07.03.2013

Bank Austria Real Estate Country Facts:
Verbesserung am kommerziellen Immobilienmarkt in Tschechien in Sichtweite?

  • Bank Austria glaubt an antizyklische Investitionschancen in Tschechien und CEE
  • Risikoappetit der Investoren wird Spiel entscheidend – noch konzentrieren sich Investoren in Tschechien auf Core-Immobilien
  • Tschechien punktet mit geringem Länderrisiko und transparentem Immobilienmarkt
  • Ab 2013 graduelle Erholung der tschechischen Wirtschaft – positive Auswirkung auf Büronachfrage erwartet
  • Am Logistikmarkt übersteigt Neuvermietung die Neuflächenproduktion
  • Tschechien für internationale Filialisten interessant

Reinhard Madlencnik, Head of Real Estate Bank Austria: „Immobilieninvestoren und -entwickler laufen Gefahr, wichtige antizyklische Chancen zu versäumen. Wir als Bank Austria sind bereit weiter zu finanzieren.“ 2012 machte der Immobilienbereich der Bank Austria rund 1,5 Milliarden Euro Neugeschäft. Die Strategie für 2013 sieht vor, dieses Volumen zumindest zu halten. Madlencnik: „Das ausgezeichnete CEE-Netzwerk der UniCredit ermöglicht, dass wir neben unserer Expertise in Österreich auch auf das lokale Wissen der UniCredit Bank Czech Republic zugreifen und unsere Kunden damit umfassend unterstützen können“.

Knappes Angebot an Core-Immobilien dominiert noch die Entwicklung

In Tschechien blieben 2012 Core-Immobilien – also Immobilien in sehr guter Lage und mit bonitätsstarken Mietern mit langfristigen Mietverträgen – im Fokus von kommerziellen Immobilieninvestoren. Dem stand ein knappes Angebot gegenüber. Das Investitionsvolumen in

kommerzielle Immobilien brach 2012 auf 609 Millionen Euro ein – ein Rückgang von 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass 2011 ein ausgesprochen gutes Jahr war. Die erwartete Erholung der Konjunktur und die Verbesserung des internationalen Umfelds sollte sich in einem steigenden Risikoappetit niederschlagen. „Die von uns erwartete Verbesserung des Risikoappetits wird dazu führen, dass insbesondere auch Value-added Investments, also Investitionen in Immobilien mit Sanierungsbedarf in guten Lagen, attraktive Chancen bieten“, gibt sich Karla Schestauber, Immobilienanalystin der Bank Austria, optimistisch.

Tschechien punktet mit geringem Länderrisiko und transparentem Immobilienmarkt Tschechien wird von Jones Lang LaSalle als transparenter Immobilienmarkt gereiht. Im Transparency Index 2012 liegt Tschechien mit Platz 24 knapp hinter Österreich mit Platz 22. Damit wird das Land als zweitbestes CEE-Land ausgewiesen. Auch das geringe Länderrisiko spricht für Tschechien. Die CDS Spread-Entwicklung zeigt, dass das Defaultrisiko des Landes nur geringfügig höher als jenes von Österreich eingeschätzt wird.

Büromarkt Tschechien – ein Anziehen der Nachfrage wird spätestens 2014 erwartet

Die Hauptstadt Prag ist der mit Abstand wichtigste Büromarkt in Tschechien. Das Büroflächenwachstum hat sich seit 2009 deutlich eingebremst. Für 2013 wird in Prag ein

Neuflächenzuwachs in einer Größenordnung von 100.000 m2 erwartet, wobei auf das Florentinum im Zentrum alleine 50.000 m2 entfallen. Die relativ geringe Neuflächenproduktion hat, trotz Rezession der tschechischen Wirtschaft, im vergangenen Jahr zu einer Stabilisierung der Leerstandsrate um 11,5 Prozent geführt. Im europäischen Vergleich liegt Prag damit ähnlich wie Moskau oder Brüssel im Mittelfeld. „Wir erwarten für die tschechische Wirtschaft ab 2013 wieder ein leicht positives Wirtschaftswachstum. Damit wird auch die Vermietungsleistung wieder leicht anziehen“, prognostiziert Schestauber. Madlencnik betont: „In den meisten CEE-Ländern kann jetzt sehr günstig hochwertig gebaut werden. Entwickler, die diese Chance nutzen, werden bei uns gute Finanzierungsbedingungen finden.“

Am Logistikmarkt übersteigt Neuvermietung die Neuflächenproduktion

In Tschechien gab es Ende 2012 gut vier Millionen m2 an Logistikflächen. Rund 200.000 m2 kamen im vergangenen Jahr neu auf den Markt, wobei die Vorvermietung 40 Prozent überstieg. Maßgeschneiderte Flächen (build-to-suit) werden dabei immer wichtiger. Rund 40 Prozent der Logistikflächen befinden sich im Großraum Prag, wobei letztes Jahr knapp 60.000 m2 dazu kamen. Die Neuvermietung 2012 lag mit knapp 190.000 m2 deutlich darüber. Die Leerstandsrate setzte dementsprechend den fallenden Trend fort. In Bau befinden sich über 40.000 m2. Auch diese neuen Flächen sollten kein Problem haben, Mieter zu finden. Madlencnik: „Schwierig ist die Lage bei alten, nicht mehr modernen Standards entsprechenden Flächen. Diese werden mittel- bis langfristig vom Markt verschwinden.“ Die Spitzenmieten konnten sich im Großraum Prag in den letzten Jahren knapp unter 4 EUR/m2/Monat stabilisieren.

Tschechien für internationale Filialisten interessant

Tschechien ist ein saturierter Einzelhandelsmarkt mit einem sehr hohen Flächenbestand. Trotz der hohen Marktsättigung kommen weitere neue Flächen auf den Markt, wobei sich der Zuwachs bereits deutlich abgeflacht hat. In Prag werden alleine in diesem Jahr durch die zweite Erweiterung des Cerny Most Shopping&Leisure Centers knapp 40.000 m2 dazu kommen. CB Richard Elleis (CBRE) schätzt den Bestand an alten SC-Flächen, das sind Flächen, die vor 2002 auf den Markt gekommen sind, auf knapp eine Million. Damit gibt es Potential für Sanierung und Renovierung. Trotz schwacher Binnennachfrage, einer im EU-Vergleich unterdurchschnittlichen Kaufkraft und hoher Marktsättigung ist Tschechien für internationale Filialisten, die mittel- bis langfristige Strategien verfolgen, interessant. Auch hier gilt für Madlencnik: „Gute Konzepte in guten Lagen werden sich durchsetzen.“

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Martin Kammerer, Tel. +43 (0) 50505 - 52803
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