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Presseinformation

07.05.2014

Bank Austria Volkswirtschaft Bundesländer-Analyse:
Österreichs Bundesländer lassen Konjunkturschwäche hinter sich

  • Burgenland 2013 beim Wachstum erneut an der Spitze, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark
  • Trotz schwachem Jahr 2013, Wirtschaftsleistung aller Bundesländer – außer Kärnten – wieder über Vorkrisenniveau
  • Industrie war 2013 bestimmender Wachstumsträger der österreichischen Wirtschaft
  • Bauwirtschaft leistete geringen positiven Wachstumsbeitrag
  • Dienstleistungssektor schwächelte – in Tirol und Vorarlberg gab er jedoch Impulse
  • Trend der Rekordbeschäftigung trotz Rekordarbeitslosigkeit wird sich 2014 fortsetzen
  • 2014 bessere Wachstumsaussichten für alle Bundesländer: Industriebundesländer wie Oberösterreich und Vorarlberg leicht im Vorteil; Dienstleistungshochburgen können sich ab zweiter Jahreshälfte verbessern

Die Weltwirtschaft war 2013 von der schwächsten Entwicklung seit dem Ende der Krise von 2008/2009 gekennzeichnet. Das Weltwirtschaftswachstum ist auf 3 Prozent gesunken, vor allem aufgrund der Abschwächung der Konjunktur in den Schwellenländern. Die Industrieländer feierten 2013 jedoch ein Comeback. Das Wachstum in den USA beschleunigte sich im Jahresverlauf und erreichte im Jahr 2013 immerhin 1,9 Prozent. Und vor allem schwenkte der Euroraum auf Erholungskurs ein und wuchs ab Mitte 2013 aus der Rezession. Klarerweise war die schwache internationale Konjunktur 2013 für alle Bundesländer eine große Belastung. In den meisten Bundesländern war aufgrund der fehlenden Impulse von außen, aber auch durch den schwächelnden Konsum die Wirtschaftsdynamik geringer als im Jahr 2012. Die Wirtschaftsleistung liegt aber mittlerweile in fast allen Bundesländern über dem Vorkrisen-Niveau. Nur Kärnten hat noch Aufholpotenzial.

Burgenland ist 2013 erneut Wachstumsspitzenreiter
"Das Burgenland knüpft nahtlos an seinen Sieg 2012 an und ist auch 2013 mit 3,1 Prozent Wirtschaftswachstum Wachstumskaiser in unserer Bundesländer-Analyse. Träger dieser Dynamik war die burgenländische Industrie, die vor allem aufgrund einer Standortverlegung mit über 17 Prozent am stärksten expandieren konnte", fasst Dieter Hengl, Bank Austria Vorstand Corporate & Investment Banking zusammen und ergänzt die wichtigsten Ergebnisse der Bank Austria Bundesländer-Analyse: "Mit der einsetzenden globalen Belebung ab der Jahresmitte 2013 konnten jene Bundesländer, die über einen starken Industriesektor mit hoher Exportorientierung verfügen, ihre strukturellen Vorteile ausspielen. Insbesondere Oberösterreich (Platz 2 mit 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum) und die Steiermark (Platz 3 mit 1,1 Prozent Wachstum), konnten den beginnenden internationalen Konjunkturaufschwung nutzen. Insgesamt waren die westlichen Bundesländer durch diese Rahmenbedingungen etwas im Vorteil." In drei Bundesländern blieb die Wirtschaftsleistung nach Berechnungen der Bank Austria Ökonomen leicht hinter dem Vorjahr zurück: In Wien, in Niederösterreich und vor allem in Kärnten waren die negativen Einflüsse aus dem Ausland aber auch die Schwäche des Konsums zu stark. Damit entwickelte sich 2013 im Osten und ganz im Süden Österreichs die Wirtschaft am schwächsten.

Zunehmender Rückenwind aus Europa stärkt die Industrie
"Insbesondere der exportorientierte Produktionssektor spürte 2013 die Folgen der globalen Konjunkturflaute. Nach einem Anstieg um 1,2 Prozent im Jahr 2012, nahm die Industrieproduktion 2013 in Österreich nur noch um bescheidene 0,3 Prozent zu. Selbst dieser minimale Zuwachs konnte nur durch die beginnende Erholung im Euroraum erreicht werden, der ab Mitte des Jahres in einigen Branchen zögerlich spürbar wurde", analysiert Stefan Bruckbauer, Bank Austria Chefökonom, die wichtigsten Branchentrends. Die Entwicklung war 2013 in diesem Umfeld über die einzelnen Branchen betrachtet sehr durchwachsen. Der Fahrzeugbau war mit einem Plus um über 7 Prozent eine der Wachstumsstützen der österreichischen Industrie. Auch die Herstellung von elektronischen und optischen Erzeugnissen, die Pharma- und Kunststoffindustrie sowie die Metallerzeugung steigerten 2013 ihre Produktion, während etwa die Elektroindustrie sowie die Energiewirtschaft, auch bedingt durch den milden Winter, Einbußen hinnehmen mussten. Industriebetriebe in Oberösterreich und in der Steiermark konnten die einsetzende Erholung mit einem Plus um jeweils rund 2 Prozent am besten nutzen. Abgesehen vom Burgenland, das vom Sondereffekt einer Standortverlegung profitierte, konnte die Industrie in allen anderen Bundesländern das Wachstum von 2012 nicht erreichen, insbesondere in Kärnten und in Wien blieb die Produktion deutlich zurück.

Bauwirtschaft leistete in sechs Bundesländern positiven Wachstumsbeitrag
Die Bauwirtschaft konnte 2013 zum Wirtschaftswachstum in Österreich einen geringfügig positiven Beitrag leisten. Im Österreichschnitt stieg der Bauproduktionsindex um 0,6 Prozent. Die Baudynamik war im Regelfall durch den Hochbau, insbesondere dem Wohnbau und Sanierungen, getrieben, während der Rückgang der öffentlichen Aufträge infolge knapper Budgets auf allen Verwaltungsebenen insbesondere den Tiefbau bremste. In sechs Bundesländern leistete der Bau einen positiven Wachstumsbeitrag. Im Burgenland, Tirol und Vorarlberg sowie auch in Oberösterreich sorgte der Sektor sogar für überdurchschnittlichen Schwung. In Kärnten, Niederösterreich und Salzburg dämpfte die Entwicklung am Bau dagegen die Wirtschaftsentwicklung.

Dienstleistungssektor schwächelt – in Tirol und Vorarlberg gibt er jedoch Impulse
Der österreichische Dienstleistungssektor schloss das Jahr 2013 mit einem leichten Rückgang der Wertschöpfung ab, auch wenn zum Jahresende hin eine leichte Aufwärtstendenz spürbar wurde. In vier Bundesländern, nämlich Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark, lieferte der Sektor jedoch einen negativen Wachstumsbeitrag, da der Handel aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage unter Druck kam. Zudem hielt die Einnahmenentwicklung im Tourismus nicht mit dem Übernachtungsplus Schritt und auch bei den unternehmensnahen Dienstleistungen gab es aufgrund der trägen Industriekonjunktur wenige Impulse. Dagegen lieferte der Sektor in Tirol und Vorarlberg einen beachtlichen Wachstumsbeitrag.

Lage am Arbeitsmarkt in allen Bundesländern verschärft
Das Jahr 2013 war für die österreichischen Bundesländer einerseits das Jahr der Rekordarbeitslosigkeit, andererseits aber auch der Rekordbeschäftigung. In den meisten Bundesländern erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um zweistellige Prozentwerte. Oberösterreich verzeichnete 2013 den stärksten relativen Anstieg der Arbeitslosenzahlen, hält aber weiterhin mit 5,1 Prozent im Jahresdurchschnitt die niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs. Wien wies mit 10,2 Prozent weiterhin den höchsten Wert Österreichs auf. Trotz der flauen Konjunktur kam der Anstieg der Beschäftigung 2013 in den meisten Bundesländern nicht ganz zum Erliegen. Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse stieg im Durchschnitt um immerhin 0,5 Prozent – in Tirol als Spitzenreiter sogar um über 2 Prozent. "2013 war wieder ein Jahr der Rekordbeschäftigung, denn in sieben von neun Bundesländern wurde dank dem Dienstleistungsbereich ein neues Allzeithoch erreicht", so Bruckbauer und ergänzt: "Leider war 2013 aber auch das Jahr der Rekordarbeitslosigkeit." Für das Jahr 2014 ist in allen Bundesländern von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auszugehen – in Gesamtösterreich von durchschnittlich 7,6 auf zumindest 7,8 Prozent. In den Bundesländern wird die Bandbreite zwischen 5,3 Prozent (Oberösterreich) und bis zu 11 Prozent (Wien) liegen.

2014 stärkere Wachstumsdynamik in fast allen Bundesländern erwartet
Die wirtschaftlichen Aussichten für 2014 sind für alle Bundesländer günstiger als im Jahr 2013, da sich die Rahmenbedingungen zu verbessern begonnen haben: Die Erholung im Euroraum festigt sich und wird für die österreichische Wirtschaft zunehmend spürbar. Die exportorientierte Industrie erhält mehr und mehr Impulse. Die Industrie wird 2014 daher eine wichtigere Wachstumsstütze sein. Das Produktionswachstum wird auf etwa 4 Prozent ansteigen. "Der Investitionsstau beginnt sich langsam aufzulösen. Angesichts des anhaltenden Aufschwungs im Euroraum und positiver Nachfrageeffekte für die heimische Wirtschaft ist – unterstützt durch die günstigen Finanzierungsbedingungen – im Jahr 2014 eine spürbare Ausweitung der Investitionen zu erwarten. Wir rechnen mit einem Plus der Investitionen in Österreich um fast 5 Prozent real", gibt sich Hengl zuversichtlich.

Der Nachfrageschwerpunkt wird noch stärker von Vorleistungen bzw. Investitionsgütern auf den Konsumgüterbereich übergehen. Wachstumsschwerpunkte sehen die Bank Austria Ökonomen im Maschinenbau, in der Metallbearbeitung und weiterhin in der Kfz-Zulieferung. Der Dienstleistungsbereich wird 2014 nur langsam in Fahrt kommen, da der Arbeitsmarkt weiterhin belastet: Die Arbeitslosigkeit steigt weiter und die Beschäftigungsdynamik ist noch verhalten. Insgesamt ist jedoch ein moderates Wachstum zu erwarten, wobei der Sektor im Jahresverlauf an Dynamik zulegen können sollte, was auf Dienstleistungen spezialisierte Bundesländer, wie beispielsweise Wien in der zweiten Jahreshälfte stärken wird.

"Das Wachstum wird 2014 auf breiter Basis stehen. Die Wachstumschancen für die einzelnen Bundesländer sind ausgeglichener. Daher sind auch etwas geringere Wachstumsunterschiede zwischen den Bundesländern als im Vorjahr zu erwarten. Die besten Aussichten bestehen nach unserer Einschätzung für breit aufgestellte Industriebundesländer. Für Oberösterreich und Vorarlberg erwarten wir ein Wirtschaftswachstum um sogar drei Prozent. Auch das Burgenland wird trotz auslaufenden Sonderfaktors noch gut mithalten können. Salzburg wird 2014 voraussichtlich das Wachstumsschlusslicht sein, doch um ein Prozent zulegen können, sodass der Abstand zur Spitze geringer als im Vorjahr sein wird", so Hengl über die diesjährigen Wachstumsaussichten.

"Insgesamt wird die österreichische Wirtschaft 2014 aufgrund des günstigeren Umfelds spürbar stärker wachsen als im Jahr 2013. Wir gehen von einem Anstieg des BIP um rund 2 Prozent im Jahr 2014 aus, nach nur 0,4 Prozent im Jahr 2013", betont Bruckbauer.

 Tabellen (PDF; 40 KB)

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Martin Halama, Tel. +43 (0) 50505 - 52371
E-Mail: martin.halama@unicreditgroup.at

Eine detaillierte Analyse der Wirtschaftsentwicklung in den österreichischen Bundesländern mit einem Ausblick auf das Jahr 2014 sind in der Publikation der Bank Austria "Bundesländer Überblick" enthalten. Die Broschüre ist auf der Homepage der Bank Austria gratis zum Download verfügbar.