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Presseinformation

17.02.2014

Bank Austria Konjunkturindikator:
Konjunkturerholung mit geringem Tempo. Aber nur vorläufig

  • Bank Austria Konjunkturindikator signalisiert im Jänner mit 0,8 Punkte wenig zusätzliche Dynamik
  • Verdoppelung der Wachstumsdynamik im ersten Quartal 2014 erwartet, da Investitionen und Exporte steigen werden
  • Abschwächung in einigen Emerging Markets und Konsumzurückhaltung vorerst noch Hemmschuhe
  • Stabilisierung am Arbeitsmarkt bringt auch Konsum im Jahresverlauf 2014 in Schwung

Die Erholung der heimischen Wirtschaft setzt sich fort. Nach der Belebung des Wachstums auf 0,3 Prozent zum Vorquartal zum Jahresende 2013, weisen die vorliegenden Frühindikatoren vorerst jedoch auf keine weitere Beschleunigung hin. "Der Bank Austria Konjunkturindikator hat im Jänner 0,8 Punkte erreicht. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat einen minimalen Rückgang. Damit befindet sich der Indikator zwar in einem Wertebereich, der eine Fortsetzung des Wachstumskurses der österreichischen Wirtschaft zum Jahresbeginn 2014 anzeigt, aber im Vergleich zum Vormonat keinen zusätzlichen Schwung erkennen lässt", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Das moderate Erholungstempo der vergangenen Monate setzt sich damit fort. Eine kräftige Beschleunigung der Konjunktur in Österreich lässt sich derzeit jedoch noch nicht ausmachen. "Verhaltene Konjunktursignale aus einigen Schwellenländern sowie vor allem ein schwächelnder privater Konsum durchkreuzen noch eine schnellere Erholung. Wir erwarten jedoch bereits im ersten Quartal eine Verbesserung", so Bruckbauer.

Den leichten Rückgang des Bank Austria Konjunkturindikators gegenüber dem Vormonat haben alle Stimmungskomponenten im Jänner mit verursacht. Trotz Gegenwinds aus den Schwellenländern hat sich der mit dem österreichischen Außenhandel gewichtete europäische Industriestimmungsindikator jedoch nur wenig nach unten bewegt. Die Geschäftseinschätzung der österreichischen Industrie hat sich dagegen spürbar verschlechtert und ist unter den langjährigen Durchschnitt gesunken. "Nicht nur die Stimmung im europäischen und vor allem dem österreichischen Produktionssektor ging nach unten, auch die heimischen Verbraucher blickten im Jänner mit etwas weniger Zuversicht ins Jahr 2014", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Der Aufwind, der im Herbst die Stimmung der heimischen Konsumenten erfasst hatte, hat sich durch die anhaltend schwierige Lage am Arbeitsmarkt wieder gelegt.

Internationale Unterstützung für österreichische Wirtschaft nimmt zu
Im Verlauf des ersten Quartals 2014 erwarten die Ökonomen der Bank Austria mehr internationalen Rückenwind für die heimische Wirtschaft. Die globale Wirtschaft steht zum Jahresbeginn 2014 auf einer soliden Basis, wenn sich auch Wachstumsdifferenzen zwischen den entwickelten Ländern und den Schwellenländern auszuweiten scheinen. Die vorliegenden Daten für die US-Wirtschaft zeigen ein robustes Wachstum. In Japan sorgt die expansive Geld- und Budgetpolitik weiter für Schub. In Europa legt die britische Wirtschaft einen guten Start ins Jahr 2014 quer über alle Sektoren hin, der sich am Arbeitsmarkt positiv niederschlägt. Schließlich kommen auch aus der Eurozone immer stärkere Impulse für die österreichische Wirtschaft. Da auch die Länder an der Peripherie vom Aufschwung erfasst worden sind, wird die Wirtschaft des Währungsraums im ersten Quartal mit 0,4 Prozent zur Vorperiode so rasch, wie seit Mitte 2011 nicht mehr wachsen. Die bewährte Konjunkturlokomotive Deutschland wird voranschreiten und die heimische Wirtschaft mitziehen. "Wir erwarten für das erste Quartal 2014 eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in Österreich auf über ½ Prozent zum Vorquartal. Neben der Auslandsnachfrage bestimmt eine schwungvollere Investitionstätigkeit die stärkere Dynamik", ist Pudschedl überzeugt.

Angespannte Lage am Arbeitsmarkt dämpft Stimmung heimischer Konsumenten, noch!
Noch fehlt es der Inlandsnachfrage, insbesondere dem privaten Konsum an Schwung. In den kommenden Monaten wird der private Konsum nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria mehr und mehr die Erholung der österreichischen Wirtschaft unterstützen können, so dass für 2014 ein Anstieg des BIP auf breiter Basis von 2 Prozent möglich sein wird. Übers gesamte Jahr 2013 belastete die Verschlechterung der Lage am Arbeitsmarkt. Mittlerweile sind aber erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennbar, die über eine Verbesserung der Verbraucherstimmung bald auf den Konsum wirken sollte. "Im Jänner 2014 lag zwar die Anzahl der Arbeitslosen auf Rekordniveau, doch der Anstieg verlangsamte sich deutlich, der Rückgang der offenen Stellen nahm ab und das Beschäftigungswachstum legte im Jahresvergleich wieder zu. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist im Jänner mit 7,9 Prozent nicht mehr weiter gestiegen", so Bruckbauer. Der österreichische Arbeitsmarkt beginnt zu Jahresbeginn 2014 langsam vom negativen Trend abzuweichen, wenn auch das milde Winterwetter die Entwicklung der vergangenen Wochen günstig beeinflusst haben dürfte. Im Jahresdurchschnitt 2014 erwartet die Bank Austria eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent, leicht über den 7,6 Prozent des Jahres 2013.

Mehr Einkommen und niedrige Inflation werden Privatkonsum kräftigen
Zudem wird der private Konsum in den kommenden Monaten durch reale Einkommenszuwächse, unterstützt durch die niedrige Inflation, gestärkt. "Für 2014 gehen wir von einem Rückgang der Inflationsrate auf durchschnittlich 1,7 Prozent, nach 2 Prozent im Vorjahr aus. Zwar geht von Steuer- und Gebührenanhebungen 2014 ein spürbarer Druck nach oben aus, doch die zurückhaltende Rohstoffpreisentwicklung dämpft die Inflation", meint Bruckbauer. Nach Berechnungen der Bank Austria werden die jüngsten Steueranhebungen, die zum Teil bereits im März wirksam werden sollen, die Inflation um rund ¼ Prozentpunkt erhöhen. Das ist mit Grund warum die Inflation in Österreich 2014 um rund ½ Prozentpunkt über der durchschnittlichen Teuerung in der Eurozone liegen wird.

 Tabellen (PDF; 107 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at