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27.02.2013

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Februar:
Österreichs Industrie holt noch Luft

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex sinkt im Februar minimal auf 48,3 Punkte
  • Weiterhin zurückhaltende Auftragslage dämpft Produktion
  • Anzeichen für beginnende Stabilisierung der Beschäftigung
  • Kostenentlastung durch aktuelle Preistrends
  • Verzögertes Frühlingserwachen in Industrie könnte zu wenig Unterstützung für BIP-Anstieg im ersten Quartal 2013 liefern
  • Doch: Anhaltender Optimismus für Industriebelebung um 3 Prozent im Jahr 2013

Die österreichische Industrie kommt im derzeit schwierigen Umfeld nur langsam in die Gänge. "Nach der Überwindung des Konjunkturtiefpunkts im vierten Quartal 2012 hat der heimische Produktionssektor zu Beginn des Jahres 2013 seine Atempause auf dem Weg zur Erholung verlängert. Der Verbesserung im Jänner folgte im Februar wieder eine leichte Korrektur des Bank Austria EinkaufsManagerIndex nach unten auf aktuell 48,3 Punkte", so Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer und ergänzt: "Die österreichische Industrie kann sich vorläufig noch nicht von ihrem seit zwei Jahren stagnierenden Produktionsniveau wegbewegen". Der Indikator befindet sich damit seit vier Monaten in engen Grenzen knapp unter der Wachstumslinie von 50 Punkten – mit bislang nur zaghaften Signalen für ein Durchbrechen nach oben. "Die Auftragslage im Februar war abermals sehr zurückhaltend. Dies dämpfte die Produktionsleistung stärker als im Vormonat. Bei den Auftragsbeständen zeigt sich aber eine Stabilisierung und der Beschäftigungsabbau verlangsamt sich", so Bruckbauer über einige Details der monatlichen Umfrage unter den österreichischen Einkaufsmanagern.

Die derzeit noch lahme Nachfrage aus dem Ausland trübt das Frühlingserwachen der österreichischen Industrie. Die Rezession in Europa und insbesondere in einigen wichtigen österreichischen Absatzmärkten entspannt sich nur langsam, was das Exportauftragsvolumen belastet. Dadurch ist die Nachfrage nach heimischen Industrieerzeugnissen insgesamt wieder etwas stärker gesunken als im Vormonat. "Zu wenige Neuaufträge aus dem In- und vor allem dem Ausland machen sich deutlich in der aktuellen Entwicklung der Produktionsleistung bemerkbar, die im Februar wieder etwas stärker zurückgenommen wurde", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die Einkaufsmenge blieb dagegen weitgehend stabil und der Abbau der Auftragspolster war deutlich weniger stark als im Vormonat.

Die österreichischen Industriebetriebe setzten mit der Anpassung der Kapazitäten an die aktuell zurückhaltende Nachfragesituation fort. "Seit Juli 2012 zeigt der Beschäftigtenindex des Bank Austria EinkaufsManagerIndex einen Jobabbau im Sektor an, der vor allem Leiharbeiter betroffen hat. Im Februar hat sich das Tempo jedoch spürbar verringert, was bei aller Vorsicht eine beginnende Stabilisierung der Beschäftigungsentwicklung als Folge zurückgehender Konjunktursorgen signalisieren dürfte", so Pudschedl. Die aktuelle Industriekonjunktur ist jedoch noch zu schwach, um in den kommenden Monaten bereits eine Trendwende am Arbeitsmarkt erwarten zu können.

Die heimischen Unternehmen reagieren auf hohen Kostendruck abermals mit einer Verkleinerung der bestehenden Warenlager. Sowohl die Vormateriallager als auch die Fertigwarenlager, diese sogar mit stark gesteigerten Tempo, waren davon im Februar betroffen. Als vorteilhaft sind dagegen diesbezüglich für die heimischen Unternehmen die jüngsten Preistrends einzuschätzen. Während die Einkaufspreise aufgrund der weltweit moderaten Nachfrage und unterstützt durch den stärkeren Euro erstmals seit August 2012 zurückgegangen sind, zeigen die Verkaufspreise im Februar sogar stärker nach oben als im Vormonat.

Die heimischen Produktionsunternehmen haben gegen Jahresende 2012 das Konjunkturtal durchschritten, die Impulse für eine markante Belebung der Geschäfte fehlen jedoch vorerst weiter. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex signalisiert seit Monaten zumindest durchwachsene Signale für ein bevorstehendes Erwachen der Industrie aus dem Winterschlaf. Jedoch war der klare Trend nach oben auch im Februar nicht erkennbar. Angesichts der in ganz Europa und insbesondere in Deutschland steigenden Indikatoren, darunter zum Beispiel die jüngste starke Aufwärtsbewegung des IFO-Index, sowie der Verbesserung der Vertrauensindikatoren auch in Österreich bleiben die Ökonomen der Bank Austria aber weiter optimistisch. "Wir erwarten, dass sich nach einem nun etwas verlängerten Luftholen der heimischen Industrie schon bald eine klare Bewegung nach oben durchsetzt und halten daher an unserer Wachstumsprognose für die österreichische Sachgütererzeuger im Jahr 2013 von 3 Prozent fest", fasst Bruckbauer zusammen. Das laufende Jahr bringt somit eine Beschleunigung nach der zweijährigen Stagnation und Österreichs Industrie könnte erstmals das Produktionsniveau von 2008 übertreffen. Allerdings verschiebt sich die Belebung der Industriekonjunktur zeitlich etwas nach hinten, in Richtung zweites Quartal 2013. Da der Sektor im ersten Quartal kaum Wachstumsunterstützung setzen können wird, ist das Risiko gestiegen, dass die österreichische Gesamtwirtschaft nach dem Rückgang im Schlussquartal 2012 um 0,2 Prozent zur Vorperiode zu Beginn des laufenden Jahres noch nicht auf die Wachstumsstraße zurückkehrt.

 Tabellen (PDF; 40 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
 Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957
 E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.