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17.01.2013

Kurzanalyse Monika Rosen, Chefananalystin Bank Austria Private Banking:
US-Technologie-Branche steht vor Umbruch

  • US Technologie-Sektor weist erstmals seit 2009 eine schwächere Gewinndynamik auf
  • Klassisches PC-Geschäft wird zunehmend von Tablets verdrängt, aber auch Apple gerät mangels Produktinnovationen unter Druck

In den USA machte der Technologie-Sektor zuletzt verstärkt von sich reden, leider nicht immer im positiven Sinn. Einerseits werden bei der aktuellen Quartals-Berichterstattung die Tech-Unternehmen erstmals seit 2009 eine schwächere Gewinndynamik aufweisen als der Gesamtmarkt. Während für den S&P ein Gewinnwachstum von 1,8 Prozent für das 4. Quartal erwartet wird, liegen die Schätzungen für die Technologie bei einem Gewinnrückgang von 1,1 Prozent.

Ein wesentliches Sorgenkind dabei ist das PC-Geschäft. Einerseits haben die aktuellen Krisen wie die US-Fiskalklippe und die Euro-Schuldenkrise) die IT-Budgets bei vielen Unternehmen unter Druck gesetzt. Andererseits fährt der Zug eindeutig in Richtung Tablets, was den Umsatz mit klassischen PC’s schrumpfen lässt. Im traditionell starken 4. Quartal ging der PC Absatz weltweit um 5 Prozent zurück, wobei Branchenanalysten den Trend weg vom klassischen PC und hin zum Tablet für unumkehrbar halten.

Ein Paradebeispiel in diesem Zusammenhang ist Dell. Wie alle PC Hersteller, war auch Dell kursmäßig stark unter Druck. Zuletzt gab es aber ein kurzzeitiges Kursfeuerwerk, da über einen Rückzug von der Börse, bzw. eine Übernahme durch Private Equity Firmen spekuliert wird. Dell erwirtschaftet den Löwenanteil seiner Erträge mit PC’s, und damit in einem Bereich, der auf absehbare Zeit nicht mehr wachsen wird. Damit wurde zuletzt immer öfter über einen Abgang von der Börse nachgedacht. Ein wesentlicher Stolperstein dabei könnte die Größe von Dell sein. Nach den jüngsten Kursavancen beträgt die Marktkapitalisierung fast 23 Milliarden Dollar. Wenn man noch einen gewissen Aufschlag hinzurechnet, wären das um die 25 Milliarden Dollar, die ein Private Equity Fonds investieren müsste. Das könnte selbst für die Größten der Branche ein zu schwerer Brocken sein.

Aber auch ein ehemaliges Liebkind der Technologie erhielt zuletzt deutlich weniger Zuspruch, nämlich Apple. Die Aktie befindet sich bereits rund 30 Prozent unter dem Allzeit-Hoch von 700 vom September 2012. Die Tatsache, dass das Unternehmen schon länger keine echte Produktinnovation mehr vorlegen konnte, und dass zuletzt von sinkender Nachfrage beim iPhone 5 die Rede war, hat die Anleger offenbar skeptisch gemacht.

Last, but not least bleibt abzuwarten, wie weit der Anstieg bei Facebook noch geht. Die Aktie hat sich vom Tief bei 17 Dollar zwar deutlich erholt, notiert aber immer noch unter dem Emissionskurs von 38 Dollar. Angeblich warten viele Anleger nur darauf, aus dem ursprünglichen Engagement mit einem möglichst kleinen Verlust herauszukommen. Sobald der Kurs sich also an die 38 Dollar annähert, könnte wieder mehr Verkaufsdruck aufkommen.

Fazit: Aus der Technologie kamen zuletzt durchaus gemischte Nachrichten, auch die Gewinndynamik dürfte im jüngsten Quartal unterdurchschnittlich ausfallen. Das könnte durchaus auch den Markt insgesamt etwas verunsichern, da die Technologie mit knapp 20 Prozent den größten Sektor im S&P stellt. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass die Underperformance der Technologie wirklich von Dauer sein wird, sondern dass sich vielmehr eher ein Umbruch in der Branche vollzieht, wobei das klassische PC Geschäft sicher zu den Verlierern zählen wird.

Rückfragen: Mag. Monika Rosen
Chefanalystin im Bank Austria Private Banking
 Tel. +43 (0) 50505 - 40104
  E-Mail: monika.rosen@unicreditgroup.at

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