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Presseinformation

06.05.2013

Bank Austria Volkswirtschaft Bundesländer-Analyse:
Bundesländer halten internationalem Gegenwind weiter stand

  • Burgenland 2012 im Bundesländervergleich an der Spitze, gefolgt von Tirol, Steiermark und Vorarlberg
  • Wachstum verlor 2012 in allen Bundesländern an Tempo, Wirtschaftsleistung liegt jedoch in fast allen Bundesländern wieder deutlich über Vorkrisenniveau
  • Exportorientierte Industriebundesländer haben strukturellen Vorteil aus der Erholungsphase nach der Krise vorläufig verloren – Industrie bleibt aber wichtiger Impulsgeber
  • 2012 war Jahr der Rekordbeschäftigung, doch Arbeitslosigkeit nimmt zu
  • Ausblick 2013: Geringere Wachstumsdifferenzen zwischen Bundesländern erwartet - Industrieländer wie Oberösterreich, Vorarlberg und Steiermark leicht im Vorteil

Während zu Beginn des Jahre 2012 ein achtbares Wachstumstempo verzeichnet werden konnte, nahmen die globale Konjunkturverlangsamung, Eurokrise, Sparpakete und Rezession in Europa der österreichischen Wirtschaft im Verlauf des Jahres 2012 den Wind aus den Segeln. So war die Wirtschaftsdynamik 2012 in allen Bundesländern spürbar geringer als 2011. Bundesländer mit einem starken, exportorientierten Industriesektor konnten in den letzten Jahren von einer kräftigen Erholung profitieren. Angesichts der schwächeren Industriekonjunktur hatten diese Bundesländer letztes Jahr nur noch leichte Vorteile, die vor allem in der ersten Jahreshälfte ausgespielt werden konnten. Eine starke Ausrichtung auf Dienstleistungen war 2012 daher kaum von Nachteil. Abseits dieses Grundschemas schafften es Bundesländer mit individuellen Stärken zu punkten. Das ist die eine Seite der aktuellen Bundesländer-Analyse der Bank Austria Ökonomen. Die andere Seite: Im Jahresdurchschnitt betrug das Wirtschaftswachstum in Österreich immerhin 0,8 Prozent (2011: 2,7 Prozent). Damit liegt die Wirtschaftsleistung in fast allen Bundesländern zum Teil wieder deutlich über dem Niveau von vor der Krise 2008/2009.

Burgenland ist Wachstumsspitzenreiter 2012
"Weder die Industrieländer noch die Dienstleistungshochburgen konnten 2012 entscheidende strukturelle Vorteile ausspielen. Vielmehr zählte eine sektorübergreifende breite Aufstellung. Von dieser profitierte zum einen das Burgenland, das mit einem geschätzten Anstieg der Wirtschaftsleistung 2012 um 1,6 Prozent die Wachstumsspitze erklomm. Zum anderen befand sich aber auch Tirol mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,4 Prozent auf der Sonnenseite Österreichs", fasst Dieter Hengl, Vorstand Corporate & Investment Banking, die wichtigsten Ergebnisse der Bundesländer-Analyse der Bank Austria Volkswirtschaft zusammen und ergänzt: "Auch die Steiermark und Vorarlberg konnten mit recht unterschiedlichen individuellen Stärken ein Wachstum knapp über dem österreichischen Durchschnitt erzielen. Das besonders fordernde regionale Umfeld war dagegen maßgeblich für die wenig günstige Entwicklung im Süden. Die Wirtschaft Kärntens stand 2012 am Rande der Stagnation".

Schwächere Exportnachfrage bremst Industrie
Die globale Konjunkturabkühlung ist 2012 über den Außenhandel auf die österreichische Wirtschaft deutlich übergeschwappt. Im Jahresdurchschnitt betrug der Anstieg der Exporte nominell nur 1,4 Prozent. (2011: +11,3 Prozent). Die österreichische Industrie – sie steuert etwa 70 Prozent der österreichischen Exporte bei – bekam die schwache Auslandsnachfrage zu spüren. Insgesamt konnte die Industrie (ohne Bauwirtschaft) dank einer dynamischen Entwicklung in der Energie- und Wasserversorgung sowie Abfallentsorgung dennoch ein respektables Plus von real 1,8 Prozent erreichen. Die Sachgütererzeugung, also die Industrie ohne die Versorgungsbereiche, hat 2012 jedoch nur noch um 0,3 Prozent zugelegt (2011: +6,7 Prozent). "Die Entwicklung war 2012 über die einzelnen Branchen betrachtet sehr durchwachsen, das Wachstum unausgeglichen. Der Maschinenbau war einer der stärksten Wachstumsstützen der österreichischen Industrie – mit einem Plus um rund 4 Prozent und einem Wertschöpfungsanteil von über 10 Prozent am gesamten Produktionssektor. Auch die Metallwarenerzeugung, die chemische und pharmazeutische Industrie und die Glaserzeugung steigerten 2012 ihre Produktion, während etwa die Stahlindustrie, der Fahrzeugbau, die Elektroindustrie und regional die Holzwirtschaft zum Teil spürbare Einbußen hinnehmen mussten" analysiert Stefan Bruckbauer, Bank Austria Chefökonom, die wichtigsten Branchentrends.

Industriespitzenreiter Burgenland – gefolgt von Tirol und der Steiermark
In diesem Umfeld konnte sich überraschend die burgenländische Industrie mit einem Anstieg um über 8 Prozent am besten behaupten. Wachstumstreiber waren Maschinenbau, Metallverarbeitung, Kunststoffverarbeitung und Nahrungsmittelerzeugung. Wobei die hohe Dynamik zum Teil auch auf Standortverlagerungen aus anderen Bundesländern zurückzuführen ist. Unter Berücksichtigung der Versorgungsbereiche konnte die Industrie auch in Tirol (+5,9 Prozent) und trotz einer schwierigen Entwicklung im Fahrzeugbau auch in der Steiermark (+3,3 Prozent) ein gutes Ergebnis erzielen. Auch der Vorarlberger Produktionssektor lag 2012 über dem Durchschnitt, während Kärnten (+1,3 Prozent), Oberösterreich gedämpft durch die schwächere Stahlkonjunktur (+1,2 Prozent) und Niederösterreich (+0,3 Prozent) niedrige Zuwächse verzeichneten. Während in Wien der Produktionssektor stagnierte, konnte 2012 nur in Salzburg das Vorjahresniveau nicht erreicht werden.

Bauwirtschaft sorgt für Schwung – vor allem in der Steiermark
Die Bauwirtschaft konnte 2012 zum Wirtschaftswachstum einen maßgeblich positiven Beitrag leisten. Der Bauproduktionsindex stieg um durchschnittlich 1,7 Prozent. Insbesondere in der Steiermark sorgte der Sektor für viel Schwung. Bis auf Salzburg und Kärnten verzeichnete die Bauwirtschaft in allen Bundesländern eine zum Teil beachtliche, wenn auch im Jahresverlauf abnehmende, Wachstumsdynamik, die im Regelfall durch öffentliche Investitionen in den Tiefbau getrieben war. Der Hochbau war dagegen angesichts der Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen generell unter Druck, zeigte aber in Vorarlberg, Tirol und in der Steiermark dennoch auf.

Moderater Zuwachs im Servicebereich
"Der Dienstleistungssektor sorgte, bedingt durch die sich im Jahresverlauf verschlechternde Lage am Arbeitsmarkt, für immer weniger Schwung, war aber dennoch aufgrund der relativen Größe der wichtigste Wachstumsträger der heimischen Wirtschaft im Jahr 2012", betont Bruckbauer. Ganz gut unterwegs war der Fremdenverkehr, insbesondere war in Wien wieder ein starkes Nächtigungsplus zu verzeichnen. Auch unternehmensnahe Dienstleistungen wie beispielsweise Informationsdienstleistungen und freiberufliche Tätigkeiten expandierten. Der Einzelhandel entwickelte sich in allen Bundesländern dagegen abermals ungünstig – trotz steigender Beschäftigung. Während in Vorarlberg die Lage mit Unterstützung schweizerischer Kaufkraft noch relativ günstig war, war Kärnten das einzige Bundesland in dem auch die nominellen Umsätze rückläufig waren. Der Dienstleistungssektor, der einen Anteil an der Wertschöpfung in den einzelnen Bundesländern zwischen 60 Prozent (Oberösterreich) und bis zu 83 Prozent (Wien) hat, war in allen Bundesländern bestimmender Wachstumstreiber – im Burgenland und in Salzburg am stärksten, in Kärnten und in Oberösterreich relativ zurückhaltend.

Zunehmender Druck auf Arbeitsmarkt in allen Bundesländern
Im Durchschnitt stieg 2012 die Beschäftigung um beachtliche 1,3 Prozent an, im Burgenland als Spitzenreiter sogar um 2,3 Prozent. "2012 wurde zum Jahr der Rekordbeschäftigungen und in acht von neun Bundesländern wurde dank eines hohen Beschäftigungsplus im Dienstleistungsbereich und eines moderaten Anstiegs in der Industrie ein neues Rekordbeschäftigungsniveau erreicht", so Hengl. Der Aufwärtstrend in der Beschäftigung bremste sich im Jahresverlauf mit zunehmender Abkühlung der Konjunktur jedoch spürbar ein. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich 2012 in den meisten österreichischen Bundesländern, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Oberösterreich verzeichnete 2012 den stärksten relativen Anstieg der Arbeitslosenzahlen, hält aber gleichzeitig mit 4,5 Prozent im Jahresdurchschnitt die niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs. Wien wies mit 9,5 Prozent weiterhin den höchsten Wert Österreichs auf. Nur in Tirol und Vorarlberg stieg die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt nicht an. Für das Jahr 2013 ist in allen Bundesländern von einer Steigerung der Arbeitslosenquote auszugehen, in Gesamtösterreich von durchschnittlich 7,0 auf 7,3 Prozent.

Das Wachstum wird 2013 auf breiter Basis stehen
"Die Industrie wird auch 2013 eine wichtige Wachstumsstütze sein, wenn auch das Wachstum mit rund 1 Prozent sehr verhalten ausfallen wird. Der Nachfrageschwerpunkt wird noch stärker von Vorleistungen/Investitionsgütern auf den Konsumgüterbereich übergehen. Der Dienstleistungsbereich wird 2013 durch die steigende Arbeitslosigkeit und einen schwachen Beschäftigungsanstieg stark unter Druck sein und weiterhin nur bedächtig expandieren, wobei im Jahresverlauf die Dynamik zulegen können sollte, was Bundesländer mit Spezialisierung auf Dienstleistungen wie beispielsweise Wien in der zweiten Jahreshälfte stärken wird", so Hengl über die diesjährigen Wachstumsaussichten. Zwischen den Bundesländern wird es 2013 aufgrund der nur moderaten Impulse in allen Sektoren geringe Wachstumsdifferenzen geben. Die besten Aussichten haben in diesem Umfeld Bundesländer mit breit aufgestellter Industrie, was Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol in eine gute Ausgangsposition bringt, wenn auch das Burgenland wieder aufgrund von Sonderfaktoren Wachstumsspitzenreiter in Österreich sein dürfte. Salzburg wird voraussichtlich das Wachstumsschlusslicht, doch der Abstand zur Spitze wird geringer als im Vorjahr sein. "Für das Gesamtjahr 2013 gehen wir in Österreich unverändert von einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent aus, da in unserer Prognose ein schwacher, wenn auch nicht ganz so schwacher Jahresbeginn, wie er sich derzeit abzeichnet, eingerechnet ist. Zwar haben sich die Aussichten in den vergangenen Wochen deutlich nach unten verschoben, trotzdem ist es noch zu früh, die Hoffnung auf einen Aufschwung 2013 aufzugeben", betont Bruckbauer.

 Tabellen (PDF; 100 KB)

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Martin Kammerer, Tel. +43 (0) 50505 - 52803
E-Mail: martin.kammerer@unicreditgroup.at

Eine detaillierte Analyse der Wirtschaftsentwicklung in den österreichischen Bundesländern mit einem Ausblick auf das Jahr 2013 sind in der Publikation der Bank Austria "Bundesländer Überblick" enthalten.
Die Broschüre ist hier gratis zum Download verfügbar.