erhält die Branche allerdings seit Jahren aus außereuropäischen Absatzmärkten, vor allem aus den USA, China und Russland, wohin jeweils 5 bis 6 Prozent der Exporte geliefert werden. In Summe werden mit österreichischen Maschinen in allen großen Überseemärkten hohe und langfristig wachsende Exportüberschüsse erzielt.

Österreichs Außenhandelsüberschuss mit Maschinen und Ausrüstungen ist seit Anfang der 1990er Jahre fast kontinuierlich auf 5,2 Milliarden Euro im Jahr 2013 gestiegen. Die Bilanz ist in allen zentralen Produktgruppen positiv, wobei mit Spezialmaschinen für die Kunststoff- und Holzbearbeitung, mit Kränen, Aufzügen und mit Baumaschinen die besten Ergebnisse erzielt werden. Grundsätzlich sind das Produkte mit deutlich höheren Produktwerten, also Unit Values im Export genauso wie im Import. Das heißt, dass sich der heimische Maschinenbau in erster Linie mit qualitativ hochwertigen, sehr oft individuell angefertigten (Spezial-)Maschinen erfolgreich von Wettbewerbern mit reinen Kosten- beziehungsweise Preisvorteilen absetzen und damit Marktanteilsverluste bei Standardprodukten kompensieren kann.

Erfreuliche Perspektiven
Mit einer F&E-Quote von 3,5 Prozent zählt Österreichs Maschinenbau nicht nur zu den forschungsfreudigsten Industriebranchen im Land, sondern auch zu den forschungsfreudigsten Maschinenbaubranchen in Europa. Im EU27-Schnitt verwenden die Maschinenbauer rund 2 Prozent vom Umsatz für Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Das hohe F&E-Engagement ist die Grundlage innovativer Produkte und Prozesse, die wiederum essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in einem globalen Konkurrenzumfeld sind. Der Anteil der Maschinenbauer, die im Sinn der EU-Innovationserhebungen "innovationsaktiv" sind, wächst kontinuierlich und erreichte zuletzt 79 Prozent – beachtlich auch im Vergleich zu den 57 Prozent innovationsaktiver Unternehmen im österreichischen Industriedurchschnitt.

"Österreichs Maschinenbauer sollten ihr langfristiges Wachstumsniveau von rund 5 Prozent preisbereinigt nicht nur 2014 erreichen, sondern es auch in den folgenden Jahren im Durchschnitt beibehalten können. Die Entwicklung der Maschinenexporte zeigt, dass die Branche im internationalen Wettbewerb überdurchschnittlich erfolgreich ist und sich vermutlich auch in Zukunft vom Konjunkturzyklus der Branche auf europäischer Ebene positiv absetzen kann", fasst Bank Austria Ökonom Günter Wolf zusammen.

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Günter Wolf, Tel.: +43 (0) 50505 - 41954;
E-Mail: guenter.wolf@unicreditgroup.at