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Presseinformation

30.12.2013

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Dezember:
Österreichs Industrie zum Jahreswechsel weiter im Aufwind

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex weist mit 54,1 Punkten im Dezember auf anhaltend kräftiges Wachstums hin
  • Stärkste Produktionsausweitung seit Anfang 2011
  • Produktivitätszuwachs führt vorläufig noch zu Beschäftigungsabbau
  • Beschleunigter Anstieg der Einkaufspreise belastet zudem Kostensituation der österreichischen Betriebe
  • Nachfrageumfeld verspricht gute Aussichten für 2014

Nach der flauen Entwicklung der Geschäfte in der ersten Jahreshälfte 2013 kommt die Erholung in Österreichs Industrie zunehmend in Schwung. "Der Bank Austria Einkaufsmanagerindex bestätigt mit 54,1 Punkten, dass Österreichs Industrie zum Jahresende 2013 die Stagnation überwunden hat", meint Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Die Aufhellung des Geschäftsumfelds für die österreichischen Industriebetriebe tritt immer klarer zutage und der positive Trend gewinnt an Stabilität. "Die Nachfrage hat im Dezember kräftig angezogen, die Produktion wurde in der Folge stark ausgeweitet. Die Auftragspolster nehmen zu, doch steigende Einkaufspreise belasten die Betriebe und die Personalkapazitäten werden trotz des Aufwärtstrends noch zurückgefahren", fasst Bruckbauer die wichtigsten Ergebnisse der monatlichen Umfrage unter österreichischen Einkaufsmanagern zusammen.

Die österreichischen Industriebetriebe haben im Dezember die Produktion kräftig hochgefahren. Der Teilindex für die Produktionsleistung liegt mit 57,2 Punkten auf dem höchsten Wert seit April 2011. "Seit mittlerweile sechs Monaten weitet die heimische Industrie die Produktion aus, was dem andauernden Zuwachs an Neu- und Folgeaufträgen zu verdanken ist. Für die hohen Auftragszuwächse war im Dezember vor allem, die Inlandsnachfrage verantwortlich, doch auch die Exportmärkte USA und Europa sorgten für solide Unterstützung", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Im Dezember führte das stärkste Auftragsplus seit fast drei Jahren auch zu einer kräftigen Zunahme der Auftragsbestände, die es in den kommenden Monaten abzuarbeiten gilt.

"Trotz der sich seit einigen Monaten abzeichnenden Verbesserung der Nachfrageumfelds und der auch im Dezember spürbaren Ausweitung der Produktion ist die Beschäftigung in der österreichischen Industrie abermals gesunken. Gegen Jahresende wurden sogar mehr Stellen gestrichen als im Vormonat. Mit Ausnahme von März und Oktober ging somit in allen Monaten des Jahres 2013 der Personalstand in der Industrie zurück", so Pudschedl. Angesichts des noch unterdurchschnittlichen Auslastungsgrads bedarf es für eine Trendwende am Arbeitsmarkt in der Produktion noch einer schwungvollen Fortsetzung der Erholung in den kommenden Monaten, denn derzeit führt die höhere Produktion vor allem zu einer Verbesserung der Produktivität der österreichischen Industrie, auch ist das Produktionsniveau von 2007 noch nicht ganz erreicht.

Obwohl die steigenden Produktionsanforderungen der heimischen Betriebe im Dezember zu einer deutlichen Erhöhung der Einkaufsmenge geführt haben, kam es trotzdem zu einem leichten Abbau der Lagerbestände an Vormaterialien. Aufgrund der verstärkten Einkaufsaktivitäten der Industrieunternehmen und durch aus Kostengründen niedrig gehaltenen Lagerbeständen gerieten auch die Lieferanten unter Druck. Die durchschnittlichen Lieferzeiten verlängerten sich den fünften Monat in Folge.

Die Kehrseite des verbesserten Nachfrageumfelds zeigt sich auch in den aktuellen Preistrends. Die Lieferanten erhöhten ihre Preise spürbar, was bei den heimischen Industriebetrieben zum stärksten Anstieg der Einkaufspreise seit mehr als 20 Monaten führte. "Während sich die Preise für Vormaterialien und Rohstoffe stark nach oben bewegten, blieben die Verkaufspreise im Dezember weitgehend konstant. Aufgrund der geringen Preismacht durch den starken Wettbewerbsdruck hat die Kostenbelastung der heimischen Industriebetriebe stark zugenommen", meint Pudschedl.

Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex liegt im Dezember mit 54,1 klar über der Neutralitätsgrenze von 50 Punkten. Seit fünf Monaten ist die österreichische Industrie bereits auf Wachstumskurs, getragen von einem aktuell sogar noch beschleunigten Auftrags- und Produktionszuwachs. Zum Jahreswechsel 2013/2014 sind zudem die Voraussetzungen, dass sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate weiter fortsetzt, sehr gut. Zum einen zeigt das Verhältnis zwischen den Auftragseingängen und der Lagerhaltung für die kommenden Monate bereits auf eine zunehmende Dynamik des Sektors hin. Das war stets ein sehr verlässlicher Indikator für die weitere Entwicklung der Industriekonjunktur. Zum anderen setzt sich die Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds in ganz Europa fort. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im Dezember auf 52,7 Punkte gestiegen und der Einkaufsmanagerindex für Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der österreichischen Industrie erreichte im Dezember mit 54,7 Punkten den höchsten Wert seit fast drei Jahren. Die Bank Austria geht daher 2014 von einem realen Produktionsanstieg um bis zu 4 Prozent aus, nach rund 1 Prozent im Jahr 2013.

 Tabellen (PDF; 38 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.