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Presseinformation

11.03.2014

Bank Austria Ergebnis für das Geschäftsjahr 2013:

Ergebnis im operativen Kundengeschäft um 7 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesteigert – nur die Abschreibung des gesamten Goodwills von 2 Milliarden führt zu nicht kapitalquotenwirksamem Buchverlust von 1,6 Milliarden Euro

• Konzernergebnis nach Steuern vor Firmenwertabschreibungen bei 354 Millionen Euro
o Betriebsergebnis um 7,2 Prozent auf 3,1 Milliarden verbessert, da die Betriebserträge deutlich stiegen, die Kosten trotz fiskalischer und regulatorischer Belastungen hingegen nur moderat
o Coverage Ratio durch Anhebung des Kreditrisikoaufwands auf 54,9 Prozent
(2012: 47,6 Prozent) deutlich verbessert – diese erreicht damit wieder Vorkrisenniveau
o Bankensteuern in Österreich und CEE belasten das Ergebnis mit minus 209 Millionen Euro
o Klassifizierung der ukrainischen Tochterbank Ukrsotsbank als „Asset held for sale“ und operativer Verlust der Tochterbank belasten die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) mit 256 Millionen Euro
o Wertberichtigung latenter Steueransprüche, da es unwahrscheinlich ist, dass diese in angemessener Zeit verbraucht werden können, belastet das Ergebnis mit 223 Millionen Euro
• Klares Bekenntnis zu Zentral- und Osteuropa (CEE), das weiterhin wichtiger Wachstums- und Ergebnistreiber für die Bank Austria Gruppe ist
• Strategische Entscheidung auf Basis des letzten Mehrjahresplans und Werthaltigkeitstests, den gesamten Firmenwert (Goodwill) aller Beteiligungen in der Bilanz auf null abzuwerten, führt zur Abschreibung von rund 2 Milliarden Euro
• Vollständige Abschreibung der Firmenwerte führt zu Buchverlust in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, der aber keine negative Auswirkung auf die Kapitalquoten hat
• Kapitalquoten trotz dieser Maßnahmen weiter verbessert
o Gesamtkapitalquote steigt auf 13,5 Prozent (2012: 12,5 Prozent), harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) auf 11,3 Prozent (2012: 10,6 Prozent) verbessert
• Exzellente Primärmittelquote dokumentiert starke Liquiditätssituation der Bank
o Kundenkredite sind zu 107 Prozent (2012: 105 Prozent) durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen refinanziert

Bank Austria Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko: „Die vollständige Abschreibung aller Firmenwerte (Goodwill) auf null führt zwar in diesem Jahr zu einem Buchverlust, der heftig ausschaut, aber aus folgenden Gründen niemanden beunruhigen sollte, sondern vielmehr eine gute Nachricht ist:
• Erstens hat diese Abschreibung weder auf unsere sehr guten Kapitalquoten noch auf unsere exzellente Liquiditätssituation Einfluss – im Gegenteil, beide wurden weiter verbessert, woran man erkennt, dass wir eine kerngesunde und solide Bank sind und damit in der Lage, die heimischen Haushalte und die Wirtschaft weiterhin mit Krediten zu versorgen.
• Zweitens können wir diese Korrektur aus eigener Kraft bewältigen, ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen, weil wir im operativen Geschäft profitabel wirtschaften. Um es ganz klar zu sagen: Während andere auf die Hilfe des Staates und der Steuerzahler angewiesen waren oder sind, hatten wir dies nie notwendig und brauchen auch weiterhin keine fremde Hilfe.
In Wahrheit ist es ein Befreiungsschlag, der uns von dem Belastungsrucksack der Vergangenheit befreit und letztlich nichts anderes als die ‚neue Realität‘ der aktuellen Bewertung von Banken abbildet. Die gute Nachricht ist, dass unsere Bank damit zukunftssicherer wird, weil wir damit noch konservativer aufgestellt sind, als wir dies schon bisher waren. Wenn mir etwas Sorgen bereitet, dann ist das nicht die Performance unserer Bank, sondern der Umstand, dass gerade ordentlich wirtschaftende und gesunde Kundenbanken, wie wir eine sind, laufend höheren Kostenbelastungen ausgesetzt sind, weil wir für notleidende Mitbewerber, die uns auch noch Konkurrenz machen, mitzahlen müssen. Hier laufen wir Gefahr, in einen strukturellen Nachteil zu geraten und damit schrittweise an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.“

Francesco Giordano, Finanzvorstand der Bank Austria: „Wir haben mit diesem Jahresabschluss deutlich Risiken aus unserer Bilanz herausgenommen. Das belegt zum einen unseren konservativen Bilanzierungsansatz und macht uns zum anderen zum Vorreiter bei der Anpassung an das neue, veränderte Umfeld für Banken. Gleichzeitig verbessern wir damit unsere künftigen Ertragschancen und können die sich laufend verschärfenden regulatorischen Anforderungen mehr als erfüllen. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass unsere Kapitalquoten und unsere Liquiditätsausstattung, ausgehend von einer schon bisher soliden Basis, weiter verbessert wurden. Die Goodwill-Abschreibung, die nicht zahlungswirksam ist, reflektiert hingegen die Anpassung seinerzeitiger Kaufpreise und Ertragsaussichten an die heutige Realität, in der Banken unter oder gerade einmal zu ihrem Buchwert (also eingezahltes Eigenkapital zuzüglich der einbehaltenen Gewinne) gehandelt werden. In Summe reduzieren wir damit künftige GuV-Risken, ohne negative Auswirkung auf die Kapitalquoten, da der Goodwill als immaterieller Vermögenswert auch schon bisher von den regulatorisch anrechenbaren Eigenmitteln abgezogen werden musste.“

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Der Nettozinsertrag, mit 59 Prozent unverändert die wichtigste Ertragskomponente, lag 2013 aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds mit 4.132 Millionen Euro um 0,3 Prozent leicht unter dem Ergebnis der Vorjahres¬periode (2012: 4.143 Millionen Euro). Im österreichischen Kundengeschäft sank der Nettozinsertrag im kommerziellen Tagesgeschäft um 1,7 Prozent, während in Zentral- und Osteuropa (CEE) ein Zuwachs von 1,9 Prozent (wechselkursbereinigt 6,0 Prozent) erzielt werden konnte.

Dividenden und ähnliche Erträge aus At-equity-Beteiligungen blieben mit 83 Millionen Euro um 3,8 Prozent unter dem Vorjahr (2012: 86 Millionen Euro). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Anteil von 31 Prozent an UniCredit Leasing im Zuge der Umstrukturierung des Leasing-Geschäfts nicht mehr als at-equity Beteiligung, sondern als zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe eingestuft wird, weshalb in dieser GuV-Position nur mehr der laufende Erfolg, aber keine Wertanpassungen enthalten sind.

Der Provisionsüberschuss entwickelte sich 2013 gegen den Trend seit Ausbruch der Finanzkrise wieder deutlich positiv und legte gegenüber dem Vorjahr um 10,0 Prozent auf 1.698 Millionen Euro zu (2012: 1.543 Millionen Euro). Wesentliche Treiber dieser positiven Entwicklung waren sowohl die Wiederbelebung des Wertpapiergeschäfts als auch die stärkere Nachfrage nach Kapitalmarkt- und Finanzdienstleistungen.

Auch das Handelsergebnis konnte im Vorjahr um 167 Millionen oder 21,7 Prozent auf 934 Millionen Euro deutlich gesteigert werden (2012: 768 Millionen Euro). Ohne den im Vergleichswert des Vorjahres enthaltenen Gewinn aus dem Hybridrückkauf betrug der Anstieg sogar 293 Millionen Euro oder 45,7 Prozent. Neben der Erfolgsbeteiligung am laufenden Ergebnis der UniCredit Subdivision Markets, die sich 2013 positiv entwickelte, konnte vor allem das Geschäftsfeld CEE das Handelsergebnis um 32,6 Prozent deutlich steigern, womit es rund drei Viertel des gesamten Handelsergebnisses beisteuerte.

In Summe konnten die Betriebserträge gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent oder 279 Millionen Euro auf 6.960 Millionen Euro gesteigert werden (2012: 6.681 Millionen Euro).

Erfolgreich waren 2013 auch die Anstrengungen, die Kosteneffizienz weiter zu verbessern, was gerade angesichts der allgemeinen Ertragsschwächung im Bankensektor aufgrund der schwachen Konjunktur und Nachfrage und der parallel dazu laufend steigenden Mehrbelastungen fiskalischer und regulatorischer Art von höchster Bedeutung ist. So erhöhten sich die Betriebsaufwendungen im Berichtsjahr mit 1,9 Prozent oder 70 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig auf 3.856 Millionen Euro (2012: 3.786 Millionen Euro). Ohne die im Sachaufwand erfassten Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern wären die Kosten sogar um 0,2 Prozent gesunken.

In Summe belasteten Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern in Österreich und CEE die Bank Austria Gruppe kostenseitig mit 209 Millionen Euro, was einer Steigerung von 59,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2012: 131,4 Millionen Euro). In Österreich belief sich die Kostenbelastung auf insgesamt 96,7 Millionen Euro. In CEE addierten sich Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern auf 112,4 Millionen Euro, wovon 93,2 Millionen Euro in Ungarn, 14,0 Millionen Euro in der Slowakei, 3,0 Millionen in Slowenien und 2,2 Millionen Euro in Rumänien anfielen. In Summe belaufen sich die Kosten für Bankenabgaben und Finanz¬transaktions¬steuern mittlerweile auf 12,4 Prozent der Verwaltungsaufwendungen und 5,4 Prozent der gesamten Kosten!

Das Betriebsergebnis konnte dank der Ertragssteigerung im operativen Geschäft und der – trotz weiter gestiegener Belastungen aus dem Titel „Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern“ – moderaten Kostensteigerung um 7,2 Prozent auf 3.104 Millionen Euro gesteigert werden (2012: 2.895 Millionen Euro). Rechnet man die Einmaleffekte des Vorjahres heraus (Gewinn aus dem Hybridrückkauf), beläuft sich die Verbesserung gegenüber der Vorjahresperiode sogar auf
12,1 Prozent.

Der Kreditrisikoaufwand belief sich im abgelaufenen Jahr auf 1.441 Millionen Euro
(2012: 969 Millionen Euro). Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist auf eine vorsichtigere Einschätzung der zukünftigen Entwicklung in CEE zurückzuführen, was letztlich auch zu einer Anhebung der Deckungsquoten (Coverage Ratio) führte. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Coverage Ratio bei Problemkrediten um rund 7 Prozentpunkte auf 55 Prozent und erreicht damit wieder das Vorkrisenniveau. In Österreich erhöhte sich der Kreditrisikoaufwand nur leicht um 11 Millionen Euro auf 219 Millionen Euro (2012: 208 Millionen Euro). In CEE erhöhte sich der Kreditrisikoaufwand um 461 Millionen Euro auf 1.222 Millionen Euro (2012: 761 Millionen Euro) und führte somit zu einer deutlichen Erhöhung der Deckungsquoten, wobei die Anhebung der Coverage fast alle Länder betraf. Insgesamt stiegen die Risikokosten (Kreditrisikoaufwand gemessen an den durchschnittlichen Kundenforderungen) auf 109 Basispunkte.

Das Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand belief sich auf 1.663 Millionen Euro, womit es um 13,7 Prozent unter dem Vorjahr lag, was ausschließlich auf die höhere Dotierung der Risikovorsorgen, wie oben beschrieben, zurückzuführen ist.

Die nicht-operativen Erträge/Aufwendungen zwischen Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand und Ergebnis vor Steuern summierten sich 2013 auf gesamt minus 531 Millionen Euro, was im Vorjahresvergleich eine deutliche Verbesserung von 125 Millionen Euro oder 19,0 Prozent darstellt. Die Rückstellungen wurden 2013 mit 177 Millionen Euro deutlich niedriger dotiert als im Vorjahr (2012: 305 Millionen Euro). Im Einzelnen wurden Rückstellungen für sonstige Vorsorgen und gerichtsanhängige Verfahren gebildet, wobei hier auch die 65 Millionen Euro für den Rechtsstreit in der Schweiz inkludiert sind.

Daraus errechnet sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.131 Millionen Euro, was einem Rück¬gang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2012: 1.269 Millionen Euro).

Die davon abzuziehenden Ertragssteuern beliefen sich 2013 auf 534 Millionen Euro und lagen damit trotz des etwas geringeren Ergebnisses vor Steuern um 63,4 Prozent höher (2012: 327 Millionen Euro), weil in 2013 latente Steueraktiva – aufgrund der eingeschränkten zukünftigen Verwertbarkeit, nicht zuletzt auch aufgrund der jüngst erfolgten Anhebung und Verlängerung der Bankenabgaben – zusätzlich abgeschrieben werden mussten.

Im Einklang mit der Gruppenstrategie, das Wachstum – und den dafür benötigten Kapitaleinsatz – auf CEE-Länder mit nachhaltig besseren Wachstums- und Ertragsperspektiven zu konzentrieren und das Risiko weiter zu reduzieren, wurde die ukrainische Tochterbank Ukrsotsbank zum Verkauf gestellt und als zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe (held for sale) eingestuft. Die GuV-Positionen der Ukrsotsbank wurden zusammengefasst und werden zusammen mit Wertberichtigungen und Nebenaufwendungen sowie dem aus derzeitiger Sicht absehbaren Verkaufserfolg im Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Nach Abzug der Minderheitenanteile ergeben sich minus 256 Millionen Euro.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass zum Zeitpunkt des finalen Verkaufs der Ukrsotsbank der eigene Anteil der Währungsrücklage (minus 517 Millionen Euro zum 31. Dezember 2013) auszubuchen und in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern ist. Dabei ist zu beachten, dass aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und unklaren politischen Lage in der Ukraine die lokale Währung (UAH) gegenüber dem Euro und dem US-Dollar seit Jahresbeginn 2014 deutlich an Wert verloren hat. Die weitere Entwicklung ist heute noch nicht abzuschätzen, sodass auch noch keine Aussage über die tatsächlich zu erwartende Höhe der Währungsrücklage zum Zeitpunkt des Verkaufs getroffen werden kann. Da die Währungsrücklage bereits vom IFRS Eigenkapital abgezogen ist, hat die Umbuchung über die Gewinn- und Verlustrechnung keine Auswirkung auf die IFRS Eigenkapitalposition.

Damit beläuft sich das Konzernergebnis nach Steuern vor Kaufpreisallokation auf 354 Millionen Euro (2012: 467 Millionen Euro).

Darüber hinaus wurde die strategische Entscheidung auf Basis des letzten Mehrjahresplans und Werthaltigkeitstests getroffen, den Goodwill (Firmenwert) aller unserer Firmenbeteiligungen auf null abzuschreiben, womit 1.957 Millionen Euro ausgebucht wurden. Diese Totalabschreibung des Goodwills auf die Firmenbeteiligungen führt zu einem Verlust in Höhe von 1.603 Millionen Euro (2012: Gewinn in Höhe von 419 Millionen Euro).

Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu betonen, dass diese Firmenwertabschreibung in den Büchern keinen Einfluss auf die regulatorischen Eigenmittelquoten hat, da der Goodwill bei der Berechnung der regulatorischen Eigenmittel schon bisher abgezogen werden musste.

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:
• Die Cost/Income-Ratio sank von 54,7 Prozent auf 53,4 Prozent (unter Herausrechnung der Bankensteuer)
• Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsüberschusses) beläuft sich auf 34,2 Prozent.
• Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) stieg auf 13,5 Prozent (2012: 12,5 Prozent).
• Die harte Kernkapitalquote Core Tier 1 (bezogen auf alle Risiken) verbesserte sich auf 11,3 Prozent (2012: 10,6 Prozent).

Die Divisionen im Detail
Die Bank Austria weist ihr Ergebnis in vier Divisionen aus: Privat- & Firmenkunden, Corporate & Investment Banking (CIB), Private Banking sowie Zentral- und Osteuropa (CEE). Dazu kommt das Corporate Center.

Die Anfang 2013 neu gebildete Division Privat- und Firmenkunden umfasst im Wesentlichen zwei große Bereiche: rund 1,6 Millionen „Privatkunden“ und rund 100.000 „Firmenkunden“, in diesem Bereich wird das gesamte Spektrum von den Geschäftskunden über den Mittelstand bis zu den mittleren und großen Unternehmen ohne Kapitalmarktbedarf einschließlich des kommerziellen Immobiliengeschäfts sowie des öffentlichen Sektors betreut.

Die Division Privat-und Firmenkunden erwirtschaftete 2013 mit 11 Prozent des Kapitals 21 Prozent der Erträge der Bank Austria Gruppe – das entspricht gleichzeitig rund 70 Prozent der Erträge des gesamten österreichischen Kundengeschäfts. Dem steht allerdings ein hoher struktureller Kostenblock gegenüber, der mit dem Filialvertrieb verbunden ist. Somit trug die Division 2013 rund 40 Prozent zum Ergebnis vor Steuern des österreichischen Kundengeschäfts und 15 Prozent zu jenem der Gesamtbank bei. Mit einem Primärmittelaufkommen von über 40 Milliarden Euro ist das Geschäftsfeld eine wichtige Refinanzierungsquelle der Bank.

Die Division, die drei Viertel des österreichischen zinswirksamen Volumens umfasst, war im vergangenen Jahr besonders stark vom Niedrigzinsumfeld in Kombination mit rückläufiger Kreditnachfrage und scharfem Konditionenwettbewerb betroffen. Dennoch konnte die Division in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit unterschiedlichsten Initiativen Erfolge vorweisen: Im Privatkundenbereich wurde 2013 eine Steigerung des Fondsneugeschäfts um 30 Prozent erzielt, insgesamt hält die Bank Austria damit bei einem Fondsvolumen von über 5,8 Mrd. Euro im Retailbereich (plus 3 Prozent zu 2012). Im Kreditneugeschäft mit Privatkunden konnten mit 970 Millionen Euro ein deutlicher Zuwachs um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden, darunter plus 20 Prozent in der Bauen & Wohnen-Finanzierung.

Mit dem bundesweiten Launch des neuen Service- und Betreuungsmodells SmartBanking im September 2013 – mit persönlicher Beratung über VideoTelefonie, Telefon, E-Mail, SMS und über Online- und MobileBanking mit modernsten Apps – konnte die Bank Austria ganz neue Impulse auf dem heimischen Bankenmarkt setzen. Ende 2013 wurden rund 57.000 Kunden im SmartBanking betreut. SmartBanking bietet verlängerte Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr und die Möglichkeit, orts- und zeitungebunden mit einem persönlichen Betreuer kommunizieren zu können. Damit wurde der Umbau der Bank Austria zu einer modernen innovativen Universalbank auf den Weg gebracht.

Die Bank Austria ist die führende Firmenkundenbank in Österreich und strategischer Finanzpartner der österreichischen Wirtschaft vom Gewerbe- bis zum Großkunden. Im Firmenkundenbereich wurden zahlreiche innovative Projekte im Rahmen des Risk Sharing Instruments (RSI) – einer gemeinsamen Initiative der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Kommission – oder Großprojekte im Immobilienbereich wie das höchste Gebäude Österreichs finanziert. Aufgrund des großen Erfolges und der intensiven Nachfrage wurden die Mittel des Risk Sharing Instruments von 120 auf 160 Millionen Euro aufgestockt und bis Ende 2015 verlängert. Mit einem Transaktionsvolumen von 12 Milliarden Euro, Finanzierungen in Höhe von 8 Milliarden Euro sowie rund 3.000 Kunden ist die Bank Austria zudem der unangefochtene Marktführer im Bereich der öffentlichen Hand („Public Sector“). Im Immobilienbereich machte die Bank Austria 2013 insgesamt 2,1 Milliarden Euro Neugeschäft.

Die Division Privat- und Firmenkunden erzielte 2013 ein Ergebnis vor Steuern von 175 Millionen Euro (2012: 211 Millionen Euro). Der Ergebnisrückgang ist zum einen durch das niedrige Zinsniveau und die weiterhin verhaltene Kreditnachfrage zu begründen, zum anderen wirkten zusätzliche Investitionen kostentreibend.

Die Division Corporate & Investment Banking (CIB) konzentriert sich seit der Reorganisation des österreichischen Kundengeschäfts Anfang 2013 auf multinationale und internationale Großkunden mit Bedarf an kapitalmarktbezogenen Dienstleistungen und maßgeschneiderten Investmentbanking-Lösungen. Weiterhin betreut die Division Banken, Asset Manager, institutionelle Kunden und Versicherungen. Darüber hinaus hat die CIB-Division Österreich innerhalb der UniCredit Group die regionale Verantwortung für die Märkte in Südafrika, im skandinavischen Raum, sowie Spanien, Portugal und Niederlande. Das Geschäft mit internationalen Großunternehmen in diesen Märkten wird innerhalb der UniCredit somit von Österreich aus gesteuert. Über diesen Österreich-Hub aus bietet die CIB-Division Österreich internationalen Großunternehmen den Zugang nach West, Zentral- und Osteuropa und vice versa.

Weiters konnte 2013 die führende Rolle als strategischer Finanzpartner und Top-Adresse bei Kapitalmarktmaßnahmen von Unternehmen unterstrichen werden. Die Marktstellung und Platzierungskraft von UniCredit insgesamt – mit über 62 Milliarden Euro Nummer 3 bei Euro-Bond Emissionen sowie mit über 27 Milliarden Euro Nummer 2 bei syndizierten Finanzierungen – bieten eine ausgezeichnete Plattform und unterstreichen die Kompetenz der UniCredit sowohl auf der Kapitalmarkt- als auch auf der Finanzierungsseite. So hat die Division Corporate & Investment Banking 2013 insgesamt sieben Unternehmensanleihen, zahlreiche Schuldscheindarlehen sowie alle syndizierten Finanzierungen in Österreich neben vielen internationalen Mandaten führend begleitet.

Als führende Bank im Exportgeschäft mit dem größten Netzwerk in CEE und weltweit im Rahmen der UniCredit fördern wir die Exportwirtschaft, schließlich sind rund 42.000 Unternehmen im Export aktiv. Österreichweit wird jeder zweite von der OeKB gedeckte Exportkredit von der Bank Austria abgewickelt. Beinahe jedes zweite Exportakkreditiv läuft über die Bank Austria, bei Auslandsgarantien liegt der Marktanteil bei 40 Prozent.

In Summe konnte die Division das Ergebnis vor Steuern um 9,7 Prozent auf 231 Millionen Euro steigern; sie war damit auch 2013 wieder eine wesentliche Ertragsstütze der Bank Austria. Zur Steigerung trugen die hohen Betriebserträge, deutliche Kosteneinsparungen und eine nach wie vor gute Risikolage bei. Insbesondere die Erträge aus dem kommerziellen Kundengeschäft konnten um mehr als 10 Prozent gegenüber 2012 gesteigert werden.

Das Private Banking der Bank Austria ist mit den beiden renommierten Marken Bank Austria Private Banking – dem Private Banking einer Großbank und der Schoellerbank – einer traditionellen Privatbank – führend am österreichischen Private Banking Markt. Die Division Private Banking verwaltet insgesamt 19,2 Milliarden Euro Kundenvermögen für Stiftungen sowie 34.000 vermögende Privatkunden mit einem Anlagepotenzial von mindestens 500.000 Euro.

Die wertschöpfungsintensiven Assets under Management (Vermögensverwaltung)
stiegen mit 12 Prozent oder 660 Millionen Euro überproportional und zwar sowohl aufgrund der guten Performance als auch dank der Nettomittelzuflüsse. Ein großer Erfolg war 2013 das Vermögensverwaltungsprodukt VermögensManagement 5Invest mit einer Volumenssteigerung um 43 Prozent auf 827 Millionen Euro. Dank der Übergewichtung von Aktien konnte selbst im ausgeglichenen Portefeuille mit hoher Risikostreuung eine Rendite von 9 Prozent erzielt werden, was deutlich über der zugrunde gelegten Benchmark von 7 Prozent lag.

In der Anlageberatung kommt mit der Portfolio Qualitäts-Analyse ein innovatives Analysetool zum Einsatz, um die Portefeuilles laufend auf ungenutztes Renditepotenzial und/oder ungenügende Risikodiversifikation zu überprüfen und zu optimieren. In der Beratung und Kundenbetreuung spielt der Einsatz von Spezialisten (Portfolioqualitäts-Analysten, Investmentmanager, Wealth Advisors, Kreditexperten, Juristen) eine zunehmende Rolle. Zwei Drittel der Kundinnen und Kunden nutzen das Bank Austria Private Banking mit der kompletten Dienstleistungspalette einer Universalbank, aber mit der bedarfsgenauen Private Banking-Beratung.

Gerade in dem schwierigen Umfeld der letzten Jahre hat sich das Geschäftsmodell der Division mit der ganzheitlichen Beratung durch eine 360-Grad-Analyse der Kundenbedürfnisse und dem Angebot von maßgeschneiderten Konzepten und breitem Leistungsspektrum bewährt.

Der Provisionsüberschuss, traditionell die bedeutendste Ertragskomponente im Private Banking, konnte im Vorjahresvergleich um 10,3 Prozent auf 101 Millionen Euro gesteigert werden. In Summe erzielte die Division ein Ergebnis vor Steuern von 44 Millionen Euro, was einer Steigerung von 33,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2012: 33 Millionen Euro).

Die CEE Division hat 2013 ein Betriebsergebnis von 2.767 Millionen Euro erreicht, was einem klaren Anstieg von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2012: 2.555 Millionen Euro). Zu konstanten Wechselkursen, also ohne die Effekte rückläufiger Wechselkurse in einigen Ländern der Region, hat sich das Betriebsergebnis um 13,0 Prozent verbessert.

Die Betriebserträge beliefen sich 2013 auf 4.929 Millionen Euro, ein Plus von 6,5 Prozent verglichen mit dem Jahr davor (2012: 4.630 Millionen Euro). Ausschlaggebend dafür waren insbesondere ein höherer Provisionsüberschuss, der um 8,6 Prozent auf 1.040 Millionen Euro (2012: 958 Millionen Euro) gestiegen ist, und das Handelsergebnis, das sogar um 32,6 Prozent auf 705 Millionen Euro (2012: 531 Millionen Euro) zugelegt hat. Gleichzeitig hat sich der Nettozinsertrag mit 3.091 Millionen Euro (2012: 3.032 Millionen Euro) weniger dynamisch als zuletzt entwickelt. Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich um 4,2 Prozent, und damit deutlich weniger als die Betriebserträge, von 2.075 Millionen Euro auf 2.162 Millionen Euro. Wenn man die speziellen Bankensteuern abzieht, die 2013 das Dreifache des Vorjahres betragen haben, so sind die Betriebsaufwendungen real gesunken. Die Cost/Income Ratio hat sich folglich auf 42,9 Prozent (2012: 44,0 Prozent) verbessert.

Der Kreditrisikoaufwand 2013 ist in der CEE Division auf 1.222 Millionen Euro (2012: 761 Millionen Euro) gestiegen. Die Risikokosten in der CEE Division erhöhten sich in der Folge von 115 Basispunkten 2012 auf 174 Basispunkte 2013.

Die höheren Kreditvorsorgen werden nur teilweise durch den Sondererlös aus dem Verkauf der Versicherungssparte in der Türkei ausgeglichen, sodass daraus ein Ergebnis vor Steuern von 1.641 Millionen Euro resultiert, das wechselkursbereinigt um 0,9 Prozent über 2012 liegt. Zu laufenden Wechselkursen ist der Vorsteuergewinn um 4,7 Prozent gesunken (2012: 1.722 Millionen Euro).

In einem wirtschaftlich weiter fordernden Umfeld hat die CEE Division damit wieder ein solides Ergebnis erzielt und mehr als drei Viertel zum gesamten Erfolg aller Geschäftsfelder der Bank Austria beigetragen.

„Im Hinblick auf das operative Ergebnis war 2013 ein sehr erfolgreiches Jahr für die CEE Division. In den vergangenen zwölf Monaten haben wir unsere Strukturen in Zentral- und Osteuropa grundlegend rekonfiguriert und durch zahlreiche Marktinitiativen über 450.000 neue Kunden gewonnen. Angesichts der sich langsam beschleunigenden Konjunktur¬erholung haben wir uns entschieden, einige bilanztechnische Vorsichtsmaßnahmen zu setzen, um unsere strategischen Optionen in der Region für die Zukunft abzusichern. Keine dieser Maßnahmen hat Einfluss auf unser tägliches Kundengeschäft, stattdessen reduzieren sie die Bilanzvolatilität und verbessern unser Ertragspotenzial. Wir bleiben unverändert ein überzeugter langfristiger Investor in Zentral- und Osteuropa, zumal sein Wirtschafts¬wachstum auch weiter die Eurozone übertreffen wird und die regionale Sektorprofitabilität über der der wichtigsten westeuropäischen Länder liegt“, sagt Gianni Franco Papa, stellvertretender Vorstands¬vorsitzender und Head of CEE Division in der Bank Austria.

Die Bank Austria ist die Sub-Holding der UniCredit für Zentral- und Osteuropa und steuert eines der führenden Bankennetzwerke in der Region mit ca. 40.000 Angestellten und 2.500 Filialen in 13 Ländern.

Die Bilanz

Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 196,2 Milliarden Euro und war damit um 5,5 Prozent oder 11,4 Milliarden Euro niedriger als zum Jahresultimo 2012 (31.12.2012: 207,6 Milliarden Euro). Die Abnahme der Bilanzsumme gegenüber der Vorjahresperiode geht maßgeblich und etwa zu gleichen Teilen einerseits auf die Ende 2012 in der Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Vermögensgruppen“ ausgewiesene und mittlerweile entkonsolidierte ATF Bank in Kasachstan und andererseits auf Wechselkurseffekte zurück.

Der Leverage (Fremdverschuldungshebel = Bilanzsumme minus immaterielle Vermögenswerte / Eigenkapital minus immaterielle Vermögenswerte) wurde weiter verbessert und belief sich auf 13,2.

Auf der Aktivseite blieben die Kundenforderungen mit 0,7 Prozent bzw. 0,9 Milliarden Euro nur leicht hinter dem Vorjahr und beliefen sich auf 129,1 Milliarden Euro (31.12.2012: 130 Milliarden Euro). Am stärksten gaben aufgrund der beschriebenen strategischen Entscheidung zur Abschreibung aller Firmenwerte die Immateriellen Wirtschaftsgüter nach, die um 90,9 Prozent oder 2,2 Milliarden Euro auf 219 Millionen Euro sanken (2012: 2,5 Milliarden Euro). Auch die Interbank-Forderungen wurden um 10,1 Prozent oder 2,8 Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro reduziert (2012: 27,8 Milliarden Euro).

Auf der Passivseite lagen die Kundeneinlagen mit 108,9 Milliarden Euro nur leicht über Vorjahr, was insbesondere auf die schon erwähnten Wechselkurseffekte zurückzuführen ist (2012: 108,8 Milliarden Euro). Die eigenen Emissionen konnten trotz hoher Tilgungen stärker, nämlich um 3,5 Prozent oder 987 Millionen Euro auf 29 Milliarden Euro gesteigert werden (2012: 28,1 Milliarden Euro), was den erfolgreichen Ausbau der Emissionstätigkeit in Österreich und CEE in den letzten Jahren widerspiegelt.

 

Die Primärmittel, also die Summe aus Kundeneinlagen und eigenen Emissionen, stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um 0,8 Prozent oder 1,1 Milliarden Euro auf 138 Milliarden Euro (2012: 136,9 Milliarden Euro) und machen damit bereits mehr als zwei Drittel (70,3 Prozent) der Bilanzsumme aus. Damit waren die Kunden¬kredite zu 107 Prozent durch Primärmittel refinanziert.

Das Eigenkapital betrug zum Jahresultimo 15,1 Milliarden Euro und lag damit unter dem Vorjahr (2012: 18,2 Milliarden Euro). Da aber die Firmenwerte (Goodwill) von den regulatorisch relevanten Eigenmittel abzuziehen sind und die vorgenommen Firmenwertabschreibungen daher die regulatorisch anrechenbaren Eigenmittel nicht reduzieren und gleichzeitig die risikogewichteten Aktiva gesenkt werden konnten, konnten die Kapitalquoten weiter verbessert werden: Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) stieg auf 13,5 Prozent (2012: 12,5 Prozent) und die Kernkapitalquote ohne Hybridkapital – Core Tier 1 (bezogen auf alle Risiken) verbesserte sich auf 11,3 Prozent (2012: 10,6 Prozent).

Der Personalstand der Bank Austria Gruppe inklusive der bei Tochtergesellschaften der UniCredit in Österreich beschäftigten MitarbeiterInnen beläuft sich zum 31. Dezember 2013 auf 56.193 MitarbeiterInnen (FTE; Stand 31.12.2012: 57.655 MitarbeiterInnen). Davon waren 9.797 Vollzeitarbeitskräfte (FTE) in Österreich und 46.396 FTE in den CEE-Ländern beschäftigt.

 Tabellen (PDF; 226 KB)

Rückfragen: Bank Austria Media Relations
Martin Halama, Tel. +43 (0)5 05 05 52371
E-Mail: martin.halama@unicreditgroup.at