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Presseinformation

28.11.2013

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im November:
Deutliche Beschleunigung der Industriekonjunktur im November

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex steigt auf 54,3 Punkte: Höchster Wert seit 2,5 Jahren erreicht
  • Österreichs Unternehmen reagieren auf anziehende Nachfrage mit stärkster Produktionsausweitung seit Frühjahr 2011
  • Aber: Wieder Abbau von Beschäftigten
  • Lieferschwierigkeiten beschleunigen Anstieg der Einkaufspreise, Abwälzung der Kosten auf Verkaufspreise nicht vollständig möglich
  • Aussichten auf schwungvollere Aufwärtsbewegung der Industrie: Hohes Neuauftrags-/ Lagerbestandsverhältnis und Rückenwind aus Europa

Die Geschäfte der heimischen Industrie beginnen zunehmend besser zu laufen. Die mehr als zwei Jahre andauernde Seitwärtsbewegung der Industriekonjunktur geht mehr und mehr in einen Wachstumstrend über. "Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex hat im November den Aufwärtstrend der vergangenen Monate bestätigt. Der Indikator stieg um 1,5 auf 54,3 Punkte. Das signalisiert den stärksten Geschäftszuwachs in der Industrie seit 2,5 Jahren", meint Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. In fast allen Details der monatlichen Umfrage unter heimischen Einkaufsmanagern zeigt sich deutlich die in Fahrt gekommene Erholung der heimischen Sachgütererzeuger. "Die österreichische Industrie hat die Produktion im November spürbar ausgeweitet, denn die Nachfrage hat stark angezogen. Das spiegelt sich auch in wachsenden Auftragspolster, längeren Lieferzeiten und steigenden Preisen wider. Wermutstropfen bleibt leider vorerst der Verlust von Jobs", meint Bruckbauer.

Mit der Erholung der Konjunktur in Europa verbessert sich kontinuierlich das Nachfrageumfeld für die Industrie in Österreich. Die Auftragsbücher werden rasch dicker. "Im November haben die heimischen Industriebetriebe den stärksten Zuwachs an Auftragseingängen seit über 30 Monaten vermeldet. Für eine starke Ausweitung der Produktionsleistung bei den Unternehmen sorgte auch ein kräftiger Schwung an Neu- und Folgeaufträgen aus dem Ausland.", meint Bruckbauer. Bereits den fünften Monat in Folge wird in Österreich der Output erhöht, aktuell so stark, wie letztmals im Frühjahr 2011.

Eine verstärkte Ausnutzung der Produktionskapazitäten reichte im November nicht mehr aus, um die spürbar anziehende Nachfrage abdecken zu können. Die Auftragsbestände bei den heimischen Betrieben nahmen daher zu. "Aufgrund der verstärkten Nachfrage nach Industrieerzeugnissen "Made in Austria" wurde die Einkaufsmenge an Rohstoffen und Vorprodukten kräftig erhöht. Angesichts niedriger Lagerbestände der Lieferanten schlug sich dies in längeren Lieferzeiten und steigenden Preisen nieder", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Vor allem verschiedene Metalle, Elektronikbauteile und Holz verteuerten sich. Die Folge war der stärkste Anstieg der Einkaufspreise des laufenden Jahres. Erstmals seit dem Sommer waren die Nachfragegegebenheiten jedoch gut genug, um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise auf die Verkaufspreise übertragen zu können. Am stärksten fielen dabei die Preiserhöhungen der Konsumgüterhersteller aus. Auch die Preise von Investitions- und Vorleistungsgütern wurden angehoben. Insgesamt ergab sich aus den jüngsten Preistrends jedoch eine leicht gestiegene Kostenbelastung für die heimischen Betriebe.

Der Beschäftigungsanstieg im Vormonat war nicht nachhaltig. Der Beschäftigungsindex der Umfrage vom November sank von 50,6 auf 48,8 Punkte und lag damit wieder unter der Neutralitätsgrenze von 50 Punkten. Mit Ausnahme zweier Monate gehen damit in der heimischen Industrie seit Mitte 2012 stets Jobs verloren. Insgesamt nahm in der österreichischen Sachgütererzeugung in diesem Zeitraum die Beschäftigung um rund 2.500 auf saisonbereinigt unter 583.000 ab. Das Tempo des Jobabbaus hat sich jedoch bereits einzubremsen begonnen. "Der Auslastungsgrad in der heimischen Industrie ist im Verlauf des Jahres gesunken und liegt derzeit mit unter 83 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch die klare Erhöhung der Produktion kann daher mit den vorhandenen Personalreserven gestemmt werden", so Pudschedl und ergänzt: "Zu substanziellen Erweiterungsinvestitionen und einer nachhaltigen Aufstockung beim Personalstand in der Produktion wird es erst kommen, wenn sich in den kommenden Monaten die Erholung der Industrie schwungvoll fortsetzt".

Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im November klar angestiegen. Fast alle Detailergebnisse der aktuellen Umfrage weisen nach oben. "Der spürbare Aufwärtstrend des EinkaufsManagerIndex auf breiter Basis macht deutlich: Die heimische Industriekonjunktur nimmt Fahrt auf", so Bruckbauer und ergänzt optimistisch: "In den kommenden Monaten wird sich das Erholungstempos der heimischen Industrie noch erhöhen. Das Verhältnis der Neuaufträge zu den Lagerbeständen übersteigt mittlerweile deutlich den langjährigen Durchschnitt und die Impulse aus dem Ausland verstärken sich." Die anhaltende Verbesserung der Industriekonjunktur in Europa stärkt der Entwicklung in Österreich den Rücken. Der EinkaufsManagerIndex für die Eurozone ist im November auf 51,5 Punkte gestiegen, getrieben vor allem von einem starken Plus von Exportaufträgen. Insbesondere in Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner Österreichs, setzt sich der Aufwärtstrend in der Verarbeitenden Industrie fort. Der deutsche EinkaufsManagerIndex verbesserte sich im November auf 52,5 Punkte, ein Plus um immerhin 0,8 gegenüber dem Vormonat.

 Tabellen (PDF; 560KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.