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06.03.2013

Kurzanalyse Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking:
Chinas Börse im Schatten der Politik

  • Der chinesische Aktienmarkt zeigt sich derzeit besonders volatil, Auslöser dürfte der Wechsel an der Führungsspitze sein.
  • Trotz der Wachstumsabkühlung der letzten Zeit hat sich China in der 10-jährigen Amtszeit Jiabaos zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt entwickelt.
  • Die Bank Austria hält heuer ein Wirtschaftswachstum von 8,2 % für möglich, der Konsensus der Analysten liegt bei  8,1 %. Für 2014 erwartet die Bank Austria rund 8 %.

Der chinesische Aktienmarkt zeigt sich derzeit besonders volatil. Ein Auslöser für die heftigen Kursschwankungen dürfte der Nationale Volkskongress sein, der dieser Tage in Peking eröffnet wurde und bei dem nach 10 Jahren ein Wechsel der Führungsspitze erfolgt.

Der scheidende Premier Wen Jiabao verkündete bei seiner Abschiedsrede die wirtschaftlichen Ziele des Riesenreiches. Für das heurige Jahr wird ein Wachstum von rund 7,5 % angepeilt. Das würde leicht unter dem Vorjahreswert von 7,8 % liegen, der der geringste seit 1999 war. Die Bank Austria hält heuer ein Wirtschaftswachstum von 8,2 % für möglich, der Konsensus der Analysten liegt bei  8,1 %. Für 2014 erwartet die Bank Austria rund 8 %.

Als Inflationsziel nennt Jiabao für das heurige Jahr einen Wert von 3,5 %. Damit hat er das Inflationsziel um 0,5 % gesenkt und seinem Nachfolger die Latte durchaus hoch gelegt. Weiters verkündete der scheidende Premier, dass sich sowohl Zinssätze als auch der Wechselkurs des Yuan zunehmend am Markt orientieren sollten. Nach den Zinssenkungen vom letzten Juni und Juli ist eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik in näherer Zukunft nicht zu erwarten.

Trotz der Wachstumsabkühlung der letzten Zeit hat sich China in der 10-jährigen Amtszeit Jiabaos zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt entwickelt. China überholte dabei Japan und Deutschland, und überstand auch die globale Finanzkrise ohne gröbere Verwerfungen. Sein Nachfolger wird sich jedoch mit den negativen Folgen dieser Entwicklung konfrontiert sehen. Die zunehmenden Entwicklungs- und Einkommensunterschiede in der Bevölkerung, die steigende Verschuldung sowie die kaum vorhandenen Umweltschutzmaßnahmen sind nur einige der  Probleme, die am Ende von Wen Jiabaos Amtszeit zu Buche stehen. Vor dem Nationalen Volkskongress gestand der ehemalige Premierminister das Fehlen eines nachhaltigen Wachstumsmodells sowie die zunehmenden sozialen Probleme Chinas ein und forderte unter anderem eine umgehende Lösung der Umwelt- und Verschmutzungsproblematik.

Fazit: Chinas neue Führung ist daher nach Ansicht von Experten dazu angehalten, rasch Reformen auf den Weg zu bringen, um die chinesische Volkswirtschaft vor einer harten Landung zu bewahren und eine Balance zwischen Wachstum und Ressourceneffizienz zu finden. Als der Volkskongress Maßnahmen zur Abkühlung des Immobilienmarktes verkündet hat, bescherte das dem Aktienindex in Shanghai den größten Tagesverlust seit August 2011. Bereits am nächsten Handelstag ging es wieder nach oben, aber die Stimmung ist doch reichlich nervös. Mittelfristig sind wir allerdings der Meinung, dass China die wirtschaftliche Talsohle durchschritten hat und dass sich diese Tatsache letztlich auch am Aktienmarkt manifestieren wird.

Rückfragen: Mag. Monika Rosen
Chefanalystin im Bank Austria Private Banking
Tel. +43 (0) 50505 - 40104
E-Mail: monika.rosen@unicreditgroup.at