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14.09.2018

UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator:
Konjunkturaussichten für Österreich trotz globaler Risiken weiterhin günstig

  • UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator erreicht im August erneut 3,5 Punkte: Rückgang der ersten Jahreshälfte 2018 setzt sich nicht mehr fort
  • Stabilisierung der Konjunkturdynamik bei rund 2,5 Prozent in der zweiten Jahreshälfte dank anhaltend kräftiger Inlandsnachfrage und wieder etwas mehr Schwung im Export
  • Nach einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent 2018 bleibt Österreich auch 2019 auf der Überholspur in Europa: Mit 2 Prozent ist das dritte Jahr in Folge mit einem überdurchschnittlich hohen BIP-Anstieg zu rechnen
  • Verbesserungstrend am Arbeitsmarkt gerät ins Stocken: Hohe Beschäftigungsdynamik kann Anstieg des Arbeitskräftepotenzials kaum kompensieren
  • Inflation auch 2018 und 2019 mit 2,2 bzw. 2,0 Prozent höher als in Deutschland: Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit seit 2009 gegenüber Deutschland von rund 5 Prozent
Nach dem kontinuierlichen Rückgang ausgehend vom Allzeithoch zum Jahreswechsel hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich mit Ende des Sommers auf einem weiterhin hohen Niveau stabilisiert. „Die Verschlechterung der Konjunkturstimmung während der ersten Jahreshälfte 2018 setzt sich nicht mehr weiter fort. Im August hat der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator 3,5 Punkte erreicht. Erstmals im laufenden Jahr hält er das Ergebnis des Vormonats und signalisiert damit eine Stabilisierung des Wachstumstempos der österreichischen Wirtschaft“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Nach dem starken Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn von 3,4 Prozent im Jahresvergleich hatte sich der Rückgang des Indikators in einem deutlich geringeren Wachstumstempo im Frühjahr dieses Jahres von 2,3 Prozent widergespiegelt. Die stabil hohen Indikatorwerte über den Sommer sprechen dafür, dass sich das Wachstumstempo nicht mehr weiter verlangsamt hat und die österreichische Wirtschaft im dritten Quartal 2018 einen BIP-Anstieg von zumindest 2,5 Prozent im Jahresvergleich erreichen wird.

„Die Stabilisierung des Wachstumstempos ist zum einen der anhaltend kraftvollen Inlandsnachfrage zu verdanken, die unter anderem vom Optimismus der Konsumenten und der Hochstimmung am Bau gestützt wird. Zum anderen hat sich mittlerweile der Abwärtstrend der Auslandsnachfrage eingebremst und zudem sind sogar erste Anzeichen einer Trendumkehr erkennbar“, so Bruckbauer und ergänzt: „Das internationale Exportumfeld hat sich wieder gefestigt und der Rückgang der Stimmung in der exportorientierten Industrie setzt sich nicht mehr fort.“ Tatsächlich steigen die Aufträge für die österreichische Industrie aus dem Ausland seit Ende des Sommers wieder an, insbesondere aus Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner, weht starker Rückenwind. Der globale Handel nimmt trotz der Querschüsse durch protektionistische Maßnahmen wieder etwas an Fahrt auf, zumal sich Sorgen über weitreichende Folgen der Türkeikrise als unbegründet erweisen. Darauf gestützt hat sich die Stimmung in der heimischen Industrie im August wieder verbessert. Die Stimmung ist auch in den anderen Sektoren abseits der Exportwirtschaft weiterhin ausgezeichnet. Auf die Geschäftseinschätzung der Dienstleister hat sich im August der anhaltend hohe Optimismus der heimischen Konsumenten positiv niedergeschlagen. Die Entspannung am Arbeitsmarkt beflügelt die Stimmung. Am Bau sorgen die vollen Auftragsbücher weiterhin für Hochgefühle. Damit ist die Konjunkturstimmung in Österreich seit nunmehr einem Jahr deutlich besser als auf gesamteuropäischer Ebene.

Kräftiges Wachstum hält an
„Die österreichische Wirtschaft sollte in den kommenden Monaten ihren kräftigen Wachstumskurs fortsetzen. Daher erwarten wir unverändert einen Anstieg des BIP um 2,8 Prozent im Jahresdurchschnitt 2018. Aufgrund der aktuellen Indikatoren sind wir wieder optimistischer hinsichtlich des vorhandenen Rückhalts für die heimische Exportwirtschaft durch den globalen Handel“, meint Bruckbauer. Hinzu kommt, dass sich die US-Wirtschaft gestärkt durch die Steuerreform überaus dynamisch präsentiert und weiterhin positiv auf die Konjunktur in Europa ausstrahlt. Der in den kommenden Monaten voraussichtlich leicht steigende Wechselkurs in Richtung 1,20 US-Dollar für einen Euro zum Jahresende 2018 sollte dieses Bild nicht negativ beeinflussen. Unterschiedliche geopolitische Unsicherheiten wie zum Beispiel der Brexit könnten zwar zwischenzeitlich den Euro unter Druck bringen, doch sollte die fundamentale Stärke der europäischen Wirtschaft und die näher rückende Normalisierung der Geldpolitik durch die EZB den Aufwärtstrend stützen.

Die wichtigste Stütze des Wirtschaftswachstums wird über den Jahreswechsel 2018/19 hinaus der private Konsum bleiben, der dank hohem Beschäftigungswachstum und steigender Lohndynamik für Impulse sorgen wird. Die Unterstützung durch die Investitionen wird dagegen etwas nachlassen. Zwar kommt von der Bauwirtschaft weiter ein starker Rückenwind, doch die Dynamik der Ausrüstungsinvestitionen wird mehr und mehr dem bereits langen Investitionszyklus Tribut zollen müssen. Trotz der Unsicherheiten durch die protektionistische US-Zollpolitik sollte der Außenhandel auch 2019 wieder zum Wachstum in Österreich von 2 Prozent beitragen können. Damit dürfte die österreichische Wirtschaft das dritte Jahr in Folge besser als die europäische und die deutsche Wirtschaft abschneiden können.

Arbeitslosenquote im Sommer gestiegen
„Die Abschwächung des Konjunkturaufschwungs seit dem Frühjahr hat die Verbesserung der Lage am österreichischen Arbeitsmarkt beendet. Ausschlaggebend ist die Verlangsamung des Beschäftigungswachstums. Die zusätzlich auf den Arbeitsmarkt drängenden Arbeitskräfte können nicht mehr vollständig aufgenommen werden, zumal das Schulungsangebot zurückgefahren wurde“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Während die Beschäftigung in den ersten acht Monaten 2018 um 2,6 Prozent höher als vor einem Jahr und die Anzahl der Arbeitssuchenden um mehr als 9 Prozent bzw. 30.000 niedriger war, bewegt sich die saisonbereinigte Arbeitslosenquote dagegen etwas nach oben und lag im August bei 7,8 Prozent. Zu Jahresbeginn waren durchschnittlich noch mehr als 9.000 zusätzliche Arbeitsplätze pro Monate geschaffen worden. Allerdings verringerte sich der Jobaufbau während des Sommers auf etwas über 5.000 pro Monat, was in Kombination mit weniger Schulungsmaßnahmen seit Juni zu einem leichten Anstieg der Anzahl an Arbeitssuchenden führt. Die Zunahme des Arbeitskräftepotenzials ist mit knapp über 4.000 Personen pro Monate weiterhin relativ konstant.

„Im Jahresdurchschnitt 2018 erwarten wir eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent und für das kommende Jahr nur eine moderate Verbesserung auf 7,6 Prozent, zumal sich zunehmend strukturelle Probleme zeigen. Die qualifikatorische Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage am heimischen Arbeitsmarkt dürfte in den vergangenen Monaten abgenommen haben“, so Pudschedl. Neben der Arbeitslosigkeit steigt die Anzahl an gemeldeten offenen Stellen weiter stark an. Die Vakanzquote, die Anzahl der offenen Stellen in Verhältnis zum Arbeitskräfteangebot, hat mit 1,9 einen Rekordwert erreicht, der deutlich höher liegt als etwa in der Hochkonjunkturphase vor Ausbruch der Finanzkrise.

Weiterhin höhere Preisdynamik als in Deutschland
Analog zur Entwicklung der Arbeitslosenquote zeigt nach einem Rückgang auch die Inflationsentwicklung in Österreich seit dem Sommer wieder eine leichte Aufwärtsbewegung. In den ersten acht Monaten betrug die Teuerung in Österreich durchschnittlich 2,0 Prozent bzw. 2,2 Prozent (HVPI). Damit liegt die Inflation weiterhin über dem Vergleichswert von 1,7 Prozent im Nachbarland Deutschland, wenn auch der Abstand in den vergangenen Monaten abgenommen hat. Seit Mitte 2009 ist die Preisdynamik in Österreich permanent höher als in Deutschland. Innerhalb dieser neun Jahre sind die Preise in Österreich um insgesamt 19 Prozent gestiegen, in Deutschland dagegen nur um 13,5 Prozent. „Die höhere Inflationsentwicklung in Österreich seit 2009 hat zu einer realen Aufwertung im Vergleich zu Deutschland von rund 5 Prozent geführt. Die österreichische Wirtschaft hat demnach an preislicher Wettbewerbsfähigkeit verloren, was auch durch eine überdurchschnittlich starke und doppelt so hohe Anhebung administrierter Preise als in Deutschland begründet wurde“, so Pudschedl. Die Inflationsdifferenz zwischen Österreich und Deutschland wird vorerst weiter bestehen. Mit durchschnittlich 2,2 Prozent im Jahr 2018 und 2,0 Prozent im Jahr 2019 wird die Teuerung in Österreich nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria um jeweils 2 bis 3 Zehntelprozent über dem deutschen Wert liegen.

Tabellen

Rückfragen: UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at