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Presseinformation

20.11.2013

Writing for CEE 2013 geht an die französischen Journalisten Sébastien Gobert und Laurent Geslin

  • Journalistenpreis wurde zum 10. Mal vergeben
  • Chefredakteur der bedeutendsten polnischen Qualitätszeitung "Gazeta Wyborcza" Adam Michnik, war früherer polnische Bürgerrechtskämpfer und Solidarnosc-Aktivist. Er sprach über die Aktualität des zivilen Ungehorsams in Europa

Im zehnten Jahr seines Bestehens geht der Journalistenpreis "Writing for CEE" erstmals nicht nach Mittel- oder Südosteuropa. Für eine Reportage über die EU-Außengrenze zur Ukraine erhielten am Dienstagabend in Wien die französischen Journalisten Laurent Geslin und Sébastien Gobert die von der APA - Austria Presse Agentur und der Bank Austria - UniCredit mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Ehrengast des Festaktes, der unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer stand, war der frühere polnische Bürgerrechtskämpfer und Solidarnosc-Aktivist Adam Michnik. Der Chefredakteur der bedeutendsten polnischen Qualitätszeitung "Gazeta Wyborcza" sprach in seiner Festrede über die Aktualität des zivilen Ungehorsams in Europa.

In dem prämierten Artikel, der in der Zeitschrift "Le Monde diplomatique" veröffentlicht worden war, geht es um einen Landstrich in der Ukraine, der einst als einer der möglichen geografischen Mittelpunkte Europas galt, heute jedoch jenseits der Schengen-Grenze liegt.

Juryvorsitzender Ambros Kindel begründete die Entscheidung der internationalen Jury mit der journalistischen und sprachlichen Präzision, mit der die Autoren eine Region in der heutigen Ukraine beschreiben, die im Lauf der Geschichte zu fünf verschiedenen Staaten gehörte und die heute völlig ins Abseits geraten ist. "Journalismus muss dort hinschauen, wo andere wegschauen. Journalismus muss herausfinden, wie es bei den Nachbarn aussieht, die hinter Zäune und Mauern aller Art geraten sind", sagte der CEE-Experte.

Auch das heutige Europa sei voller Veränderungen, merkte Preisträger Gobert an. Der Journalismus müsse die Herausforderung annehmen, diesen ständigen Wandel, die Dekonstruktion und Konstruktion Europas zu beschreiben und ständig neu zu verstehen. Und er fügte hinzu, dass der Geist Europas noch nicht alle Länder der EU vollständig durchdrungen habe. Dies habe sich vor allem in der jüngsten Wirtschaftskrise und auch bei den Problemen der EU gezeigt, eine gemeinsame europäische Politik zu betreiben.

Der Journalistenpreis "Writing for CEE" war anlässlich der großen EU-Erweiterung im Jahr 2004 ins Leben gerufen worden. Ehrengäste der bisherigen Verleihungen waren unter anderen der legendäre Aktivist der tschechoslowakischen Bürgerrechtsbewegung "Charta 77" und spätere Außenminister Jiri Dienstbier, der erste slowenische Staatspräsident Milan Kucan, die (ost-) deutsche Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, der ehemalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher sowie der frühere Hohe Repräsentant der internationalen Staatengemeinschaft in Bosnien-Herzegowina Wolfgang Petritsch. Legendär ist der Auftritt des Vize-Chefredakteurs der regierungskritischen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta", Oleg Chlebnikow, unmittelbar nach der dramatischen Ermordung seiner Kollegin Anna Politkowskaja.

In die Liste der Preisträger haben sich bisher der tschechische Journalist Lubos Palata (2004), die bulgarische Schriftstellerin Diana Ivanova (2005), der bosnische Journalist Sefik Dautbegovic (2006), der österreichische Schriftsteller Martin Leidenfrost (2007), die in Griechenland geborene und in Deutschland aufgewachsene Radiojournalistin Anna Koktsidou (2008), der österreichische Journalist Florian Klenk (2009), die in Italien lebende bosniakische Autorin Azra Nuhefendic (2010) die slowenische Journalistin und Fotografin Meta Krese (2011) und der tschechische Journalist Martin Ehl (2012) eingetragen.

Mitglieder der in wechselnder Zusammensetzung tagenden Jury sind derzeit neben dem Preisträger oder der Preisträgerin des jeweiligen Vorjahres der slowakische Publizist Michael Berko, die bulgarische Schriftstellerin Janina Dragostinova, die Kommunikationsberaterin Ildiko Füredi-Kolarik, die polnischen Journalisten Igor Janke und Pawel Bravo, der CEE-Pressesprecher der UniCredit Bank Austria Tiemon Kiesenhofer, der Wiener Media Relations Berater Ambros Kindel, der tschechische Kommunikationswissenschaftler Milan Smid sowie die ungarische Radio-Journalistin Julia Varadi.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle CEE
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 56036
E-Mail: tiemon.kiesenhofer@unicreditgroup.at